Gula – Akkanisch-babylonische Göttin der Heilung, Schicksals- und Muttergöttin

Gula hat die Kraft Krankheiten zu heilen, aber auch die Macht, den Menschen Krankheiten aufzuerlegen. Damit ist sie auch für das Schicksal der Menschen zuständig.

Die große Ärztin

gula Gula hat die Kraft Krankheiten zu heilen, aber auch die Macht, den Menschen Krankheiten aufzuerlegen. Damit ist sie auch für das Schicksal der Menschen zuständig.

Sie schreibt dieses auch auf und ist unter ihrem zusätzlichen Namen „Gulsen“ die schreibende Schicksalsgöttin, in deren Aufzeichnungen alles über das Leben steht. Sie brachte der Urbevölkerung Mesopotamiens das Feuer: Das äußere Feuer sowie das innere Feuer. Dieses innere Feuer ist zum einem der starke Lebenswille, der wichtig ist, um Krankheiten zu überstehen. Es ist aber auch gleichzeitig  das Fieber — jene Hitze, die Krankheiten anzeigt aber den Körper auch heilen wie zerstören kann.

Es wurde von ihr überliefert, dass sie u.a. die Fähigkeit vermittelt haben soll, durch Handauflegen Tote auferstehen zu lassen. Ferner ist überliefert, dass die Heilerinnen und Heiler während der Heilungszeremonien —  teilweise mehrere Tage lang — Ritualtexte rezitierten. Viele Gebete und Hymnen richten sich dabei an Gula, die auch den Beinamen „azugallatu“ („die große Ärztin“) trägt.

Ursprünglich war Gula vermutlich eine Muttergöttin, bei der erst nach und nach der Heilungsaspekt immer mehr in den Vordergrund trat. Man sagt daher auch, sie könne auch alle Krankheiten der Erde kurieren.

Gula spendet unbändigen starken Lebenswillen

Darüber hinaus ist Gula für Geburten zuständig, ihr Symbol ist daher das achtstrahlige Rad der Lebensglut. Das bedeutet nicht nur den unbändigen starken Lebenswillen sondern auch die Hitze des physischen Körpers, die das Leben aufrecht hält und es – durch Fieber — zerstören kann.

Damit kam ihr auch eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Kindbettfiebers und frühen des frühen Kindstods zu. Sie hilft gegen die grässliche Dämonin Lamaschtu, die diese Krankheiten verursacht Die Ausgrabungen in Isin förderten eine Tempelanlage für Gula mit lebensgroßen Frauendarstellungen und offenbar der Göttin gewidmeten Hundefiguren zutage. Daher gilt der Hund als ihr Symboltier. Gulatempel sind auch aus der heiligen Stadt Nippur und verschiedenen anderen Orten bekannt.

Die Verschmelzung der Heilungsgöttinnen

Im Laufe der Jahrhunderte sind andere Heilungsgöttinnen, wie Bau und Gatamdug mit ihr verschmolzen. Dies ist typisch für Assimilierungsprozesse, in dem einander ähnliche Göttinnen zu einer noch größeren Gestalt vereint wurden. Bau war als Himmelsgöttin die Göttin der Stadt Lagash.

Mit dem Beinamen „Ärztin“ wurde sie als Heilsgöttin verehrt und stand auch für Kindersegen und Reichtum. Gatamdug fungierte als Muttergöttin des Tigris-Gebietes als Ratgeberin der Könige und war eine bedeutende Traumdeuterin.

Der Göttergatte der Gula ist Ninib, ebenfalls ein Heilsgott. Gula lebt in einem Garten im Zentrum der Welt, dort wässert sie den Baum, der die Erdachse bildete. Und dort hütet sie immer noch die Urflamme allen Lebens und die Lebensflamme jedes einzelnen Menschen. Der jeweils 9. und 10. Tag eines Monats war Gula geweiht.

auch: Gula-Bau, Gulsen

Kommentar verfassen