Grandmother Spiderwoman – Schöpfungs- und Erdgöttin indigener Völker Nordamerikas

Als die Welt dunkel und noch gänzlich unbewohnt war, saß Grandmother Spiderwoman mitten in ihrem Netz im Universum und träumte und wartete und beobachtete die ersten Gedanken als die universelle Seele aus ihren Träumen erwachte.

Die träumende Spinnerin

grandmother-spider_web Als die Welt dunkel und noch gänzlich unbewohnt war, saß Grandmother Spiderwoman mitten in ihrem Netz im Universum und träumte und wartete und beobachtete die ersten Gedanken als die universelle Seele aus ihren Träumen erwachte. Niemand weiß, wie lang sie schon da ist.

Sie ist die uralte Weise, deren Kraft jenseits aller Vorstellungen ist. Dann, als die Zeit reif war, spannte Grandmother Spiderwoman zwei Silberfäden —  einen von Osten nach Westen und einen von Norden nach Süden. Sie verband damit die „4 Ecken der Welt“. Das war der Anbeginn der Zeit.

Sie nahm einen sehr tiefen Atemzug und begann sehr sanft ihren webenden Gesang zu singen und über den Himmel zu tanzen. Die Mythen sagen, dass alle Wesen, die jemals gelebt haben, ihr Lied kennen und ihr Leben im großen Netz der alten Spinnengöttin tanzten.

Hält die Fäden in der Hand

Sie selbst sitzt im Zentrum und bewacht und beschützt noch immer alles. Es heißt in den alten Mythen, dass sie jeden Tag das Universum neu webt und es Nachts wieder zerstört, um es Tags darauf von Neuem zu weben. Sie hütet unser Lebensnetz, das aller Wesen und das der Welt.

Sie hält die Fäden in der Hand und damit hat sie die Macht, Leben zu geben und zu nehmen. Sie ist damit die „Lebens-Weberin“ und damit eine mächtige Schicksalsgöttin. Da sie als weibliche Figur im Zentrum der Welt sitzt, ist es auch klar, dass Frauen im Lebenszentrum stehen. Ihr Mythos ist vielen indigenen Stämmen im Südwesten Nordamerikas bekannt. Sie ist eine große, wenn nicht die wichtigste Göttin bzw. mythologische Figur der Cherokee, Hopi, Pueblo, Tewa und Kiowa.

Bisweilen wird sie als böse und zerstörerisch angesehen, meist ist sie aber gut und wohltätig. Sie hat alles erschaffen, indem sie es erträumte und anschließend benannt hat: Alle Pflanzen und Tiere und schließlich alle Menschen —  die roten, gelben, schwarzen und weißen.

Grandmother Spiderwomen erinnert daran, dass wir Menschen aus der gleichen Quelle stammen und damit alle die gleichen Rechte und Pflichten haben.

Nachdem sie ihr anfängliches Schöpfungswerk beendet hatte, lehrte sie die Menschen, wie sie Pflanzen säen können, um zu überleben. Damit ist sie eine Göttin der Landwirtschaft. Sie ist auch für die Jagd zuständig.

Brachte Feuer, Zeremonien und Handwerk

Die Völker der Cherokee Pueblo, Tewa und Kiwa sagen, dass Grandmother Spiderwoman den Menschen die Sonne und das Feuer brachte.

Sie lehrte ihnen viele Fertigkeiten wie die Töpferei und das Weben. Sie brachte den Menschen auch alle Zeremonien wie auch das Räucherwerk, „Smudge“ genannt, das aus Salbei, Süßgraß und Zeder besteht. Das bringt Reinigung, Segen und Schönheit in alle Zeremonien.

Eine Hopi-Legende erzählt, dass am Beginn der Zeit zwei Kräfte waren: Tawa, der Sonnengott und Kokyanwuhti (Spider Woman), die Erdgöttin. Sie waren eng miteinander verbunden. Ein geheimer dünner, aber starker Faden von ihr gesponnen soll sie immer miteinander verbinden. Der Grundsatz der indigenen Völker „as above – so below“ (wie oben – so auch unten) soll von ihnen stammen.

Alle Geheimnisse und Kräfte des „Above“ hütet Tawa, während Spider Woman die irdischen Geschicke lenkt und alle Magie des „Below“ kennt. Damit ist sie auch eine Erdgöttin bzw. die Erde selbst.

In der Mythologie der Hopi brachte die alte Spinnen-Großmutter den Menschen den Mond und ermöglichte durch diese zyklische Kraft erst menschliches Leben auf der Erde.

Sie hatte vier Kinder —  zwei Zwillingspaare —  zwei Töchter und zwei Söhne. Diese haben einem Mythos nach die Sonne, den Mond und alle Sterne aus sich hervorgebracht. Nach einer anderer Version sind die Sterne die Tautropfen, die sich in ihrem Netz verfangen haben und die sie in den Himmel versetzt hat.

Hilft, den Lebenstraum zu verwirklichen

Die Spinnenfrau erinnert daran, dass auch wir unsere Träume „spinnen“ können, um sie anschließend zu realisieren. Sie gewährt ihr Wissen den Menschen, während sie träumen und bringt sie in Verbindung mit ihrem „Höheren Selbst“. Sie hilft den Menschen, ihren Lebenstraum zu verwirklichen.

Um die Weisheit dieser Träume, die uns Spiderwoman schickt, einfangen zu können, haben die Menschen ihr zu Ehren die Traumfänger entwickelt, die an ein Spinnennetz erinnern.

Ein weiterer Weg, um an die großen Geschenke und Lehren der Spinnengroßmutter zu erinnern, sind die schönen Designs, mit denen die indigenen Menschen Nordamerikas ihre Häuser sowie der exquisiten Schmuck, mit denen sie ihre Körper schmücken.

Auch das Volk der Teotihuacan, einer pre-columbianischen Zivilisation im heutigen Mexiko (ca. 100 vor bis 700 nach u.Z.) kannte eine Große Göttin, die Spinnengroßmutter genannt wurde.

Jeder Gedanke ist in seiner Essenz immer noch der Traum von Grandmother Spiderwoman. Alles, was sich aus Gedanken manifestiert und Realität wird, ist vom großen Netz der Spinnengroßmutter gehalten.

Die indigenen Völker sind davon überzeugt, dass wir durch einen unsichtbaren Faden aus unserem Nabel immer noch mit der alten ursprünglichen Spinnengöttin verbunden sind.

auch:  Kokyanwuhti, Sussistinako, S’ts’tsi’naku, Tse-che-nako,, Stich-tche-nako, Ts’its’nako, Old Spider Woman, Thinking Woman

Das Bild der Grandmother Spiderwoman kann als Replik erworben werden.

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