Das Heiligenlexikon der katholischen Kirche berichtet von einer Corona. Sie ist die Schutzheilige gegen Seuchen und Unwetter. Aber sie wird auch in Geldangelegenheiten, bei der Schatzsuche und sogar in der Lotterie um Hilfe angerufen. 

Die Gekrönte

Das Heiligenlexikon der katholischen Kirche berichtet von einer Corona. Interessant ist vor allem, wofür Santa Corona zuständig ist: Sie ist die Schutzheilige gegen Seuchen und Unwetter. Aber sie wird auch in Geldangelegenheiten, bei der Schatzsuche und sogar in der Lotterie um Hilfe angerufen. Speziell Schatzgräber und Metzger soll sie beschützen.
Das lateinische Wort „corona“ bedeutet „Krone“ und daher wird die Heilige auch immer mit einer solchen dargestellt. So ist Corona auch „die Gekrönte“.
Dies sei – so die Vermutung – deshalb so, weil die Heilige wegen ihrer Glaubensfestigkeit die „Krone des ewigen Lebens“ erreicht hat.
Viele der alten Göttinnen werden als Zeichen ihrer Würde mit einer Krone dargestellt, z.B. tragen Demeter,
Inghean Bhuidhe oder auch Kore eine Krone aus Kornähren. Es kann daher angenommen werden, dass auch die Figur der Corona auf eine alte „heidnische“ Verehrung einer Göttin zurückzuführen ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die „Krone“ eine Bezeichnung für verschiedene Währungen ist. Daher wird die Heilige Corona offenbar auch mit Geldangelegenheiten in Zusammenhang.

Von Palmen zerrissen

Natürlich wissen wir wie bei allen diesen frühen Heiligenlegenden nicht, ob die ProtagonistInnen tatsächlich gelebt haben und wie ihr Leben und damit auch ihre ganze Martyriumsgeschichte wirklich verlaufen ist. So gibt es auch über die Lebensgeschichte von Corona nur Spekulationen: Sie sei im Jahr 161 oder aber 287 geboren – wo, ist unbekannt. Als ganz junge Frau heiratete sie den Soldaten Victor, der sich während der Christenverfolgung weigerte, seinen christlichen Glauben zu widerrufen und deshalb hingerichtet wurde. Die Legende erzählt, dass auch Corona verhaftet und schließlich hingerichtet wurde, weil sie ihren Ehemann und auch andere Menschen, die gemartert wurden, trösten wollte. Zur Erreichung des katholischen Heiligenstatus‘ musste es in jener Zeit immer ein blutrünstiges Martyrium geben. Der Legende zufolge starb Corona im Alter von erst 16 Jahren und zwar indem sie mit zwei gebeugten Palmen beim Emporschnellen zerrissen wurde. Deswegen wird sie oft mit Palmen oder Palmwedeln gezeigt.

Der lange Weg der Corona

Die griechische Legende von Corona und Victor siedelt deren Martyrium in Damaskus an, sie war aber darüber hinaus in vielen Varianten verbreitet. Deshalb wird neben der syrischen Hauptstadt als Todesort auch Antiochia in der heutigen Türkei, Alexandria in Ägypten, Sizilien oder in Marseille angegeben. Verehrungstraditionen gibt es in der griechischen, der lateinischen und der äthiopischen Kirche; in Nord- und Mittelitalien galt Corona schon im 6. Jahrhundert als Vorbild an Glaubenstreue.

Die Legende der Corona und ihres Verlobten Victor ist im sechsten Jahrhundert nach Italien gelangt. Reliquien kamen von Ägypten über Zypern und Sizilien nach Norditalien. In Castelfidardo nahe Ancona soll es damals schon eine der Corona und dem Victor geweihte Kirche gegeben haben. Kaiser Otto III. brachte 997 Reliquien aus Otricoli bei Terni nach Aachen, Kaiser Karl IV. überführte andere von Feltre nach Prag.

Die Verehrung der Heiligen Corona ist in Altbayern, Böhmen und Niederösterreich seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. In Österreich existierten zahlreiche Wallfahrtsvereine, Altäre und Hauszeichen ihres Namens. Bekannt sind zahlreiche Wallfahrtsorte wie beispielsweise St. Corona am Schöpfl, St. Corona am Wechsel, die Wallfahrtskirche St. Corona bei Staudach, die Wallfahrtskirche Handlab oder das Pfarrdorf Korona, ein Gemeindeteil in der Stadt Passau. Aber auch in den U.S.A. findet man mehrere Coronas: Im Riverside County in Kalifornien gibt es eine Stadt namens Corona und im US-Bundesstaat South Dakota hat ein Dorf mit 112 EinwohnerInnen denselben Namen wie auch eine Stadt in New Mexico, ein Ort im Tipton County, Tennessee, wie eine Siedlung im Pima County, Arizona.
Corona ist ein Stadtteil von New York City im Stadtbezirk Queens.
Es gibt den Monte Corona, einen nahezu kreisrunder Vulkankegel im Norden der Kanareninsel Lanzarote.
Corona hat es bis nach Mexico geschafft, wo eine Biermarke nach ihr benannt wurde. Und nach Japan in Form des Autos Toyota Corona.

Das Corona-Gebet, auch Kronengebet genannt, war ein volksmagisches Ritual als Anrufung an die Heilige, das besonders im 17. und 18. Jahrhundert populär war und zum Aufspüren verborgener Schätze diente sollte. Es findet sich in mehreren Zauberbüchern, darunter auch im 6. und 7. Buch Mose.

Der Gedenktag der Corona ist der 14. Mai.

auch: Korona

 

 

 

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