Sambatu – Afrikanische Göttin der Ruhe

Der kuschitische Stamm der Gallas in Äthiopien kennt eine Göttin der Ruhe – Sambatu. Als Göttin der Ruhe- und auch der Feiertage wird Sambatu als freudvoll, heiter und fröhlich erlebt.

Entspannung und Muße

 Der kuschitische Stamm der Gallas in Äthiopien kennt eine Göttin der Ruhe – Sambatu. Es ist klar, dass auf Aktivität auch Passivität folgen muss, bzw. dass alle Aktivität nur aus einem wirklichen Ruhezustand heraus geschehen kann.

Um diese Ruhezeiten auch wirklich zu gewährleisten, wurden spezielle Zeiten dafür bestimmt, an denen nichts getan werden darf. Damit ist diese ruhige Zeit für alle verbindlich. Die Göttin gab den Menschen den Wochenzyklus wie sie Frauen den monatlichen Zyklus gab.

Diese Tradition der rituellen Ruhezeit der Göttin Sambatu ist in den jüdischen Glauben in Form des Sabbath übergegangen und auch erhalten geblieben. Damit ist sie auch die Göttin des Samstags.

Das Volk der Gallas heißt die Göttin Sambatu als „Braut und Königin“ in den Zeiten der Ruhe, Entspannung und Muße willkommen. Aus ihr kommt alle Kraft, sie verhilft Menschen, (wieder) in ihr Zentrum zu gelangen. Speziell Frauen unterstützt sie dabei, Ruhe und Gelassenheit zu bewahren und auch einzufordern.

Es ist deren gutes und natürliches Recht, zu rasten, auf Geleistetes zu blicken, Kraft zu schöpfen. Sie erinnert daran, dass Müßiggang und „Faulheit“ keine Zeitverschwendung, keine verlorene Zeit, sondern viel mehr ein Gewinn ist. Sie lehrt Frauen, auf ihre körperlichen Zyklen zu achten und sich immer wieder mit der Erdkraft zu verbinden – aus deren Ruhe und Beständigkeit heraus neue Impulse und neue Schöpfungskraft entstehen kann.

So veränderte sich in den letzten Jahrtausenden die Erdrotation nicht einmal um eine tausendstel Sekunde! Wie kann also ein ganzer Ruhe-Tag ein „verlorener Tag“ sein, wenn in der langen Erdgeschichte nicht einmal eine Sekunde verloren gegangen ist?

Als Göttin der Ruhe- und auch der Feiertage wird Sambatu als freudvoll, heiter und fröhlich erlebt. 
Sie achtet auch darauf, dass Feiern für Frauen nicht schon wieder neue anstrengende Arbeit bedeuten. Sie legt Wert darauf, dass Frauen in Zeiten, in denen gefeiert wird, einfach auch nur entspannt dasitzen und sich bedienen lassen können.

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