Taillte – Irische Göttin der Fruchtbarkeit und des ersten Getreides bei der Ernte

Taillte ist eine Erdgöttin, Beschützerin des Ackerbaus und Schutzgottheit für Wettkampfspiele und friedliche Wettbewerbe aller Art. Sie wird als das mütterliche Irland verehrt.

 Mütterliches Irland

Taillte2

Taillte ist eine Erdgöttin, Beschützerin des Ackerbaus und Schutzgottheit für Wettkampfspiele und friedliche Wettbewerbe aller Art. Sie wird als das mütterliche Irland verehrt. Damit ist die Insel Irland eigentlich die Göttin selbst.

Auf jeden Fall ist sie einer der ältesten irischen Göttinnen und die Verkörperung der Boden- und Naturkräfte. Sie wird auch Telta genannt, was vom altirischen „talam“ = Erde kommt. Dem Mythos nach kultivierte sie das Land und starb dann an völliger Verausgabung. Sie ist die Amme bzw. die Ziehmutter des Sonnen- und Lichtgottes Lugh. In einigen Versionen der Legende hat sie auch selbst die Sonne geboren bzw. ist die erdige Geliebte des sonnigen Gottes.

„Muttertag“ der anderen Art

Auf ihre Bitte hin veranstaltete Lugh nach ihrem Tod für sie ein Fest, das interessanter Weise nach ihm „Lughnasad“ genannt wurde und nicht nach ihr, der Göttin, der eigentlich dieses Fest gilt. Zu ihrem Andenken schüttete ihr Sohn Lugh auch einen Grabhügel auf und ließ friedliche Wettkampfspiele veranstalten, deren Schutzgöttin Taillte ist.

Die berühmten Spiele von Telltown wurden ihr zu Ehren bis in das 12. Jahrhundert hinein abgehalten und dauerten den ganzen August, dem heiligen Monat der Taillte. Heute erleben diese Spiele, die auch die „Olympischen Spiele Irlands“ genannt werden, eine Renaissance.

Von Druidenstab wieder zum Leben erweckt

In Schottland tritt an die Stelle der Taillte wahrscheinlich die Göttin Cailleach. Von dieser Göttin wird erzählt, dass sie bei den jährlichen St. Michaels Games um den Zeitraum von Lughnasadh durch eine weißgekleidete Tänzerin dargestellt wurde. Sie starb beim Tanz und wurde von einem männlichen Tänzer mit einem „Druidenstab“ wieder zum Leben erweckt, worauf der Tanz fröhlich weitergehen konnte.

Das Brauchtum wird auch als Wiedergeburtssymbolik der Mutter-Erde gedeutet. Die Menschen baten an diesem Fest auch für einen gute Ernte und hielten Stammesversammlungen ab.

Ehe für ein Jahr

Ein weiterer Aspekt dieses Festes war es, dass sich keltische Paare auf Probe trauen ließen. Sie gaben sich dabei für ein Jahr und einen Tag das Ja-Wort. Nach dieser Zeit konnten sie sich trennen oder weiterhin zusammen leben. Das sollte an die Ehe zwischen dem Lichtgott und der Erdgöttin Taillte erinnern, die ihr Bündnis auch immer für ein Jahr bzw. für einen Erntezyklus eingehen. In dieser Tradition steht heute noch die Verlobung.

Taillte lebte der Legende nach auf dem Berg Tara. Von dort beaufsichtigte sie die Rodungen des riesigen Waldstücks von Cuan. Auf dem gerodeten Land soll sie ihren Palast gebaut haben.
Heute findet man den Ort auf irischen Landkarten als Telltown in der Grafschaft Meath.

auch: Tailtiu, Taultiu, Tailtu, Telta

Kommentar verfassen