Idun – Nordische Göttin der ewigen Jugend, der Unsterblichkeit, der Fruchtbarkeit

Idun soll die lieblichste unter den Asen sein. Als Göttin ist sie die Erneuernde, nicht erzeugt noch geboren, sondern von Anfang da. Sie besitzt und hütet das ganz im Westen gelegene Apfelland, ein paradiesischer Garten mit einem Jungbrunnen.

Die erneuernde Apfelgöttin

Idun soll die lieblichste unter den Asen sein. Als Göttin ist sie die Erneuernde, nicht erzeugt noch geboren, sondern von Anfang da. Ihr Name bedeutet auch „Immergrün“.

Sie besitzt und hütet das ganz im Westen gelegene Apfelland, ein paradiesischer Garten mit einem Jungbrunnen. Damit ist Idun auch die Hüterin der goldenen Äpfel, die den Gottheiten ewige frühlingsgleiche Jugend und Unsterblichkeit verleiht. Die Asen müssen von diesen magischen Äpfel regelmäßig essen, um bis zur „Götterdämmerung“ fit zu bleiben.

Mit ihrem Jungbrunnen ist sie auch die Göttin des Himmelswassers oder des Wassers überhaupt in seiner heilkräftigen Bedeutung.

Da sie das Apfelland besitzt bzw. hütet, ist Idun natürlich auch eine Erdgöttin. Mythen erzählen, dass die Erdgöttin Jord jenen Baum erschaffen hat, der die drei Äpfel der Jugend trägt und sowohl den Ort des Baumes wie auch wertvollen die Äpfel der Idun als großes Geheimnis anvertraute.

Entführung mit weitreichenden Folgen

Einmal hatte der Riese Thjazi die Göttin Idun entführt. Dies hatte weitreichende Folgen: Ohne ihre Äpfel begannen die GöttInnen zu altern. Den Geschöpfen auf der Erde entschwand die Lebenskraft, und in Mimirs heiligem Brunnen begann die Weisheit zu versiegen.

Es wurde ein Rabe ausgesandt, um Idun zu suchen. Dieser fand sie im Totenreich der Hel und auch Bragi, ihr Gatte, war ihr dorthin gefolgt. Mit deren Verschwinden verlor die Sonne ihren Glanz, ein harter langer Winter fiel ins Land. Schneegestöber dauerte an und starker Frost, raue Winde tobten. Der Winter schien kein Ende mehr zu nehmen. Die Nahrung wurde knapp und von Iduns Äpfel, die gut gelagert noch am längsten hielten, waren auch nur mehr ganz wenige da.

Es zeigte sich, dass Loki, der Gott des Feuers, in die Sache verstrickt ist. Man zwingt ihn, Idun samt Äpfel wieder herbei zu schaffen. Er kann dies bewerkstelligen und mit der Auferstehung der Göttin wird es wieder hell, warm und fröhlich und alles wendet sich zum Guten. Die Apfelbäume stehen wieder in ihrer Blüte und auch die ganze andere Vegetation beginnt zu sprießen. Idun, die Frühlingsgöttin regiert den Monat März.

Dieser Mythos hat in vielen anderen Kulturen seine Entsprechung. Immer wieder steigen Göttinnen in die Unterwelt, um nach einiger Zeit wieder wie neu geboren zurück zu kehren. Dies findet nicht nur im Wechsel der Jahreszeiten seine Bedeutung, sondern ist auch Inbegriff von Tod und Wiedergeburt, vom natürlichen Wechsel zwischen Rückzug und Schaffenskraft. (Siehe auch PersephoneAmaterasu, Inanna.)

Schwalben als Segensbringerinnen

Im Volksglauben ist die Schwalbe das der Göttin Idun zugeordnete Tier, da die alljährliche Wiederkehr der Vögel aus dem Süden als Anzeichen für den auferstehenden Frühling gilt. Nisten Schwalben im Dach oder Gemäuer eines Wohnhauses, dann können sich die BewohnerInnen des Segens von Idun sicher sein.

Dies bedeutet Kindersegen, Gesundheit für die ganze Familie oder ein glückliches Eheleben. In manchen Gegenden ist es auch Brauch, nach der Erntezeit drei Äpfel pro Baum als Dankesgabe an die Göttin hängen zu lassen.

Erfinderin der Runenschrift

Es heißt auch, Idun hätte die Runenschrift erfunden, die ein weiterer Weg zu Erkenntnis und der Unsterblichkeit der Seele ist. Ihr Gemahl Bragi wurde der größte aller Barden, weil sie die magischen Runen in seine Zunge prägte. In manchen Auslegungen bildet Idun gemeinsam mit Freya und Frigg eine Göttinnen-Triade.

auch: Iduna, Iduun, Idunn, Idhunna, Idhunn, Ydun

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