Ceres, die große Muttergöttin der RömerInnen galt als die Göttin der Fruchtbarkeit, des Ackerbaues und der reichhaltigen Ernte, des Wachstums und der Ehe, insbesondere der Ehefrauen. Alles Lebendige entsprießt ihrem Schoß und nach dem Tode nimmt sie es wieder in sich auf.

Cerealien und Zeremonien

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Ceres, die große Muttergöttin der RömerInnen galt als die Göttin der Fruchtbarkeit, des Ackerbaues und der reichhaltigen Ernte, des Wachstums und der Ehe, insbesondere der Ehefrauen. Alles Lebendige entsprießt ihrem Schoß und nach dem Tode nimmt sie es wieder in sich auf.

Ceres, die Mutter Erde bildet mit der Himmelskönigin Juno und der Gebieterin über die Unterwelt Prosperpina die Heilige Trinität der Großen Mutter. Oft wird als die Erdgöttin selbst eher Tellus Mater angesehen, Ceres hingegen ist es, die Kraft gibt, alles wachsen zu lassen und den Pflanzen die für den Menschen notwendigen Nährstoffe gibt.

Daher werden diese beiden Göttinnen oft auch gemeinsam gefeiert. Z.B. am Ende der Aussaat im Januar. Es ist in diesem Zusammenhang auch ein Gebet an die beiden Göttinnen überliefert. Mehr dazu auf dem artedea-Blog.

Ebenso ist sie als Ceres Legiferia eine Gesetzgeberin und Heilige Richterin. Da Getreide das wichtigste Grundnahrungsmittel Roms war, ist der Einfluss der Göttin auf das Rechtswesen verständlich.

Sie ist eine der wenigen Gottheiten, die in den Zwölftafelgesetzen vorkommt. Auf  Tafel VIII ist zu lesen, dass jede Person, die von anderen angebaute Feldfrüchte nachts abweiden ließ oder einsammelte, als Rache der Ceres auf einem Baum erhängt werden soll.

Cerealien, Cervisia und Kreativität

Ihr Kult ist seit dem 7. Jh. v.d.Z. nachweisbar. Sie ist die Tochter der Göttin Ops und des Saturns. Ceres wird weitestgehend als Pendant der griechischen Göttin Demeter angesehen. Sie hatte davor aber auch eine eigene Identität.

Ihre ursprüngliche Bedeutung erschließt sich aus ihrem Namen, der in Wörtern enthalten ist, wie crescere – wachsen und creare – wählen oder cernere – entscheiden. Unser Wort «kreieren» drückt sehr gut die wesentliche Kraft von Ceres als große Erdmutter aus. Sie ist eine Schöpfungsgöttin von allem Leben auf dieser Erde und nicht nur von den nach ihr benannten «Cerealien» oder dem «Cervisia» (für Bier), wenngleich dies als nette Gaben der Göttin anzusehen sind.

Oft trägt die Göttin auf Darstellungen einen Hut aus Trauben oder eine Ährenkrone aus Weizen und Gerste sowie ein Gewand aus Feldfrüchten – dies alles als direktes Symbol für die Nahrung. Heilig waren der Ceres auch der Mohn. Dieser galt auch eine Gabe der Demeter.

Schon bei der babylonischen Ischtar war Mohn ein Symbol. Man vermutet, dies sei der vielen Samen der Mohnkapsel wegen geschehen, welche Fruchtbarkeit symbolisieren sollen.



Füllhorn, Fackeln und Sichel

Ceres wird mit weizenblonden, also goldblonden, Haaren dargestellt, die oft lang, manchmal auch zu Zöpfen geflochten sind. Manchmal trägt sie auch ein Füllhorn als mythologisches Symbol des materiellen Glückes oder eine Fackel als Symbol des Schutzes über den Mysterienkult.

Mit Fackeln gehen immer noch Menschen zum Erntedankfest über ihre Felder, um mit der Kraft der Göttin Ceres die Ernte und die neue Saat zu schützen. Die Sichel, die Ceres auch auf manchen Abbildungen trägt, ist ihr Zeichen, dass sich Menschen an ihren Gaben und Früchten bedienen dürfen.

Und natürlich ist dies auch das Symbol des Abtrennens und Todes, auf den mit dem Wohlwollen der Göttin im kommenden Jahr eine Wiedergeburt folgt. Das heilige Tier von Ceres ist das Schwein, ein in der Erde wühlendes Tier, das auch bei anderen Göttinnen als Fruchtbarkeitssymbol gilt.

Das Aufbrechen der Erde und das sich Suhlen in dieser war Anzeichen für den Übergang zum Ackerbau. Die Menschen konnten in den Schweinefurchen das Aufgehen von Samen beobachten. Ceres soll ihnen damit den Ackerbau gelehrt haben, dessen Schutzgöttin sie auch ist. In ihrer Eigenschaft als Erdgöttin treten als Begleiterinnen der Ceres ab und zu auch Schlangen in Erscheinung.

Diese leben in Klüften und Felsen und kriechen auf der Erde und sind ihrer Häutungen wegen auch Symbol für Tod und Wiedergeburt. In Darstellungen der vier Jahreszeiten verkörpert Ceres den Sommer.

Bewacherin der Rechte der Ehefrauen

Ceres ist eine Göttin aus matriarchalen Zeiten. In der frühen römischen Gemeinde wachte Ceres über die Rechte der Ehefrauen. Wollte sich ein Mann von seiner Frau ohne Gründe scheiden lassen, so musste er dieser und der Göttin einen Teil seines Vermögens überlassen. Die Tochter von Ceres ist  Proserpina  (auch Feronia genannt).

Der Mythos um Ceres und Proserpina ist weitgehend mit jenem der griechischen Göttinnen Demeter und Persephone gleich zu setzen. Immer noch werden zu Ehren von Ceres nach ihr benannte «Zeremonien» abgehalten. Die bekanntesten sind Erntedankfeste, bei denen Frauen gut mit der Göttin in Verbindung treten können.

Auch eine kleine persönliche Zeremonie, in der geehrt wird, was für viele Menschen nicht selbstverständlich ist — gute Nahrung, Wohlstand, (persönliches) Wachstum, Lebendigkeit und Gesundheit — erfreut Ceres.

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