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Mondgöttin, nach der der Kontinent Europa benannt ist

Europa war ursprünglich eine kretische Muttergöttin. Sie wurde auch „die Großäugige“ genannt. Dies lässt vermuten, dass sie eine Kuhgöttin (ähnlich wie Hathor, Hera oder Isis) war. Sie gilt als Urmutter des gesamten europäischen Kontinents.

Die kretische Mondgöttin mit dem Zauberspeer

Bekannt von ihr ist vor allem die Geschichte mit Zeus als Stier.
Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Europa schon lange vor dieser Episode in Kreta als Mondgöttin verehrt wurde.

Sie soll einen Zauberspeer besessen haben, der niemals sein Ziel verfehlte. Ein riesiger Krieger aus Messing schützte ihre Insel Kreta. Ihr Diener war ein Mondstier, auf dem sie nächtens ausritt. Doch die patriarchalen Athener drangen in die matriarchal strukturierte Insel Kreta ein. Da nutzte leider auch der Messingkrieger nichts, da die Festlandgriechen bereits das Handwerk der Metallurgie erfunden haben und damit Eisenwaffen herstellen konnten.

Mit den athenischen Festlandgriechen kam auch deren Götterpantheon, allen voran Zeus mit.

Das patriarachale olympische Pantheon und die alten Muttergottheiten

Die ursprünglichen kretischen Muttergöttinnen, wie Europa und auch Hera wurden in diesen olympischen Pantheon einverleibt und zur Gemahlin bzw. Gespielin von Zeus. Ganz ausrotten konnten eindringende Völker und Religionen die alten angestammten Muttergottheiten nie, weil diese im Glauben des Volkes zu sehr verankert waren. Allerdings wurde vielfach ihr Wirkungskreis geschmälert, lächerlich gemacht, umgedeutet oder sie wurden Untertaninnen eines Vatergottes.

So auch Europa, die als Tochter des phönikischen Königs Agenor und seiner Frau Telephassa dargestellt wurde. Man erzählt von einem Traum, in dem Europa von Zeus den Auftrag bekommen haben soll, ihre Heimat zu verlassen und in das Land “gegenüber” zu ziehen.

Zeus soll sich darauf hin in einen Stier verwandelt und auf den Weg nach Phönizien (ein Land auf dem Gebiet der heutigen Staaten Libanon und Türkei) gemacht haben.

Beim Baden soll er die schöne Europa „verführt“ (wohl eher vergewaltigt) haben und dann auf seinem Rücken über das Meer nach Kreta gebracht haben. Was beweisen sollte, dass er zuerst auf Kreta war und nicht die alte kretische Mond- und Muttergöttin Europa.

Der Legende nach kümmerte sich Zeus um Europa danach nicht mehr und sie war sich selbst überlassen. Sie bekam drei Söhne: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon, die alle Berühmtheit erlangten. Minos als kretischer (minoischer) König (was er Kraft seiner königlichen Gemahlin Pasiphae wurde), einer seiner Töchter ist Ariadne. Europas Sohn Minos war möglicherweise auch der Minotaurus im Labyrinth von Knossos. Andere Auslegungen sprechen vom Minotaurus als Sohn von Pasiphae und Minos. Von Rhadamanthys sagt man, er sei jener, der von den Göttern geliebt wurde und auf der Insel der Seeligen herrschte. Sarpedon hat sich mit seinem Bruder Minos überworfen, ist nach Lykien geflohen und wurde dort Herrscher.

Mondgöttin beherrschte den Sonnengott

Schon in alten, vorolympischen Zeiten wurde Europa auf einem Stier reitend dargestellt. Dies hat aber eher den Triumph der Mondgöttin über den Sonnengott (den Stier) dargestellt, den sie reitend beherrschte.
Der Mondkuh-Göttin Europa wurden auch weiße Stiere geopfert.

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