Tu-Njami ist die Mutter des Feuers in Sibirien und wird vor allem von Volk der Nenzen verehrt.
Sie gilt als die Beschützerin des Hauses, wird für die Abwehr von Krankheiten bzw. für Heilung angerufen und ist auch Geburtshelferin.

Das schützende und reinigende Feuer

Tu-Njami ist die Mutter des Feuers in Sibirien und wird vor allem von Volk der Nenzen verehrt.
Sie gilt als die Beschützerin des Hauses, wird für die Abwehr von Krankheiten bzw. für Heilung angerufen und ist auch Geburtshelferin.
Erstaunlich für eine Feuer-„Mutter“ ist, dass man sich die Göttin als kleines, nacktes Mädchen vorstellt. Dieses ist allerdings stark genug, um die ganze Familie zu beschützen.
Auch diese Schutzfunktion ist eher unüblich für Feuergöttinnen. Die Nenzen bringen Feuer aber vor allem mit Sauberkeit in Verbindung.
Diese reinigende Wirkung hat ja vor allem auch hygienische Zwecke und damit können Krankheiten abgewehrt werden.
Daher, so heißt es im Mythos von Tu-Njami, setze sie sich energisch für die Beseitigung von Schmutz ein – und zwar im Außenbereich, wie auch im Innenleben der Menschen, hier sind es vor allem „schmutzige“ Gedanken und Gefühle.
Ist die Umgebung bzw. das Haus sauber, so wird mit der Reinigung auch Leid vertrieben. Heiße Bäder sowie Fieber begünstigen ja auch Heilprozesse.

Tu-Njami gilt als die Urahnin aller Frauen und wird daher in jedem Haus verehrt.

Mit jeder Flamme bringt sie ganz mühelos kleine Nachbildungen von sich selbst zur Welt. Damit wird sie auch als eine fruchtbare Mutter angesehen, die den Frauen auch bei Geburten beisteht und darum gebeten wird, dass diese ebenso einfach verlaufen mögen, wie die Göttin kleine Flammen erschafft.

Wichtig ist, dass das Herdfeuer immer aufrecht erhalten werden muss, denn in ihm lebt die Göttin. Dass es nicht unkontrolliert um sich greift, benötigt es besänftigende Weihegaben in Form von Speck oder Alkohol.


Beim Verlassen des Hauses (für lange Reisen oder bei der Gründung eines neuen Hausstandes nach einer Hochzeit) wird Asche bzw. Glut aus dem Familienherd mitgenommen, um die Göttin mit ihrem Schutz weiter bei sich zu haben.

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