Cisa – Germanisch-keltische Fruchtbarkeits-, Getreide- und Erntegöttin

Cisa ist als Göttin der fruchtbaren Erde die Stadtgöttin von Augsburg. Die Fuggerstadt soll einst nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt worden sein (Ciesburg). Laut Sage war sie die Hausgöttin der VindelikerInnen, einem keltischen Volksstamm, der im Alpenvorland zwischen Bodensee und Inn siedelte.

Stadtgöttin von Augsburg

Cisa ist als Göttin der fruchtbaren Erde die Stadtgöttin von Augsburg. Die Fuggerstadt soll einst nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt worden sein (Ciesburg).

Laut Sage war sie die Hausgöttin der VindelikerInnen, einem keltischen Volksstamm, der im Alpenvorland zwischen Bodensee und Inn siedelte.

Cisa am Augsburger Perlachturm

Besonders im Mittelalter wurde Cisa in Augsburg und den umliegenden Ortschaften verehrt. Eine Kultstätte der Cisa befand sich vermutlich beim Perlachturm neben dem Augsburger Rathaus. Diese soll im Zuge der Christianisierung zerstört worden sein. Im Jahr 1615 setzte der Stadtbaumeister Elias Holl auf den Turm des Perlach erstmals als Wetterfahne eine vergoldete Bronzefigur der Cisa.

Sie ist als sitzende Göttin dargestellt und hält das Symbol der Stadt Augsburg – eine kupferne Zirbelnuss (Zapfen einer Zirbelkiefer) in ihrer Hand. Noch heute beschützt und bewacht diese Göttinnenfigur vom Perlachturm aus die Stadt. Über dem Tor der Augsburger St. Ulrichskirche befindet sich ein Steinkopf, der auch die Göttin der Cisa darstellen soll. Der Kopf trägt an der Stirne kleine Flügel und hat schlangenartige Locken, die an die Göttin Medusa erinnern.

Auch in der Umgebung von Augsburg soll diese Göttin einen bzw. mehrere heilige Haine gehabt haben, wo auch Rituale und Feste zu ihren Ehren gefeiert und Opfer gebracht wurden, welche aus Getreide bestanden. Vor allem der 28. September ist als Cisa-Festtag überliefert, man beging vermutlich ein Erntedankfest.

Cisa wird um Fruchtbarkeit, eine gute Ernte und Wohlstand gebeten. Auch in der Lausitz, der Gegend von Meißen und um Saalfeld, war diese Göttin bekannt.
Die Stadt Zeitz verdankt ihr den Namen.
In der Schweiz ist diese Göttin vor allem als Cisara bekannt. Orte, die nach ihr benannt wurden sind u.a.: Zeise, Zeislsperg, Zaissenperig, Zitgers (früher: Cisuris).

Verbindung zu anderen Göttinnen

Vermutlich gibt es auch eine – nicht nur sprachliche – Verbindung zur Fruchtbarkeits- und Erntegöttin Ceres.

Da die Pinie oder Kiefer auch der Göttin Kybele geweiht ist, ist zu vermuten, dass Cisa, die ja auch immer wieder mit einer Frucht der Zirbelkiefer gezeigt wird, auch mit dieser Göttin in Verbindung steht. Die Zirbelnuss finden wir ja auch im Wappen von Augsburg.

Cisa wird auch als Mutter aller Wesen verehrt. Sie gibt nicht nur Leben, sie ist auch Ernährerin und bringt Wohlstand für alle Lebensbereiche. Daher wird angenommen, dass ihr Namen von dem slawischen Ziza – die Brust – stammt.

Ihr heiliger Wochentag ist der Dienstag, der vor allem im alemannischen Sprachgebrauch Zistag, Zistig, Zaistig heißt.

auch: Cisara, Cisaris, Ciris, Ciza, Dea Ciza, Zigilia, Zisa, Ziza, Zizarim, Ziese

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