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In der osteuropäischen Mythologie ist die Vila (auch Samovila) ein weiblicher Naturgeist. Sie wird auch als Göttin angesehen, denn sie steht steht für die göttlich-weibliche Energie, die sich als Natur über die Erde bewegt.

Die tanzenden Verwandlungskünstlerinnen

In der osteuropäischen Mythologie ist die Vila (auch Samovila) ein weiblicher Naturgeist. Sie wird auch als Göttin angesehen, denn sie steht steht für die göttlich-weibliche Energie, die sich als Natur über die Erde bewegt.
Sehr oft tritt sie in der Mehrzahl als Gruppenwesen auf (der Plural von Vila ist Vily bzw. Samovily).
Die Vila bzw. die Vily sind mit oft dem Wasserelement verbunden, und daher auch die slawische Bezeichnung für Nymphen. Vily treten aber auch in Wäldern, Feldern und im Gebirge auf. Es gibt also Land-, Wald-, Wasser-, Luft- und Wolkenvily.
Wolkenvily bauen prächtige Burgen an den Wolkenrändern. Sie erscheinen aber oft auch als Wirbelwind. Nachts ziehen sie durch die Wolken und stoßen ein fürchterliches Geräusch von Pfeifen und Trommeln aus. Wer sie anruft, so heißt es, wird steif und bewegt sich nur schwer. Er ist von Krankheit befallen und stirbt innerhalb von ein oder zwei Jahren.

Besonders die Wald- und Gebirsvily beschützen ihr Territorium vor Eindringlingen und verteidigen es mit ihren tödlichen Pfeilen. Es heißt sie lösen auch Steinschlag, Fluten, Erdrutsche, Lawinen und andere Naturkatastrophen aus, um jene abzuhalten oder zu bestrafen, die die Natur oder die Tiere gefährden. Für Beleidigungen rächen sie sich, indem sie Menschen verwirren und vom Weg abführen.

Schön und gefährlich

Vily lieben Spiel, Gesang und Tanz. Sie kümmern sich um Bäume, Bäche und Blumen.
Wenn man in hochgewachsenem Gras einen Kreis von niedergetretenem Gras wahrnimmt, dann heißt es, dass hier Vily getanzt und gefeiert haben. Das bezeichnet man auch als Elfentanzplätze. Ihre Tanzplätze sind auch daran zu erkennen, dass Pilze oder Erdbeeren im Kreis wachsen.
Diese sollen Menschen keinesfalls betreten.

Ist die Heimat einer Vila der Wald, dann sind die Tiere des Waldes ihre GefährtInnen, mit denen sie sich in deren jeweiligen Sprachen verständigen kann. Sie beschützt diese auch vor Jägern, indem sie um diese einen magischen Kreis zieht und sie zu Tode tanzt.
Auch anderen Menschen kann eine Vila gefährlich werden. Wer sich von ihrer Schönheit, ihrem Gesang und ihrem Tanz faszinieren lässt, kann von anderem abgebracht werden oder alles vergessen, was er gerade tun wollte. Dies ist hier bewusst in männlicher Form geschrieben, denn es sind meist Männer, die von ihnen so fasziniert sind, dass sie fast den Verstand verlieren.
In ihrer Gegenwart werden viele Männer schwach und beginnen damit, irgendwelche großartigen Dinge über sich selbst zu sagen. Es gibt Berichte davon, dass eine Vila ihre Bewunderer so umgarnt, dass diese völlig absurd aufschneiden und die affigsten Anstrengungen unternehmen, um irgendwie Eindruck zu machen.
Also kann die Vila in ihrer zarten, lieblichen Form schon ganz schön gefährlich werden. Mehr allerdings noch, wenn sie wütend ist. Denn dann zeigen Vily ein ganz anderes Gesicht. Dann werden sie zu hässlichen, geierartigen Wesen, bekommen schuppige Flügel und können sogar Feuerbälle auf ihre Gegner schleudern.

