Epona – Keltisch-gallisch-sächsische Göttin der Pferde und Fruchtbarkeitsgöttin

Eponada steht als Pferdegöttin auch für die Fortbewegung, als Fruchtbarkeitsgöttin ist sie die Beschützerin der Fauna und Flora.

Die göttliche Stute

Eponada steht als Pferdegöttin auch für die Fortbewegung, als Fruchtbarkeitsgöttin ist sie die Beschützerin der Fauna und Flora.

Ursprünglich wurde Epona in der Gestalt eines Pferdes, als „Göttliche Stute“ gesehen und dargestellt. In späteren Darstellungen erhielt die Göttin eine menschliche Gestalt.

Auf Reliefs oder kleinen Statuetten sieht man sie entweder seitlich auf einem Pferd wie auf einem Thron sitzend bzw. auf einem Pferd reitend.
Andere Darstellungen zeigen sie auf einem Thronstuhl mit einer Schüssel oder einem Füllhorn voll von Gaben der Erde auf dem Schoß — was ihren Aspekt als Fruchbarkeitsgöttin verdeutlicht. Immer — auch auf diesen Throndarstellungen —  ist sie von Pferden bzw. auch Eseln oder Maultieren umgeben.

Stärke und Geschwindigkeit als Gaben der Epona

Überall in Europa gibt es heute noch Schreine und heilige Plätze der Göttin Epona. So fanden sich Epona-Reliefs in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Einer ihrer wichtigsten Schreine stand in Stuttgart, ihrem Stuten-Garten.

Eine sehr bekannte Statue der Göttin, die „Epona von Alesia“ wurde 1966 in Ostfrankreich gefunden. Die Pferdegöttin Epona hatte deshalb eine solch große Bedeutung, weil Pferde früher das einzige schnelle Fortbewegungsmittel der Menschen waren und viele Arbeiten durch Pferde wesentlich erleichtert und beschleunigt wurden. Pferde bedeuten Kraft, Stärke, Energie, Beweglichkeit und Geschwindigkeit. Eigenschaften, die auch der Göttin selbst zugeschrieben wurden.

Immer wieder wird von mythologischen reitenden Frauengestalten berichtet, die damit beeindruckten. Wie wichtig Pferde für Menschen waren, zeigt sich auch in Berichten von frühen keltischen Nomandenstämmen in denen es heißt, dass die Stammesführer rituell mit Stuten verheiratet wurden, damit ihre Regentschaft gesegnet ist.

Noch im 11. Jahrhundert n.u.Z. wurden irische Könige symbolisch mit einer weißen Stute vereint. Diese Vereinigung in Krönungsritualen soll den Herrschern erst die Staatsgewalt gegeben haben.

Ursprünglich stammt Epona aus der Eisenzeit Britanniens. Keltische und germanische Kavalleristen in römischen Diensten verbreiteten ihren Kult im ganzen Imperium, sodass die Göttin im Laufe der Zeit vom heutigen Portugal bis Osteuropa bekannt war und schließlich auch als einzige Gottheit eines nördlichen „Barbarenvolkes“ von römischen Adeligen verehrt wurde.
ReiterInnen und ZüchterInnen riefen sie nach Inschriften und Weihereliefs mehr oder weniger ausschließlich als Schützerin der Pferde und besonders der Fohlen an.

Schutzgöttin der Kavallerie

Eigentlich ist Epona friedlich und will auch die Kraft und Stärke ihrer Pferde den Menschen für friedliche Zwecke zur Verfügung stellen. Als jedoch die römischen Truppen Epona als Göttin der Pferde und der Reiterei übernahmen, bekam sie aber auch den Beigeschmack einer Kriegsgöttin.

Epona und die ursprüngliche römische Kriegsgöttin Bellona wurden in der Folge mitunter in gleicher Art dargestellt. Epona wurde nicht nur als Schutzgöttin der Kavallerie, sondern auch der Wagenführer verehrt.

