Jahi – Persischer Beiname der Großen Mutter

Jahi erscheint in persischen Schriften als Schöpferin und Verführerin des ersten Mannes. Sie gebar die Schlange Ahriman und paarte sich dann mit ihr, was auch Lilith oder Eva mit der biblischen Schlange getan haben soll.

Die mächtig lustvoll Menstruierende 

Jahi erscheint in persischen Schriften als Schöpferin und Verführerin des ersten Mannes.

Sie gebar die Schlange Ahriman und paarte sich dann mit ihr, was auch Lilith oder Eva mit der biblischen Schlange getan haben soll.

Mit ihr kam die Menstruation in die Welt

Nach den Schriften des Zarathustra kam mit Jahi die Menstruation in die Welt, denn sie menstruierte zum ersten Mal nach ihrer Vereinigung mit der Schlange. Deshalb verkörpert sie auch den Mond, der als die eigentliche Ursache der Menstruation angesehen wurde.

Indem sie den ersten Mann im Urgarten verführte, brachte Jahi auch die Sexualität in die Welt und ist Inbegriff lustvoller und selbst­bestimmter weiblicher Sexualität. Auch die sumerische Mythologie kennt als Namen für die Große Göttin eine Iahu (= „erhabene Taube“).

Die jüdischen Patriarchen übernahmen wahrscheinlich von persischen Asketen die Vorstellung der Sündhaftigkeit der Frauen, die ja alle von Jahi (bzw. Eva) abstammen. Nach deren Vorstellung sind demnach alle Frauen Huren. Allerdings scheinen die alten Namen des männlichen jüdischen Gottes eine maskuline Form der Jahi, nämlich Jahweh oder auch Jahu, Jaho oder Jehova gewesen zu sein.

Manche Mythen weisen darauf hin, dass dieser Gott wie Ahriman eine Schlangengestalt hatte und die Große Muttergöttin Jahi sich mit ihm gepaart hat.

Die Urängste der Männer

Vor dieser scheinen die Männer großen Respekt zu haben, wird sie auch als schlimmer Dämon, der das Böse in die Welt gebracht hat, dargestellt. Mit ihr ist auch die Menstruation dämonisiert worden.

Ganze Abhandlungen finden sich in Schriften über die Epochen hinweg, die beschreiben, wozu menstruierende Frauen fähig wären: Von ihnen berührte Früchte werden nicht mehr reif, Senf verdirbt, Wein und Milch wird sauer, Gras vertrocknet, Eisen verrostet und die Luft wird düster. Wenn Hunde am Menstruationsblut lecken, so würden sie tollwütig. Und das sind jetzt nur die harmloseren Varianten ihrer Kraft.

Ein Mensch der blutet, aber nicht stirbt, der dies immer wieder tut und sich dabei sogar regeneriert, das ist schon etwas seltsames. Obacht! Da kann etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Soviel zu den Urängsten der Männer. Im Juden- und Christentum, im Hinduismus, im Islam und einigen anderen Religionen sind Frauen daher während ihrer Monatsblutung von religiösen Riten ausgeschlossen, weil sie deren Wirkungslosigkeit oder schlimmer, dessen Umkehrung bewirken können.

Das, was Frauen über Jahrtausende in vielen Religionen diskriminiert hat, kann natürlich auch von einem anderen Gesichtspunkt gesehen werden.

Mächtige Wesen, die ihre „Tage“ haben

Gut so! Könnten Frauen des 21. Jahrhunderts sagen: Wir verderben Senf, Wein und Milch, also haben wir nichts in der Küche verloren. Wir lassen Eisen verrosten, nicht vorstellbar, was unser Menstruationsblut erst mit den Festplatten von Computern anstellen könnte. Also eine Woche Dienstfreistellung in Haushalt und Job und das monatlich.

Und auf die patriarchalen religiösen Zeremonien pfeifen wir sowieso. Wir ziehen uns in unsere Menstruationshütte (oder nach Belieben in einen schicken Wellness-Tempel) zurück und machen unseren eigenen Zauber. Jahi sei Dank sind Frauen mächtige Wesen, besonders, wenn sie ihre „Tage“ haben. Menstruationsblut ist ein starkes magisches Mittel. Männer seid also auf der Hut!  

auch: Jeh, Jēh, J̌ēh, Iahu

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