Ho Hsien-Ku ist die chinesisch-taoistische Göttin der Unsterblichkeit, der Gesundheit, der Güte und der Berge.
Die Glück bringende Unsterbliche
Ihr Name bedeutet „die unsterbliche Jungfrau Ho“. Sie ist eine der Pa-Hsien. Das ist eine Gruppe von legendären acht Unsterblichen in den taoistischen Legenden.
Diese Unsterblichen begannen ihr Dasein als Menschen und transzendierten ihre Menschlichkeit, um übermenschlich zu werden. Ho Hsien-Ku ist die einzige Frau unter ihnen.
Sie soll im 7. Jahrhundert zur Zeit der Kaiserin Wu gelebt haben.
Glimmerpulver für Unsterblichkeit
Als Kind beschloss sie, auf dem Yun-mu-Berg zu leben. Auf diesem Berg gab es Steine namens Yun-mu-shih, „Perlmutt“ oder „Glimmer“. Im Alter von etwa vierzehn oder fünfzehn Jahre, erschien ihr im Traum ein Geist bzw. ein überirdisches göttliches Wesen. Von diesem bekam sie die Anweisung, einen dieser Steine zu zerstoßen und zu essen, damit ihr Körper große Beweglichkeit erlangen konnte und sie unsterblich würde. Ho Hsien-Ku tat, wie ihr geheißen, und aß etwas Glimmerpulver.
Nachdem sie dieses gegessen hatte, erlangte sie tatsächlich große Beweglichkeit – ihr Körper wurde schwerelos. Das Glimmerpulver machte sie auch tatsächlich unsterblich.
Aus Gründen, auf die in den Legenden nicht näher eingegangen wird, gelobte sie außerdem, Jungfrau zu bleiben.
Ho Hsien-Ku verbrachte anschließend ihre Zeit damit, auf einer vielfarbigen Wolke von Gipfel zu Gipfel über die Berge zu schweben und große Mengen an Wildfrüchten und Kräutern für ihre Mutter und andere Menschen zu sammeln, obwohl sie selbst keinen Hunger hatte.
Schon bald verzichtete sie ganz auf normale Nahrung, weil sie erkannte, dass sie nicht essen musste, um zu überleben. Es heißt, sie ernährte sich von Mondstrahlen.
Die Menschen versprachen sich gute Gesundheit, wenn sie von den Früchten aßen, die Ho Hsien-Ku ihnen brachte.
Ihre strenge asketische Lebensweise, ihre Güte und ihre Freigiebigkeit sprach sich schnell herum und sie war bald hoch verehrt.
Eines Tages erfuhr Kaiserin Wu von ihrem Ruhm und war interessiert, sie kennenzulernen.
So ließ sie Ho Hsien-Ku zum Palast rufen. Diese verschwand jedoch auf dem Weg zum Hof und schloss sich den anderen Unsterblichen im Himmel an. Dort diente sie als Amme von Tai Sui, dem Gott des Himmels.
Der grüne Strumpf
Einmal – so erzählt die Legende – war Ho Hsien-Ku so müde, dass sie sich ausruhen wollte und dabei die Schuhe und Strümpfe auszog. Damit erschreckte sie die anderen sieben Unsterblichen und sie rannten davon. Als sie ihnen hinterher lief, blieb ein grüner Strumpf an einem Litschizweig hängen. Seit dieser Zeit gilt in China das Aufhängen von etwas Grünem als Glück bringend. Die Farbe Grün bedeutet Leben und ist ein Symbol des Frühlings. Grün deutet auch den höchsten inneren Frieden an und wenn die Farbe im Traum vorkommt, steht sie für ein gutes Traumende.
Auf Bildern wird Ho Hsien-Ku als wunderschöne Frau dargestellt, obwohl die Legende besagt, dass sie mit nur sechs Haaren auf dem Kopf geboren wurde. Sie wird meist mit einer Lotusblume in der Hand dargestellt, die ihr weites, gütiges Herz und ihr freigiebiges Wesen symbolisieren. Ein weiteres Attribut ist ein Pfirsich, der für die Ewigkeit steht.
Eines ihrer bekannten Symbole ist eine große Schöpfkelle – eine Schale, die aus Bambusgeflecht gefertigt und mit verschiedenen Objekten gefüllt ist, die mit taoistischer Unsterblichkeit in Verbindung gebracht werden, z. B. dem Zauberpilz, einem Pfirsich, Bambus- und Kiefernzweigen sowie Narzissenblüten.
Hilft bei allen Problemem
Eng verbunden ist sie mit dem Planeten Jupiter, der in der chinesischen Astrologie als „Tai Sui“ bezeichnet wird – der „Große Jupiter“, der über das Glück wacht. Der Zyklus von Tai Sui folgt dem 12-jährigen Umlauf des Jupiters.
Dank ihrer Tai-Sui-Praxis kann Ho Hsien-Ku bei den meisten Problemen im Leben helfen.
Ob körperliche oder seelische Wunden – sie kann helfen und außerdem Glück und Wohlstand bringen.
Es gibt verschiedene wunderschöne Glimmerarten, mit denen man Ho Hsien-Ku ehren und sie um ihren Beistand bitten kann.
auch: He Xiangu, Ho Xian-ku, Hé Qióng, He Hsien-ku
