Medusa steht vor allem für den Schutz der Frauen, sie ist die Göttin der Masken, des wilden Blickes und des „weisen Blutes“. Ursprünglich war sie die Schlangengöttin der libyschen Amazonen und verkörperte das weibliche Wissen.

Wilder Blick

Medusa steht vor allem für den Schutz der Frauen, sie ist die Göttin der Masken, des wilden Blickes und des „weisen Blutes“.

Medusa wird mit zwei Figuren der griechischen Mythologie in Verbindung gebracht: Mit einer hell singenden Nymphe der Hesperiden, die die Goldenen Äpfel hüteten bzw. mit einer Gorgo —  einem Ungeheuer mit Schlangenhaaren.

Die Macht des Menstruationsblutes

Medusa scheint aber nicht der Name von zwei verschiedenen mythologischen Figuren gewesen zu sein, sondern es handelt sich wahrscheinlich vielmehr um ein und die selbe Göttin. Die Gorgonen gehören zu den vorolympischen Gottheiten. Medusa ist die einzige der drei Gorgonen, die sterblich war.

Ursprünglich war sie die Schlangengöttin der libyschen Amazonen und verkörperte das weibliche Wissen. Ihr Blut soll so mächtig gewesen sein, dass sie damit Leben kreieren oder Tod bringen kann. Dies wird auch durch die zwei schwarzen Schwäne, die sie begleiten, dargestellt. Sie blicken immer in entgegen gesetzte Richtungen.

Mit ihrem Blut ist wahrscheinlich das Menstruationsblut gemeint, das in vielen Völkern als mächtiges Zaubermittel galt und daher auch (von den Männern) sehr gefürchtet ist. Naturvölker glauben oft, dass der Blick einer menstruierenden Frau einen Mann in Stein verwandeln und damit töten kann. In diesem Zustand ist eine Frau auch schließlich eine Todesgöttin, da sie das Ei abstößt und kein neues Leben in die Welt bringt.

In diesem Zusammenhang wurde Medusa auch als Mondgöttin (vor allem als Göttin des Vollmonds) verehrt, die den Feldern den fruchtbaren Regen brachte.

Schleier verbirgt den Blick in die Zukunft

Medusa wird als sehr mächtige Göttin beschrieben, gleichzeitig als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Weil sie auch die Zukunft ist, trägt sie einen Schleier, denn Sterbliche dürfen nicht wissen, was sich hinter ihrem Schleier (in der Zukunft) verbirgt. Sollte es doch jemanden gelingen, den Schleier zu lüften, so bedeutet dies den sicheren Tod. In dieses zukünftige Angesicht zu blicken, würde einen Menschen sofort vor Schreck versteinern lassen.

Die Mutter von Medusa ist das Seeungeheuer Keto und wie diese wird Medusa als schönwangig bezeichnet, denn im Mythos war sie anfangs eine Schönheit. Als schöne Gorgonnen-Prinzessin wurde sie zur Hesperide und bewachte die goldenen Äpfel der Hera in deren Garten am Rande der Erde.

Dabei wäre es auch geblieben, hätte sich Medusa nicht mit Poseidon eingelassen und sich den Zorn der Athena zugezogen.

Die Umwandlung durch Athena

Im bekannten Medusa-Mythos legte sich nämlich eines Tages Poseidon, der Gott mit dunklen Locken, zur sterblichen Medusa ins weiche Gras mit hübschen Frühlingsblumen. Diese Erzählung erinnert an den Mythos der Persephone.

Auch sie wurde zwischen Frühlingsblumen von einem dunklen Gott geraubt und kam, als wäre sie eine Sterbliche, unter die Toten. Von Persephone sagt man auch, sie solle den Kopf der Medusa denen entgegen schicken, die zu ihr in die Unterwelt eindringen wollen. Das ist gleichsam der andere Aspekt der schönen Persephone. Es sollte aber nicht beim Gelage im Grase geblieben sein, alles weitere hat angeblich in einem Tempel der Athena stattgefunden.

Was immer da genau mit Poseidon passiert ist, Athena war angeblich so wütend, dass sie Medusa in das Wesen verwandelte, als das sie bekannt ist — ein Ungeheuer, das vor allem für ihre sich windenden Schlangenhaare und ihren Blick berüchtigt war. Sie hatte den Körper einer Frau, Zähne ähnlich den Hauern eines Ebers, glühenden Augen, eine heraushängender Zunge und messerscharfe Krallen, aber immerhin goldene Flügel.
Fest steht allerdings nicht, auf wen Athena da genau wütend war. Möglicherweise ist Medusa vor dem übergriffigen Poseidon in den Tempel der Athena geflüchtet und diese Verwandlung diente dem Schutz der Medusa.

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Anblick verwandelt in Stein

Jedenfalls genügte ein kurzer Anblick der Furcht erregenden Medusa in ihrem Schuppenpanzer, um Menschen in Stein zu verwandeln. Niemand überlebte es daher, der Medusa zu begegnen.

