„Erda“ ist vermutlich das althochdeutsche Wort für „Erde“. Die Erde wurde – wie in vielen anderen Kulturen auch – nicht nur als bloßer Boden unter den Füßen wahrgenommen, sondern als belebtes Wesen, als weibliche Kraft, als Göttin.
Tiefe Hüterin der Weisheit

„Erda“ ist vermutlich das althochdeutsche Wort für „Erde“. Möglicherweise ist dieser Name auch eine Ableitung der nordischen Göttin Jord. Erda erscheint auch als Ertha, Erce, Utha, Herth bzw. Edda.
Die Erde wurde – wie in vielen anderen Kulturen auch – nicht nur als bloßer Boden unter den Füßen wahrgenommen, sondern als belebtes Wesen, als weibliche Kraft, als Göttin.
Dem Mythos nach lebt Erda im tiefsten Erdinneren, damit ist sie auch eine Göttin der Unterwelt.
Es heißt, ihre Welt sei gleich neben den Wurzeln des germanischen Weltenbaumes Yggdrasil zu finden. Den nordischen Mythen nach soll sich die Erde um Yggdrasil drehen, dessen gewaltige Äste alles Leben erhalten, sowie alle Dinge und Wesen miteinander verbinden und damit die kosmische Ordnung für alle Zeiten aufrecht erhält.
Die wichtigste Aufgabe von Erda ist es, den Brunnen der Weisheit, der sich mitten in der Erde befindet, zu hüten. Mit seinem heiligen Wasser, das aus Erdas unerschöpflichem Quell der Weisheit sprudelt, speist sie die Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil mit ihren neun Welten. Diese symbolisieren das Bewusstsein der Menschen.
Erda fordert uns damit auf, bewusst zu sein: Bewusste Handlungen zu setzen, unsere Gedanken mit Bewusstsein zu steuern, unseren ganz normalen Alltag bewusst zu gestalten. Damit können wir die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins, des Unterbewusstseins und des kollektiven Bewusstseins zu einer kraftvollen Einheit verschmelzen lassen, unsere inneren Gefühls- und Gedankenwelten vereinen und in einer gesunden Balance halten.
Weisheit und Weitsicht
Erdas Macht ist so umfassend wie Yggdrasils Blätterdach, das sich über die ganze Erde erstreckt. Die Göttin und ihr magischer Brunnen werden daher oft angerufen, wenn es darum geht, jene Weisheit und Weitsicht zu erlangen, die für weitreichende Entscheidungen notwendig ist.
In der Sagenwelt erscheint Erda auch als Mutter der drei Nornen. Als diese ist Erda auch der Inbegriff des unaufhaltsamen, ja unerbittlichen Schicksals, über das sie allein bestimmt. Sie selbst sei mit den Urgeheimnissen allen Lebens vertraut.
Ursprünglich erschien sie im germanischen Mythos auch als Völva (Wala), die Wissende, die Seherin. Es heißt auch, dass die alte Erdmutter Erda der Völva die Kraft des inneren Auges verleiht, mit dem sie Wahrheiten aus dem tiefsten Inneren der Erde erfassen kann, die Äonen lang ihre Berechtigung und Gültigkeit haben. Allen, die sich mit der Kraft von Erda verbinden, ermöglicht sie, wenn sie aus ihrer tiefen inneren Weisheit schöpfen, die Gabe des „Hellen Sehens“.
Bekannt ist Erda vor allem aus der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“. Richard Wagner entnahm diesen Name der Erdgöttin aus der „Deutscher Mythologie“ der Gebrüder Grimm.
Erda ist nicht nur die Erde, sondern Ausdruck der gesamten Natur.
auch: Jord, Ertha, Utha, Herth bzw. Edda


