Hyndla – Nordische weise Riesin mit starken Zauberkräften

In der nordischen Mythologie ist Hyndla eine zauberkundige und sehr weise Riesin. Ihr wird vor allem in enormes Wissen über die Abstammung aller Menschen und aller Gottheiten zugeschrieben, daher gilt sie als alt und sehr weise.

Die große weise Alte

In der nordischen Mythologie ist Hyndla eine zauberkundige und sehr weise Riesin. Ihr wird vor allem in enormes Wissen über die Abstammung aller Menschen und aller Gottheiten zugeschrieben, daher gilt sie als alt und sehr weise.

Die auf dem Wolf reitet

Ihr Name ist auf das altnordische Wort für „Hündchen“ zurückzuführen, die niedliche Verkleinerungsform mutet wegen ihrer riesenhaften Gestalt seltsam an. Dies ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass sie den Menschen wohlgesonnen war und sie daher diese liebliche Bezeichnung für sie gewählt haben.

Vielleicht ist es aber auch nur die Relation zu den noch größeren Wölfen, die ihre Reittiere waren. Speziell ihr Wolf Warg wird namentlich in der Edda erwähnt. Hyndla wird von der Göttin Freya, der obersten aller zauberkundigen Frauen als Schwester bezeichnet, womit ihr auch den Status einer Göttin zusteht. Hyndla könnte auch eine Verdopplung bzw. alternative Erscheinung der Freya sein. Die germanische Liebesgöttin wurde ja von der christlichen Kirche dämonisiert. Möglicherweise ist sie daher mit dem Schmähnamen „Hündin“ belegte —  als Anspielung auf die „geile Lüsternheit“ der Freya.

Die Reise durch die Nacht

Was wir heute über Hyndla wissen, stammt aus dem Hyndlalied der Älteren Edda. Es ist das letzte Lied der Götterdichtungen und stellt den Übergang zu den Heldendichtungen dar. Im Hyndlalied wird beschrieben, wie sie ihr Wissen an die Göttin Freya weitergibt: Freya bittet Hyndla mit ihr nach Walhall zu reiten.

Dieser gemeinsame Ritt hatte für Freya den Zweck, von Hyndla zu erfahren, von welchen Ahnen ihr Günstling Ottar abstamme. Ottar braucht diese vorzüglichen genealogischen Kenntnisse der Hyndla, da er um sein Erbe gewettet hat.

Freya reitet auf einem Eber, in dem die kluge Riesin jedoch sogleich den von Freya verwandelten Ottar, deren männlichen Anhänger vermutet. Auf einem Wolf reitend folgt Hyndla widerstrebend der Göttin auf dieser gemeinsamen Reise durch die Nacht. Im Laufe des Rittes zählt nun die Riesin eine ganze Liste von Namen und einstigen Geschlechtern auf, von denen Ottar abstamme, allerdings nicht ohne ihn am Ende jeder Strophe als Schwachkopf zu beschimpfen. Als sie ihrer Aufzählung beendet hat, will Freya Hyndla auch noch dazu überreden, Ottar einen Trank zu verabreichen, der es ihm erleichtern soll, das Gehörte zu behalten.

Dies verweigert Hyndla, worauf ihr von Freya angedroht wird, sie mit einem Feuerzauber zu belegen, der in ihr unstillbares Verlangen nach körperlicher Liebe entfachen werde. Daran ist Hyndla in keinster Weise interessiert. Sie erfüllt den Wunsch Freyas, spricht aber einen Fluch über den Trank für Ottar aus, den Freya jedoch zu vereiteln weiß.

Vorlage zum „Ritt am Besen“

Der gemeinsame nächtliche Ausritt der Hyndla und der Freya durch die Lüfte ist möglicher Weise die Vorlage der „Besenritte“, die Hexen im Mittelalter angedichtet wurden.

Bemerkenswert ist, dass Hyndla vorgibt, einige der von ihr aufgezählten Personen noch selbst gekannt zu haben. Sie muss daher über ein beachtliches Alter verfügen. Damit ist die Riesin das Vorbild all jener weisen Frauen und sich durch ihr enormes Wissen und ihre Zauberkraft zu behaupten wissen.  

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