Dennoch schaffte es Perseus, einer der sterblichen Söhne des Zeus, sie zu enthaupten. Ohne Hilfe von Athena, Hermes und den Nymphen wäre auch er gescheitert. Diese überließen ihm ein Schild, geflügelte Schuhe, eine Tarnkappe und einen Sack, in dem er das gefährliche Haupt von Medusa verstauen konnte. Mit Hilfe der Flügelschuhe erreichte er dann im Flug den Aufenthaltsort von Medusa. Schon aus der Luft konnte er diesem erkennen, weil die ganze Gegend übersät von versteinerten Menschen und Tieren war.

Er näherte sich Medusa während sie schlief. Dabei schaute er sie nicht direkt an, sondern nahm sie nur im Spiegel seines glänzenden Schilds wahr. Mit einer Diamant-Sichel gelang es ihm, Medusa mit einem Streich zu enthaupten. Er verstaute darauf hin schnell ihren abgetrennten Kopf in den Sack und machte sich von dannen.

Nur seiner Tarnkappe verdankte er es, dass die beiden Schwestern von Medusa, Stheno und Euryale, ihn nicht verfolgen konnten.
Er selbst habe jedoch nur im spiegelnden Erz des Schildes, das er mit der Linken hielt, die Gestalt der schrecklichen Medusa erblickt und habe, während tiefer Schlaf die Schlangen und sie selbst umfangen hielt, ihr das Haupt vom Rumpf getrennt“, so erzählt der Mythos.

Vor ihrem Tod war Medusa von Poseidon schwanger geworden. Als Perseus ihr das Haupt abtrennte, sprangen aus ihrem Körper der Krieger Chrysaor und das geflügelte Pferd Pegasos hervor. Ihr wertvolles Blut wurde in Phiolen aufgefangen, weil es in Schlachten Tote wieder zum Leben erwecken und Lebende töten kann.

Den Kopf der enthaupteten Medusa bekam Athena. Diese trug es fortan zur Abschreckung auf ihrer Agis, eine Art Brustplatte oder Schutzschild.



Medusenkopf auf dem Schild der Athena

Angeblich ist diese ganze Geschichte frei erfunden und diente nur dem mythologischen Hintergrund, warum Athena zu ihrem Schutz den Medusenkopf auf ihrem Schild trug. Möglicherweise ist Medusa ein Aspekt der At
hena
 selbst.

Zumindest gibt es Mythen, die behaupten, Athena wäre gar nicht die Kopfgeburt des Zeus, sondern von stammt von drei lybischen Königinnen, von denen Metis eine und Medusa eine andere ist. Also naheliegend, dass sie ihren stärksten Schutz aus ihrer gynokratischen Linie nimmt.

Ein weibliches von Schlangen umrahmtes Gesicht war nämlich ein weithin anerkanntes Symbol der Göttin in ihrer Weisheit und des „weisen Blutes“, das allen Frauen göttliche Kräfte verleiht. Es ist auch anzunehmen, dass Priesterinnen der Großen Göttin bei Ritualen wilde Masken zu ihrem Schutz getragen haben.

Wilde Masken zum eigenen Schutz

Medusa lehrt Frauen, sich mächtige Schutzmasken zuzulegen, grimmig zu schauen, ihre wilde, Furcht erregende Seite zu leben und sich damit vor Angriffen aller Art zur Wehr zu setzen. Mit der Kraft von Medusa, mit wilden Schlangenhaaren, Hauern wie von einem Eber, Glutaugen und einer heraushängenden Zunge kann sich eine Frau sicher sein, dass ihr – gleich der Medusa — niemand zu nahe kommen und ihr schon gar nicht ins Gesicht schauen will. Und es gibt Situationen, in denen das dringend notwendig ist.

Ob es ein besonders gefährlicher Gesichtsausdruck, das selbstsichere Auftreten einer Kampfkunst geschulten Frau oder ein Amulett mit einer eindeutig bedrohlichen Ausstrahlung ist, Medusa unterstützt Frauen vehement dabei, nicht nett, lieblich und gefällig zu sein.

Es gibt Experimente und Berichte von Frauen, die Angriffe von Männer abwehren konnten, indem sie diese einfach nur mit weit aufgerissenen Augen, herausgestreckter Zunge, knurrend, fauchend, sabbernd direkt angeschaut haben. Wer will mit so einer Wahnsinnigen schon wirklich etwas zu tun haben?

Und Schmuck muss auch nicht immer schön sein, verzieren, funkeln und locken. Wenn frau ihre Ruhe haben will, ist ein wildes Medusenhaupt um ihren Hals oder auf ihrer Brust schon eine gute Ablenkung und ein eindeutiges Signal. Steinerne Medusenhäupter finden sich übrigens auch heute noch an Gebäuden, um Unheil und Gefahr abzuwehren.

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