Nemain – Gallisch-keltisch-irische Göttin des Krieges, des Todes und der Trauer

Neben ihren Schrecken erregenden Funktionen steht Nemain als Göttin auch für die (sexuelle) Ekstase und die damit verbundene Fruchtbarkeit. Sie ist keine leise Gestalt sondern in allem, was sie bewirkt und hervorruft durch und durch leidenschaftlich.

 Die Ekstatische

Neben ihren Schrecken erregenden Funktionen steht Nemain als Göttin auch für die (sexuelle) Ekstase und die damit verbundene Fruchtbarkeit. Sie ist keine leise Gestalt sondern in allem, was sie bewirkt und hervorruft durch und durch leidenschaftlich. Ekstatisch!

Sie ist die Stammesgöttin der NemeterInnen (ein Stamm der vor der Romanisierung im Gebiet am Rhein zwischen Pfalz und Bodensee lebte). Mit dem Namen Nemetona etymologisch verwandt ist der Begriff „Nemeton“, was einen heiligen Bezirk, ein geweihter Hain oder einen Schrein bezeichnet.
Nemain ist daher auch eine Schutzgöttin der Heiligtümer.

Heilige Stätten im Wald

In den Alpen wurde noch sehr lange eine Gruppe von Göttinnen verehrt, die Nemetialen genannt wurden. Unter ihrem Schutz standen auch hier die heiligen Stätten, die bei den KeltInnen stets im Wald sich befanden. Daher sind ihr auch der Wald als solcher und das in Nemetien reichlich fließende Wasser heilig.

Nemain wird oft mit der römischen Minerva gleichgesetzt und mit thermischen Wassern und Fruchtbarkeitsriten verbunden. Die Wurzelverwandtschaft ihres Namens mit dem keltischen Wort für Ekstase („nemain“) lässt vermuten, dass sie mit der für diese Zeit häufigen sexualmagischen Riten angebetet wurde.

Sexuelle Energie als Verbindung zu göttlichen Kräften

Der rituelle Geschlechtsverkehr durch Priester und Priesterin war in der Volksreligion Europas der Akt, in dem die sexuelle Energie die Verbindung zu den göttlichen Kräften herstellte und durch den u.a. das Ackerland zur Fruchtbarkeit gesegnet wurde.

Der sexuellen Lust kam – ganz im Unterschied zum lustfeindlichen Christentum – die Bedeutung einer heiligen Kraft zu. Nemain ist vielschichtig: Ekstase kann in der Sexualität erlebt werden, aber genau so gut als „Kriegsrausch“ übersetzt werden. Ihr werden zum einen Kampftüchtigkeit zum anderen aber auch Kunstfertigkeit und Heilkraft zugeordnet.

Sie ist die Mutter der Trauer und der Totenklage, in ihrem Zeichen stehen die heulenden Ekstasen des Kummers und der Klage. Diese haben sehr oft eine sehr reinigende und heilende Wirkung. Das gilt sowohl für die Hinterbliebenen wie auch für die Dahingeschiedenen, die sich durch dieses Klagen orientieren können und geläutert werden.

Nemain geleitet zu diesem rituellen Klagegesang die Geister der Toten zu ihrer endgültigen Heimstätte. Nemain gehört gemeinsam mit Morrigan und Badb zur einer Göttinnen-Triade.

auch: Nemetona, Neman, Nemon, Nemainn

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