Heilung und Wunscherfüllung

Wenn ihnen aber ein freundlich gesinnter Mensch in einer mondhellen Nacht im Wald begegnet, gewähren sie ihm gerne Gesundheit, Wohlstand oder eine reiche Ernte. Es heißt, Vily besitzen übernatürliche Kräfte und sind der Kunst der Heilung kundig. Vor allem haben sie große Kenntnisse der Pflanzenmedizin.
Sie sollen jene heilen, die sie reinen Herzens aufsuchen und bei Vollmond an einem Sonntag in einem Wald unter freien Himmel schlafen.
Die Menschen verehrten sie früher, indem sie Blumen, Essen und Trinken vor jene Höhlen stellte, von denen sie annahmen, dass hier eine Vila lebt.
Besonders lieben sie auch die Nähe von Kirschbäumen.

In verschiedenen Volksmärchen werden die Vily als besonders schöne junge geflügelte Frauen mit mondhellem bis durchsichtigem Körper beschrieben. Sie tragen Kleider aus jungen, grünen Blättern. So sind also feinstoffliche Wesen, die eng mit der Natur verbunden sind und Menschen helfen können, ihr Herz zu öffnen und die Schönheit der Natur wahrzunehmen.
Sie werden meist mit goldenen langen Haaren beschrieben, die wie der Sonnenschein bis zur Erde reichen sollen. Verlieren sie auch nur ein einziges Haar, bedeutet dies ihren Tod.

Sie sind aber auch hervorragende Verwandlungskünstlerinnen und können alle möglichen Formen annehmen können, so z. B. jene von Schlangen, Schwänen, Falken, Bärinnen, Pferden oder Wölfen.

Die Vila in der Kunst

Es gibt von Vily viele Geschichten und Berichte, hauptsächlich aus der slawischen Folklore. Man nimmt an, dass der Mythos der Vila schon sehr lange existiert. Schon aus dem 6. Jahrhundert existieren Beschreibungen von Vily
In der Kunst gibt es das Motiv von tanzenden Vily. Zum Beispiel in einer Sage aus dem Schwarzwald. 
Heinrich Heine hat diese beschrieben. Die erste von Giacomo Puccini vollendete Oper „Le Villi“ widmet sich thematisch den alten Mythen der Vily. Das Libretto schrieb Ferdinando Fontana nach der Erzählung „Les Willis“ (1835) von Alphonse Karr. 

Die Etymologie des Namens ist unklar. Mögliche Ableitungen kommen aus dem serbokroatischen Verb „viti“ (für winden in der Bedeutung: es weht ein Wind) oder slawisch: vichъrь „Wirbelwind“. Möglicherweise kommt der Wortstamm sogar aus dem Sanskrit: vāyú = Luft.

Ein Motiv in den slawischen Sagen rund um die Vily ist jene, dass es auch zu Hochzeiten zwischen einer Vila und einem Menschen kommen kann.
In der Slowakei sind Vily sogenannte Wiedergängerinnen, also Bräute, die vor der Hochzeit gestorben sind und deshalb im Grab keine Ruhe finden und als Vila wiederkommen, um zu heiraten.

Die Göttin Vila bzw. die Vily wird oft auch mit der Göttin Mokosch Verbindung gebracht. Der Kult der Mokosch zusammen mit den Vily war noch im 11. und 12. Jahrhundert sehr populär und wurde deshalb von den Kirchen immer wieder verboten. In Bulgarien gab es sogar zu Pfingsten ein Samovila-Fest.

Die Veela bei Harry Potter

Vily sind besonders durch Harry Potter wieder in Erinnerung gerufen worden. In den Büchern werden sie als feengleiche Frauen dargestellt und „Veela“ geschrieben. Joanne K. Rowling beschreibt eine Veela, die auch bei völliger Windstille einem wehenden Schleier gleicht. Veela spielen auch eine Rolle in dem Quidditch-Turnier, wo die bulgarische Quidditch-Nationalmannschaft Veela als heimliche Maskottchen zum Finale mitgebracht haben, die zarten Geschöpfe wurden aber geärgert und haben sich in wilde Gestalten verwandelt und Kobolde böse angegriffen.

auch: Samovila, Samodiwa, Veela, Wila,
russisch: вила, polnisch: wiła, tschechisch: víla, kroatisch: vila, bulgarisch: vila, diva, juda, samovila, samodiva, samojuda
Plural: Vily, Vile, Vilas, Samovily, Wilen

 

 

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