Arinna – Hethitische Königin des Himmels und der Erde

Arinna war die Beschützerin der jeweiligen Königin, die auch ihre höchste Priesterin ist. Sie ist eine warme, freundliche und sonnige Göttin, die ihre Arme weit ausbreitet und Licht und Wärme über das Erdenrund strahlt.

Die sonnige Friedensgöttin

Arinna

Arinna war die Beschützerin der jeweiligen Königin, die auch ihre höchste Priesterin ist. Eigentlich ist Arinna der Name einer hethitischen Stadt, nach der eine Göttin „Sonne von Arinna“ genannt wurde.

Sie ist eine warme, freundliche und sonnige Göttin, die ihre Arme weit ausbreitet und Licht und Wärme über das Erdenrund strahlt. Als oberste Göttin besaß die Sonnengöttin von Arinna bedeutende göttliche Autorität. Sie war die spirituelle Beschützerin des hethitischen Königreichs, bewahrte es vor äußeren Bedrohungen und sicherte seinen Wohlstand.
Sie galt als Mutter aller Menschen und als Quelle aller Wärme.

Helferin in Schlachten

Auf Arinna ist immer Verlass. Sie gibt Sicherheit, bringt Frieden und schützt vor Krieg und Katastrophen. Als „Königin aller Länder“ verkörperte die Sonnengöttin die Einheit und Identität des hethitischen Reiches. Dies sicherte den Frieden zwischen den einzelnen Stämmen und Kulten, weil es klar war, dass alle von der selben Sonne beschienen sind und damit gemeinsam auf deren Wohlwollen angewiesen sind. Dieser verbindende Aspekt war entscheidend für den Zusammenhalt und die Stabilität des ausgedehnten hethitischen Staates.
Darüber hinaus ist sie eine Helferin in Schlachten – jene gegen äußere und auch innere Feinde. Wenn sich Menschen in ihrem Innersten in einer Art Kriegszustand befindet, ist es gut, mit dieser Göttin Kontakt aufzunehmen.

Sie bestrahlt die verschiedenen Wesensanteile mit ihrer Güte und besänftigt, klärt und beruhigt damit. Das wirkt auch gegen den „inneren Krieg“ den viele gegen sich selbst führen. Als große Mutter tanzt sie fortwährend ihren fröhlichen Tanz im Himmel rund um die Erde bzw. zwischen Sonne und Erde. In ihren Tempeln wurden goldene, silberne und kupferne Sonnenscheiben aufbewahrt, die als heilige Symbole ihrer göttlichen Präsenz galten und in den Ritualen für sie eine bedeutende Rolle einnahmen.

Hochzeit des königlichen Paares

Arinna ist mit dem Wettergott vermählt. Dem göttlichen Paar zu Ehren hielten die Königin und der König jedes Jahr zur Sommersonnenwende aufs Neue die „Heilige Hochzeit“ ab.

Die Menschen vertrauten darauf, dass die Kombination der Gaben der Sonnengöttin (Licht und Hitze) verbunden mit jenen des Wettergottes (Regen) das Land fruchtbar machen. Nur mit der Förderung und dem Wohlwollen der Sonnengöttin hatten die Herrschenden ihre Legitimation, die sich in blühenden und gedeihenden Feldern ausdrückte.

War dies einmal nicht der Fall, war dies ein eindeutiges Zeichen, dass Arinna der Königin und dem König ihre Gunst entzogen hat. Manchmal wird sie mit der hurritischen Himmelsgöttin Hebat gleichgesetzt. Beider Gatte ist der Wettergott Teschub.

auch: Ariniddu, Arinnitti, Wurusemu, Wuru(n)šemu

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