Ganga – Hinduistische Flussgöttin, Göttin der Heilung und der Fruchtbarkeit

Nach der Göttin Ganga ist der heiligsten aller Flüsse, der Ganges benannt. Ganga, die auch als „ma ganga“ — Mutter Ganga verehrt wird, für Wohlstand, Erlösung, Gesundheit und Überfluss. Außerdem verheißt Ganga Hoffnung auf das nächste Leben und eine Reinkarnation in Nähe der Gottheiten.

 Heiliger Fluss

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Nach der Göttin Ganga ist der heiligsten aller Flüsse, der Ganges benannt. Sie ist die Göttin aller Flüsse und lebte einst zusammen mit ihrer Schwester Uma im Himmel. Ganga gilt als Tochter der Bergmutter Nanda Devi, einer der Himalayaberge.

Vor langer Zeit – so erzählt eine hinduistische Legende — wollten Meeresdämonen die Erde verwüsten. Die weise Agastya (heute in einem Berggipfel in den südlichen Westghats verewigt) verschlang den Ozean und mit ihm alle Dämonen. Damit war die Gefahr gebannt.

Aber die Erde blieb öd, trocken und unbewohnbar zurück, denn die Hitze im Bauch dieser weisen Frau war so stark, dass auch alles andere Wasser auf der Stelle verdunstet.
Zu dieser Zeit lebte der halbgöttliche Weise Bhagiratha. Dieser meditierte tausend Jahre lang. Als dies der asketische Gott Shiva sah, gewährte dem Weisen einen Wunsch. Der erbat sich die Niederkunft der Göttin Ganga, damit die Erde wieder fruchtbar und ertragreich werde.

Ganga aber drohte: Bevor die Wesen auf der Erde in den Genuss ihres segensreichen Wasser kommen können, bestünde die Gefahr, dass ihre gewaltigen Wassermassen die Erde in ihren Grundfesten erschüttern und alles Leben hinweg spülen würden.

Die gegensätzlichen Kräfte des Wassers

Damit sind die zwei gegensätzlichen Kräfte des Wassers, die nährende und befruchtende wie die zerstörerische eindrücklich dargestellt. Nach der hinduistischen Mythologie soll Gott Shiva die Macht der Ganga gebändigt haben, indem er die herabstürzende Wassermassen mit seinem Kopf auffing und die Kraft des Wassers durch sein aufgetürmtes Haar dämpfte.

An Gewalt verloren, entspringt der Ganges nun fortan unterhalb der drei Bhagiratha-Schwestern (drei Himalaya-Gipfel), strömt sanft in die indische Ebene herab und schenkt Menschen, Tieren und Pflanzen das Leben bringende Nass. Seitdem steht die Flussgöttin Ganga, die auch als „ma ganga“ — Mutter Ganga verehrt wird, für Wohlstand, Erlösung, Gesundheit und Überfluss.

Sie gilt als Urbild aller Flüsse Indiens, da laut der Mythologie alle anderen Flüsse von der Ganga abstammen, so beispielsweise auch der heilige Fluss Yamuna, ein Nebenfluss des Ganges, ebenfalls nach einer Göttin benannt.

Außerdem verheißt Ganga Hoffnung auf das nächste Leben und eine Reinkarnation in Nähe der Gottheiten. Aus diesem Grund gibt es entlang des Ganges einige wichtige Pilgerorte.

Als irdischer und himmlischer Fluss

Es heißt aber auch, dass Ganga zwar auf die Erde kam, aber gleichzeitig im Himmel blieb und dort als der himmlische Fluss, die Milchstraße zu sehen ist.
Die Verehrung der Göttin Ganga ist eine der lebendigsten Göttinnen-Verehrungen in unserer Zeit. Gläubige Hindus waschen sich drei Mal täglich in den reinigenden Wassern. Wobei es hier eher um geistig-seelische, denn körperliche Reinigung geht.

Der allerheiligste Ort ist der Zusammenfluss der drei Ganges-Arme in Benares (heute Varanasi). Einmal in Jahr reisen PilgerInnen dorthin, um von Gangas Versprechen Gebrauch zu machen, zehn Sünden aus jedem der letzten zehn Leben durch das Baden weg zu waschen.
Viele gläubige Hindus möchten in Ganga untergetaucht sterben, denn dann soll die Göttin sofortige Befreiung von Strafe und Wiedergeburt gewähren.

Ganga erscheint auch oft als dreifache Göttin zusammen mit anderen Flussgöttinnen: Sarasvati und Yamuma oder auch in einer Gruppe von fünf Göttinnen mit Sarasvati, Lakshmi, Durga und Savitri.

In jeder Formation gelten diese Göttinnen als Aspekte der allumfassenden Göttin Devi.
Die Rolle von Ganga in all diesen Gruppierungen ist die einer Spenderin von Gesundheit, Glück, Wohlstand und Fruchtbarkeit.

auch: Ganga Ma, ma ganga

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