In den keltischen Gebieten wurden jedoch Pferde als besonders tüchtige und belastbare Nutz- und Lasttiere gezüchtet und für diese galt auch der Schutz der Göttin Epona — und keine Kriegsrosse oder Rennpferde. Der Name Epona ist mit dem gallischen Wort „epos“, dem lateinischen „equus“ bzw. dem griechischen „hippos“ verwandt, diese bedeuten alle „Pferd“. Auch in unserer Bezeichnung „Pony“ ist die Göttin noch vorhanden.

Stute mit Fohlen als Fruchtbarkeitsaspekt

Doch nicht nur Pferde fallen in den Zuständigkeitsbereich von Epona. Sie gilt auch als die Beschützerin der gesamten Fauna und Flora und ist damit auch eine Göttin der Fruchtbarkeit, der Vegetation, der Fülle und des Wachstums.

Ihr Fruchtbarkeitsaspekt symbolisiert sich u.a. darin, dass ihr Symboltier kein Hengst, sondern eine Stute ist, der zur stärkeren Verdeutlichung ein Fohlen beigegeben sein kann.

Sie wird daher oft auch mit Füllhorn dargestellt aus dem sie die Gaben der Erde verteilt, sowie mit Getreideähren und Früchten, speziell mit Äpfeln.

In Norditalien wurde ein Inschrift gefunden, die Epona mit der römischen Göttin Ops gleichsetzt. Die Bedeutung der Pferde schien allerdings so groß gewesen zu sein, dass Epona von der großen allumfassenden Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin mehr und mehr auf eine Pferdegöttin reduziert wurde.

Gerade durch ihre Beziehung zum Pferd, das seit jeher als Totemtier und Krafttier schamanischer Fähigkeiten heilig ist, gilt Epona auch als Göttin der Anderswelt und Führerin ins Jenseits und zur Wiedergeburt.
Sie soll auch die Schlüssel zu den Türen in die Unterwelt besitzen bzw. hüten.

Schutz und Geborgenheit

Darüber hinaus gewährt Epona auch Schutz und Geborgenheit, was auf vielen Darstellungen mit einer Mauerkrone symbolisiert wird, mit der Epona geschmückt ist.
Ihre Heilungs- und Wiedergeburtsaspekte drücken sich an Heiligen Quellen aus, deren Beschützerin sie ist und an denen sie verehrt wurde.

Die Abstammung von Epona wird einerseits darauf zurückgeführt, dass sie die Tochter einer Pferdestute und eines menschlichen Mannes ist. Was ihr ermöglicht, dass sie selbst ihre Gestalt zwischen Mensch und Pferd nach Belieben wandeln kann.

Andererseits besagt ein druidisches Rätsel, dass Epona die Tochter eines gewissen Furius Stellus (= Roter Stern) und einer weißen Stute sei. Gemeint ist mit diesem Furius Stellus wahrscheinlich der römische Gott Mars bzw. der germanische Teutates und mit der weißen Stute keine andere als Rigani, die gallische Muttergöttin bzw. die keltische Rhiannon.

Damit ist Epona die Tochter des höchsten göttlichen Paares im keltisch-gallischen Panteon bzw. die Tochter eines römischen Gottes und einer keltischen Göttin.

Symbiose zwischen Tieren und Menschen

Die Pferdegöttin Epona ist heute noch sehr bekannt und damit lebendig. Kaum eine Firma, die etwas mit Pferdezucht, Pferdenahrung, Reitutensilien zu tun hat, die sich nicht in irgendeiner Art und Weise auf sie beruft. Epona steht einerseits für die Symbiose zwischen Tieren und Menschen.

Andererseits verkörpert sie den Archetyp der wilden, unabhängigen Frau, die mit „Pferdestärken“ umzugehen weiß — etwas, was gerade in den vielen Pferde- und reitbegeisterten Mädchen und jungen Frauen von heute sehr lebendig weiterlebt.

Epona ist eine Göttin, die bei allen Vorhaben, die Kraft erfordern hilft. Sie befähigt, auch im übertragenen Sinne über alle Hindernisse zu springen, allerdings ist es wichtig, dass man dabei die Zügel fest in der Hand hat …  

auch: Epana

 

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