Heket – Geburtsgöttin im alten Ägypten

Heket wird meist als Frosch oder als froschköpfige Frau dargestellt. Im alten Ägypten war der Frosch das Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit.

Die große Zauberin

Heket wird meist als Frosch oder als froschköpfige Frau dargestellt. Im alten Ägypten war der Frosch das Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Der Frosch lebt in schlammigen, feuchten Gebieten. In den altägyptischen Schöpfungsmythen entstand die Welt aus dem „Urschlamm“.

Die Frösche kamen mit der jährlichen Nilschwemme, die dem kargen Land Fruchtbarkeit und somit Leben brachte. Deshalb galt der Frosch als heilig und wurde in Form der Göttin Heket verehrt. Heket war als die „große Zauberin“ bekannt und verehrt. Sie war es, die alles Leben initiiert. Sie kümmerte sich um den trockenen Samen, der am Land zu verwehen drohte, sie sorgte dafür, dass er Wurzeln fasst und damit zu keimen beginnen konnte.

Zuständig für das Entstehen allen Lebens

Sie ist für das entstehende Leben der Menschen und das Wachstum des Fötus (der ja in seinem Aussehen in Stadien der Schwangerschaft durchaus mit einem Frosch vergleichbar ist) sowie für die Geburt zuständig. Die Göttin Heket ist seit der Frühzeit belegt.

Besonders verehrt wurde Heket in der Stadt Herwer, einem altägyptischer Ort im 16. oberägyptischen Gau. Stelen von Heket finden sich in Abydos, einer antiken Stadt am westlichen Nilufer 160 Kilometer nördlich von Luxor, auf denen sie zusammen mit ihrem Gefährten Chnum abgebildet ist.

Chnum erschuf auf seiner Töpferscheibe Götter und Menschen, Tiere und Pflanzen, die aber sozusagen nur die Form, der Prototyp waren. Denn es war Heket, die diese Wesen zum Leben erweckte. Bei der ursprünglichen Schöpfung berührte sie die Menschen mit der Lebensschleife, dem Ankh.

Erst dadurch wurden sie belebt und begannen zu atmen und sich zu bewegen. Daher wird sie auch immer wieder mit dem Ankh-Symbol in ihren Händen dargestellt Von da an wurde gesagt, dass sie weiterhin alle Kinder im Mutterleib formt und ihnen bei der Geburt beisteht. Daher ist sie auch eine Göttin der Geburtshilfe —  Hebammen wurden auch als „Dienerinnen der Heket“ bezeichnet. Sie selbst war die Hebamme bei der Geburt der Sonne und sie hilft dieser auch, jeden Morgen „neugeboren“ zu werden.

Atmete Horus das Leben in den neuen Körper

Auch beim Mythos von Isis, Osiris und Horus spielt Heket eine wichtige Rolle: Sie atmete Horus das Leben in den neuen Körper. In späteren Versionen des Mythos wurde die Geburt von Horus zunehmend mit der Auferstehung von Osiris in Verbindung gebracht.

Damit verband man auch Hekets Rolle mehr mit der Auferstehung und Wiedergeburt selbst. Sie half also sowohl bei der irdischen als auch der jenseitigen Geburt. Laut Pyramidentexten hilft sie auch dem Pharao bei seiner Fahrt durch das Jenseits und bei seiner Wiedergeburt. Die Verehrung der Heket war gerade beim einfachen Volk sehr groß.

Als volkstümliche Göttin lebte sie praktisch in jedem Haus und hatte daher weder bedeutende Heiligtümer noch einen großen Kult. Sie war einfach selbstverständlich. Als Schutzgöttin der Geburt spielte sie natürlich eine wichtige Rolle, da angenommen wurde, dass das Leben von Neugeborenen weitgehend in der Hand von Gottheiten und der Magie liegt.

Frauen trugen während der Geburt häufig ein Heket-Amulet, das sie und das Kind beschützen sollte. Sie gilt daher auch als kraftvolle Mutter der Magie —  was neben ihrer Erscheinung als Frosch oder Kröte auch die Verbindung zur griechischen Göttin Hekate darstellt.

auch: Heqet, Hekit, Heka, Hepat

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