Mana Genita – Römische Geburts- und Todesgöttin

Mana Genita wird als Mutter bzw. Führerin der „Manes“, also der Totengeister angesehen. Sie ist die Gebieterin über Begräbnisse und sie entscheidet auch, ob Kinder tot oder lebend zur Welt kommen.

Stetiger Fluss

Mana Genita wird als Mutter bzw. Führerin der „Manes“, also der Totengeister angesehen. Sie ist die Gebieterin über Begräbnisse und sie entscheidet auch, ob Kinder tot oder lebend zur Welt kommen.

Der griechische Philosoph und Dichter Plutarch bringt den Namen dieser düster wirkenden Göttin in Zusammenhang mit dem lateinische Verb „manare“ (=fließen). Alles Leben von der Geburt bis zum Tod ist ein ständiger Fluss, der nicht aufzuhalten ist. In ihrer Funktion als Geburtsgöttin ist die fließende Kraft besonders wichtig, daher baten schwangere Frauen Mana Genita um eine „fließende Geburt“.

Der Kult der Mana Genita soll sich auch auf die minoische Geburtsgöttin Eileithyia beziehen. Wurzeln findet man auch in der „Deiua Geneta“ — wie die oscanische Name der Göttin gelautet hat, einer  ausgestorbene Sprache des südlichen Italien.

In diesen Gebieten galt sie mehr als Geburts- denn als Todesgöttin. Sie wird auch mit der Göttin Hekate in Zusammenhang gebracht, die an Wegkreuzungen steht, bei denen es ja auch immer um Entscheidungen geht — manche können in das Weiterleben, manche in den Tod führen.

Kult mit Hundeopfer

In seinem Werk „Römische Fragen“ stellt Plutarch auch Überlegungen zu einem Hundeopfer für Mana Genita an. Eine kultische Handlung, die auch in den Briefen des Plinius vorkommt.

Laut Plutarch beteten die Menschen bei diesem Opferritus für die Göttin, dass „keiner der Haussklaven gut geraten solle“. Plutarch erklärt dieses „gut“ als Euphemismus für „tot“.

Im römischen Sprachgebrauch wurde der Tod möglicherweise als „das Gute“ bezeichnet, weil man fürchtete, ihn direkt zu benennen und damit herbeizurufen. Daher wurde diese verschleierte Ausdrucksweise gewählt. Vielleicht ging es aber den römischen Sklaven so schlecht, dass der Tod nur besser als das Leben sein konnte.

Mit dem Hundeopfer — so die Überlegungen von Plutarch — wollte man verhindern, dass kein Mensch des Haushalts sterben sollte und bot der Göttin daher anstelle eines Menschen einen Hund an.
Klar ist damit, dass Mana Genita die Macht über Leben und Tod zugeschrieben wurde.

auch: Geneta Mana

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