Leda – Kretische Göttin, Mutter des Welteneies

Leda gilt als Sinnbild der Weiblichkeit. Leda bzw. Lada ist auch das kretische Wort für „Frau“, die Sprachwurzel findet sich auch noch in dem englischen Wort „Lady“ wieder

 Lady mit dem goldenen Ei

Leda gilt als Sinnbild der Weiblichkeit. Leda bzw. Lada ist auch das kretische Wort für „Frau“, die Sprachwurzel findet sich auch noch in dem englischen Wort „Lady“ wieder.

Eng verbunden ist sie mit Lat, Letho, bzw. auch mit Nemesis, mit allen diesen drei Göttinnen wird Leda häufig gleichgesetzt.

Zeus als Schwan

Die Mythologie macht vor allem oft keinen Unterschied zwischen der sterblichen Leda und der göttlichen Nemesis. Es geht in beiden Fällen um die Geschichte mit Zeus als Schwan:

In der griechischen Sage wird Leda als die Tochter des Königs Thestios von Aitolien und der Eurythemis und Gemahlin des Spartanerkönigs Tyndareos erwähnt. Wie auf viele andere schöne Frauen hat der Göttervater Zeus auch ein Auge auf Leda geworfen, die er mit einem seiner bekannten Tricks verführte, besser ausgedrückt — vergewaltigte: Zeus hatte sich in die Gestalt eines Schwans verwandelt und wurde von einem Adler verfolg. Er soll sich in den Schoß von Leda am Ufer des Flusses Eurotas in der Nähe von Sparta geflüchtet haben.

Einmal in ihrem Schoß gelandet, schwängerte Zeus Leda. Da sie sich in der folgenden Nacht auch noch ihrem Mann Tyndareos hingab, entsprang ihr noch ein weiteres Ei. Vier Kinder, zwei Zwillingspaare (jeweils männlich und weiblich, sterblich und unsterblich) taten sich hervor: Helena (unsterblich bzw. die irdische Inkarnation der Mondgöttin) und Polydeukes (sterblich, besser bekannt als Pollux) sowie Kastor (unsterblich) und Klytaimnestra (sterblich).

Die meist verbreitete Ansicht besagt, dass Helena und Polydeukes die Kinder des Zeus und Kastor und Klytaimnestra dem Tyndareos zuzuschreiben seien, doch in diesem Punkt ist man sich häufig uneinig.

Helena — von Leda ausgebrütet

In einer anderen Version hat sich Zeus als Schwan in den Schoß der Göttin Nemesis geflüchtet, die daraufhin ein goldenes Ei legte.

Die sterbliche Leda soll dieses Ei gefunden und ausgebrütet haben. Dank dieser Pflege der Leda soll daraus die schöne Helena geschlüpft sein. Nach dieser Überlieferung ist Leda also bloß die Ernährerin und Pflegemutter der Helena gewesen, jener Frau, die im Zusammenhang mit dem trojanischen Krieg Berühmtheit erlangte.

Eine wiederum andere Version besagt, dass die sterbliche Leda, nachdem sie das Weltenei legte, aus dem Kastor und Pollux, der Morgen- und Abendstern und Apollo (die Sonne) hervorgangen sind, in den Himmel erhoben wurde und dort zur Göttin Nemesis wurde.
Hier ist sie die berühmte Gans, die das goldene Ei (die Sonne) legte. 

Das Motiv der Leda wurde und wird immer noch gerne in der Kunst aufgegriffen. Besonders mittelalterliche Künstler wurden von der Geschichte um Leda und den Schwan sehr inspiriert, erlaubte dies ihnen doch, ein erotisches Thema darzustellen ohne ein männliches menschliches Wesen miteinzubeziehen. So stellten auch berühmte Maler wie Michelangelo oder Leonardo Da Vinci diese sagenumwobene Empfängnis auf ihre ganz eigene Weise dar.

Die Schwanengöttin

Wenn Leda jedoch von Zeus in der Gestalt eines Schwans befruchtet wurde, dann kann davon ausgegangen werden, dass sie selbst eine Schwanengöttin war oder sich in einen Schwänin verwandeln konnte. Das scheint naheliegend, weil die Verwandlung des Zeus in alle möglichen Tiere vor allem auf die Tiernatur jener Frauen und Göttinnen schließen lassen, die er damit verführen wollte. Aus welchem Grund sonst hätte er sich sonst verwandeln sollen?

Schwäne gelten in vielen Kulturen als besonders Tiere. Oft stehen sie für Unschuld, Reinheit, Anmut, Liebe und Schönheit. Sie wirken hoheitsvoll, wenn sie über das Wasser gleiten und inspirieren mit ihrer Grazie. Auch Leda schien dieses würdevolle Wesen gehabt zu haben, was offenbar auch Zeus ganz besonders gefiel. 

Als strahlend weiße geflügelte Wesen, deren Element sowohl das Wasser, wie Luft und Himmel ist, stehen sie auch für die Kraft des Lichtes. Sie werden daher auch als die Engeln im Tierreich bezeichnet. Die meisten Engeln werden auf Bildern und Skulpturen auch mit Schwanenflügel dargestellt. 
Leda und auch andere mythologische Schwanengestalten verleihen die Fähigkeit, Zukünftiges voraus zu sehen. Von diesem Ahnungsvermögen kommt auch die Redewendung „mir schwant etwas“.

Nach Leda ist auch einer der Jupitermonde genannt. Dieses Schicksal teilt sie u.a. mit Europa, Metis, Taygete, Kore und Io. Dass man Jupiter, dem römischen Nachfolger von Zeus von Monden umkreisen lässt, die die Namen von mythologischen Frauenfiguren gab, die Gewalterfahrungen mit dem „Obergott“ haben, zeugt von besonderem Zynismus.

auch: Lada

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