Anath – Altägyptische und altsyrische große Göttin des Lebens und des Todes

Anath wird als Göttin der Berge, der Vorsehung und als Schutzgöttin gegen wilde Tiere verehrt. Ihr Name bedeutet „Vorsorge“, „Vorsehung“ oder „Himmelswille“.

 Himmelswille

Verehrt wurde Anath vor allem in Ugarit, einem Stadtstaat im heutigen Nord-Syrien und während der Bronzezeit ein wichtiges Handelszentrum.

Sie wird auch als Göttin der Berge, der Vorsehung und als Schutzgöttin gegen wilde Tiere verehrt. Ihr Name bedeutet „Vorsorge“, „Vorsehung“ oder „Himmelswille“.

Sie ist die Tochter der Göttin Aschera und des Gottes El. Sie ist die Urmutter, aus der das Weltall und alle GöttInnen hervorgegangen sind.

Dem Mythos nach verliert sie als Liebesgöttin niemals ihre „Jungfräulichkeit“, obwohl sie Geliebte aller Götter ist. Wie bei vielen anderen „jungfräulichen Göttinnen“ ist dies nicht Ausdruck von sexueller Unberührtheit. 
Die Jungfrau war die „Eine-in-Sich“ — eine ungebundene, nicht verheiratete Frau. Gerade weil sie sich keinem männlichen Wesen zugehörig fühlt, konnte sie Beziehungen zu allen Männern (oder Göttern) haben.
​Als Göttin hat sie Fähigkeit, sich in ihrer natürlichen zyklische Kraft sich immer wieder selbst zu erneuern.

Aggressiv und fürsorglich

Anath ist eine Göttin, welche sehr schnell gekränkt sein kann und dann zornig wird, aber auch sehr gutmütig und fürsorglich sein kann. So wird sie zum einen als aggressive und mitleidlose Kriegsgöttin bekannt, grausam und blutrünstig, die im Blut ihrer menschlichen Opfer watet und sich mit Schädeln und den Händen der von ihr Ermordeten schmückt.

Zum anderen wird Anath als Fruchtbarkeitsgöttin und Göttin der Sexualität verehrt und öfters auch mit dem Gott Min in Zusammenhang gebracht (dessen aktive Potenz auf Abbildungen immer mit erigiertem Phallus dargestellt wird).

Sie soll einen wilden Stier geboren haben, dessen Vater ihr Bruder und Liebhaber der syrische Gott Ba’al war. Anath wird daher oft mit den symbolischen Kuhhörnern dargestellt, was von der Hathor übernommen wurde.

Die Legende erzählt, dass Mot, der Gott des Todes und der Dürre, Ba’al, den Bruder von Anath in die Unterwelt gelockt hat, ihn dort sterben ließ und auch seine Leiche nicht heraus gab. Daraufhin stürzte Anath wutentbrannt in die Unterwelt, zerstückelte Mot mit einer Sense und verstreute dessen Überreste über die Welt.

Der dadurch erlöste Ba’al kam wieder auf die Erde und brachte neue Fruchtbarkeit über das Land. Dieser Mythos erinnert an Inanna und Dumuzi bzw. Ischtar und Tammuz.

Da Anath so viele unterschiedliche Eigenschaften hat, kann sie —  quasi als Universalgöttin —  für alle möglichen Lebensbereiche um Unterstützung gebeten werden: In Liebesdingen, für die Fruchtbarkeit, zur Unterstützung der sexuellen Lust, zum Schutz aber auch, wenn Frauen einmal dabei die richtige Energie brauchen, um aggressiv, wütend und grausam zu sein.

auch: Anat, Anata, Anath, Anit

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