Elektra steht für die (elektrischen) Gewitterwolken, die durch die wiederkehrende Sonne beleuchtet sind. Damit sind diese Wolken zwar sehr bedrohlich, doch man weiß, dass es auch bald wieder hell wird. Sie wird daher auch als „die Goldhelle“ bezeichnet.
Die Goldhelle

Elektra steht für die (elektrischen) Gewitterwolken, die durch die wiederkehrende Sonne beleuchtet sind. Damit sind diese Wolken zwar sehr bedrohlich, doch man weiß, dass es auch bald wieder hell wird. Sie wird daher auch als „die Goldhelle“ bezeichnet. Sie ist eine kraftvolle Lebensbringerin und bringt mit den Gewittern das lebensnotwendige Wasser. Sie steht auch für elektrische Ladung, die sich in den Blitzen äußert. Und ist im übertragenen Sinne auch der „zündende Funken“, der Ideen und Projekte in Gang bringt.
Unter dem Namen Elektra sind mehrere Frauengestalten der griechischen Mythologie bekannt.
Eine davon ist eine Okeanide — eine Tochter der Thethys und des Okeanos.
Diese Elektra ist mit Thaumas verheiratet und Mutter der Iris, des Iasios sowie der Windgöttinnen Harpyien, deren Zahl je nach Überlieferung zwischen zwei und fünf schwankt.
Namentlich sind folgende Harpyien in der Aeneis erwähnt: Aello (Windbö, Sturm), Ocypetes (die Stromschnelle, Schnellfüßige), Podarge (die Schnellfliegende, leichte Flügel), Kelaino bzw. Celaeno (die Dunkle). Elektra soll auch die Mutter von Harmonia gewesen sein, deren Vater Zeus war.
Andererseits gilt Elektra als eine der Plejaden und damit als Tochter der Pleione und ihrem Mann, dem Titanen Atlas, jenem der im Norden das Himmelsgewölbe trägt. Ihre Schwestern in dieser Konstellation sind: Merope, die Eloquente, Alkyone, die dem Sturm gewahr ist, Asterope, die Funkelnde, Celaeno, die Dunkelhäutige sowie Maia, die Mutter bzw. Amme oder Nährende und Taygete. die mit dem langen Hals genannt.
Elektra ist die Mutter von Dardanos, des legendären Begründers von Troja, dessen Name noch heute in den Dardanellen enthalten ist.
Sonne durch Gewitterwolken
Als Göttin der stürmischen Wolken ist sie bedrohlich, doch sie ist auch für den sprichwörtlichen Silberstreifen am Horizont verantwortlich. Man kann sie erkennen, wenn die Sonne durch die Gewitterwolken scheint. Wenn das Unwetter vorbei ist, dann bringt sie Iris zu Welt und damit ist sie die Mutter der Regenbogengöttin, die die Hoffnung wieder bringt.
Der Name Elektra, von dem sich das Wort Elektrizität ableitet, stammt von der Bezeichnung dieser Gewitterwolken, da in ihnen oft Blitze zu sehen waren. Ursprünglich bedeutete der Name, der aus dem Griechischen stammt „die Strahlende“, die „Helle“ oder die „Brillante“.
Die typische „Vatertochter“
Darüber hinaus gibt es in der griechisch-römischen Sage eine Elektra als Tochter der Klytaimnestra und des Agamemnon von Mykene. Nach der Ermordung ihres Vaters durch ihre Mutter und deren Liebhaber Aigisthos. rettete sie ihren Bruder Orestes. Klytaimnestra empfand keinerlei Reue über den Mord an ihrem Mann, da er ihrer Meinung nach Tod verdient habe, da er ihre andere Tochter Iphigenie am Altar der Artemis opferte.
Elektra jedoch — in tiefer Trauer um ihren Vater — wollte in Orestes einen Rächer jenes Mordes an ihrem Vater erziehen lassen. Sie selbst wurde von Aigisthos aufs schmachvollste behandelt und an einen geringen Mann aus Argos verheiratet, der sie jedoch nicht berührte. Als Orestes zurückkehrte, war sie diesem behilflich, an Aigisthos und Klytaimnestra Rache zu nehmen.
Nach Vollstreckung dieser Tat wurde sie mit Pylades, dem treuen Freund ihres Bruders, vermählt und bekam zwei Söhne Medon und Strophios.
Ihre Geschichte ist von Äschylos, Sophokles und Euripides dramatisch behandelt worden. Und auf der Tragödie von Sophokles beruht auch das Libretto für die Oper „Elektra“ von Richard Strauss.
Man meint daher, dass diese Elektra eine rein literarische Erfindung ist, die jeden mythologischen oder historischen Hintergrund entbehrt. Da sie aber eine zentrale Figur in der griechischen Mythologie ist, ist das wohl nicht ganz zutreffend. Verschiedene Naturereignisse, wie eben Gewitter und Blitze wurden sehr oft mit Gottheiten in Verbindung gebracht. Elektra ist als personifiziertes Gewitter eine Göttin. Und die literarische Bearbeitung durch die griechischen Tragödiendichter fußt offenbar auf einer archaischen Frauenfigur, der Göttin Elektra.
In der Psychologie nennt man „Elektra-Frauen“ jene, die ein übersteigertes Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Vater haben.
auch: Electra, Elektre


