In Korea gibt es drei Göttinnen, die Frauen bei den Geburten schützen und unterstützen – die Samsin Halmoni. Bisweilen wird sie auch als „große Großmutter“ wahrgenommen, die Urmutter, die Müttern ihre Babys bringt.

Die Großmutter der Plazenta

In Korea gibt es drei Göttinnen, die Frauen bei den Geburten schützen und unterstützen – die Samsin Halmoni. Bisweilen wird sie auch als „große Großmutter“ wahrgenommen, die Urmutter, die Müttern ihre Babys bringt.

Sam ist in der koreanischen Mundart auch das Wort für Plazenta. Halmoni heißt auf koreanisch „Großmutter“.
Dem Mythos nach macht die Göttin die Kinder, indem sie aus zwei verschiedenen Fäden von zwei Menschen die Nabelschnur zusammenzwirbelt.

Schamaninnen, die auch die Namen der Göttinnen „Samsin Halmoni“ bzw. Sambaraji  oder Sambul tragen, haben sich auf Geburtsrituale spezialisiert. 

Sowohl bei der Geburt eines Kindes wie auch bei Geburtstagsfesten ist es daher üblich, dass eine Schamanin die Göttin anruft und ihr als Weihegabe ein gekochtes Gericht aus Reis, Sojasauce und Wein darbringt.
Bei der Geburt schlägt die Schamanin eine Kürbistrommel im Takt ihrer Gebete, so wird die Göttin um eine komplikationsfreie Niederkunft gebeten. 

Während der ersten sieben Tage nach der Geburt werden jeweils am Morgen und am Abend den Samsin Halmoni eine spezielle Suppe aus Reis und Seetang angeboten. Diese isst auch die Mutter, um wieder zu Kräften zu kommen. Am 14. und 21. Tag nach der Geburt werden den Göttinnen ganz besondere Gaben dargebracht.

Ein besonderes Fest wird am 100. Tag nach der Geburt eines Kindes gefeiert. Da wird den Göttinnen nochmals gedankt und dem Baby ein langes und erfolgreiches Leben gewunschen. Dabei gibt es auch einige Weissagungs-Rituale.
Auf einen runden Tisch werden mehrere Geschenke für das Neugeborene gelegt. Es wird als Orakel für sein zukünftiges Leben angesehen, zu welchen das Kind als erstes greift. Ist dies z.B. ein Faden, dann bedeutetdas ein langes Leben, ein Notizblock prophezeit, dass es gut lernen wird und Reis, dass es immer gesund sein wird. Der runde Tisch soll für ein sanftes Leben ohne Not und Konflikte stehen.
Es werden auch Kuchen aus roten Bohnen in allen Himmelsrichtungen rund um das Haus platziert, das soll dem Baby Glück bringen. Ein Reisgericht soll mit 100 Menschen geteilt werden —  für ein langes Leben für das Kind. 

Viele Kinder in Korea und der Mongolei haben bei der Geburt blaue Flecken am Po. Man glaubt, das kommt daher, dass das Kind vor der Geburt von Samshin Halmoni einen Klaps bekommt, damit es weiß, dass es an der Zeit ist, auf die Welt zu kommen.

Kinder werden von Samsin Halmoni in ihren ersten sieben Lebensjahren beschützt. Danach ist Ch-ilsong, der Gott der sieben Sterne (Ursa Major) für die Sicherheit der Kinder zuständig. 

Samsin Halmoni wird als alte matriarchale Göttin auch als die Mutter der koreanischen Nation angesehen.

auch: Samshin Halmoni, Samseung-halmang, Kusamseung-halmang 

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