Inara – Hethitische Schutzgöttin aller wilden Tiere, außer Drachen

Die besondere Eigenschaft der Inara ist die Verbindung zu den wilden Tieren, deren Schutzgöttin sie auch ist. In der arabischen Sprache bedeutet Inara „Lichtstrahl“ oder „Himmelsgesande“.

Die Himmelsgesandte

Inara wird oft als die hethitische Verkörperung der Inanna gesehen und trägt wesentliche Merkmale dieser Göttin. Ihre besondere Eigenschaft ist die Verbindung zu den wilden Tieren, deren Schutzgöttin sie auch ist. In der arabischen Sprache bedeutet Inara „Lichtstrahl“ oder „Himmelsgesandte“.

Betrachtet man den Inanna-Mythos, so könnten damit im übertragenen Sinne auch die wilden, leidenschaftlichen Eigenschaften gemeint sein, die in der Göttin bzw. als Merkmal des Weiblichen zu finden sind.

Die Göttin Inara hegt und pflegt diese und liebt es, mit ihnen zu spielen. Nun aber wird sie von den Menschen (den Männern?) um Hilfe gebeten, weil auf Erden der Drache bzw. der Schlangendämon Illuyanka sein Unwesen treibt. Dieser haust im Meer und den Höhlen den Landes.

Schlange als Verkörperung der lustvollen, eigenständigen weiblichen Macht

Spätestens mit diesen — sehr an weibliche Entsprechungen erinnernden — Wohnstätten, ist ziemlich klar, worum es geht. Der Drache bzw. die Schlange wird in vielen Kulturen als Verkörperung der lustvollen, eigenständigen weiblichen Macht gesehen und auch dämonisiert.

Bereits ihr Vater, der Wettergott Tarhunna, hat sich im Drachenkampf versucht, jedoch erfolglos. In einigen Auslegungen des Mythos soll Illuyanka nach seinem Sieg sogar die Augen und das Herz des Wettergottes an sich genommen haben. Tarhunna bittet also im Namen der Menschen seine Tochter Inara darum, etwas gegen das gefährliche Tier zu unternehmen.

Ein typisches Muster: Wenn Männer gegen die Kraft und Macht der Frauen nicht ankommen, werden andere Frauen dafür herangezogen. Und das funktioniert leider auch noch heute fast immer.
Der Mythos erzählt nun, dass Inara den Drachen durch einen Trick gefangen nimmt und ihn anschließend betäubt bzw. tötet. Dabei handelt es sich also offenbar um eine jener Geschichten, die den Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat beschreiben. Welche Göttin würde freiwillig die Drachen- (=Frauen-)kraft betäuben oder töten.

Die Liebschaft mit dem Menschenmann

Der Legende zufolge ersucht sie den Menschenmann Hupasiya dem Drachen viele Gefäße mit Alkohol hinzustellen, um ihn betrunken zu machen. Sie finden ihn am nächsten Morgen noch im Vollrausch und es ist ein leichtes, ihn zu erschlagen. Als Dank für seine Dienste soll nun die Göttin mit ihrem Helfer geschlafen haben, um ihn anschließend in ihrem prächtigen Schloss auf einer Klippe unterzubringen bzw. festzuhalten.

Dort lebten sie angeblich in Freuden, bis Inara auf Reisen gehen musste. Sie wies den Mann an, keinesfalls aus dem Fenster zu blicken. Dieser hält sich auch eine Zeit lang daran, kann aber schließlich nach zwanzig Tagen der Versuchung doch nicht widerstehen. Draußen erblickt er seine frühere Menschenfrau und seine um ihn trauernden Kinder. Nach ihrer Rückkehr bat Hupasiya die Göttin darum, zu seiner früheren Familie zurückkehren zu dürfen. Diese soll ihm wütend diese Bitte verwehrt haben.

Er war offenbar bereits dem Tod geweiht, nachdem er mit der Göttin (oder einer ihrer Priesterinnen) die Heilige Hochzeit vollzogen hatte. Würde er jemals danach sexuell mit einer sterblichen Frau verkehren — so der Mythos — würde die Kraft auf diese übergehen und damit wäre die Göttin geschwächt.

Von Titelblattschönheiten und unerreichbaren Göttinnen

Damit ist Inara auch ein sehr gutes Bild der aktuellen, vom patriarchalen Gesellschaftsbild geprägten „Göttinnen“, der Leinwand- und Plakatschönheiten, an die normalen Frauen nicht herankommen.

Und welche Frau kennt nicht einen Mann, der immer noch seiner großen Liebe, der „unerreichbaren Göttin“ nachtrauert und nach der „Heiligen Hochzeit“ mit ihr wie tot gestellt, eigentlich mit keiner anderen Frau mehr eine Beziehung eingehen kann.

Kann eine normale Frau aus Fleisch und Blut einen solchen Mann nun doch erobern, dann kann durch das Zusammensein mit ihr natürlich das Bild der „göttlichen Vorgängerin“, bzw. der unerreichbaren Titelblattschönheit geschwächt werden.

Die hethitische Inara sucht sich immerhin nach einer Besprechung mit der großen Muttergöttin Hannahanna einen neuen Liebhaber, verkauft ihr Schloss auf der Klippe und kauft sich etwas Land, um mit ihm das Leben zu genießen.

Letztendlich verschwindet sie und wohl auch die matriarchale Kultur in ihrem Lande spurlos, und nicht einmal die magischen Bienen von Hannahanna können sie jemals aufspüren.

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