Xochiquetzal – Aztekische Göttin der Liebe und der Fülle

Xochiquetzal steht für Überfluss, Fülle, Freude und alle angenehmen Dinge des Lebens. Ihr Name bedeutet „Blumenfeder“. Als unwiderstehliche aztekische Liebesgöttin ist sie eine Göttin der Blumen und der Jugend, der Tänze und der Spiele.

Die Blumenfeder

 

Xochiquetzal steht für Überfluss, Fülle, Freude und alle angenehmen Dinge des Lebens. Ihr Name bedeutet „Blumenfeder“. Als unwiderstehliche aztekische Liebesgöttin ist sie eine Göttin der Blumen und der Jugend, der Tänze und der Spiele.

Sie ist verspielt, verführerisch, fröhlich, schön und kokett, erotisch und selbstbewusst. Sie weiß um ihre erotische Anziehungskraft. Es macht ihr keinerlei Anstrengung, Begierde zu wecken. Was sie will, erreicht sie auch.

Die AztekInnen übertrugen ihr die Aufgabe, die jungen Menschen in die Kunst der Liebe einzuweihen. Als Göttin der Frauen war sie zuständig für Liebe und Sexualität, für Schwangere, für eine glückliche Geburt und für Prostituierte und Tempelpriesterinnen.

Üppig und voll prallen Lebens

Sie verströmt sich und verschenkt sich. Alles, was mit ihr im Zusammenhang steht, ist üppig und voll prallen Lebens. Damit fordert sie Coatlicue, ihre Gegenspielerin heraus. Denn diese ist die beschneidende Kraft, die dafür sorgt, dass von nichts zu viel da ist, damit die Artenvielfalt gewährleistet ist.

Xochiquetzal liefert sozusagen immer wieder in Hülle und Fülle alles nach – Blütenpracht, Gaumenfreuden, Düfte, Augenweiden, sinnliche Genüsse. Ihr kann es nicht genug von allem sein.
Xochiquetzal ist die Schutzgöttin all derer, die Schönes schaffen: der MalerInnen, der SilberschmiedInnen, der WeberInnen, der BildhauerInnen. Als Liebesgöttin ist sie eine Liebhaberin des Tanzes, des Gesanges und der ausgelassenen Spiele.

Sie ist immer dabei, wenn ein Tisch schön gedeckt wird, ein Mensch sich schmückt und in fließende, bunte Gewänder kleidet, wenn jemand sinnlich tanzt, wenn Blumen arrangiert oder ein köstliches Mahl zubereitet wird. Sie wohnt in ihrem paradiesisch duftenden Blütengarten hinter den neun Himmeln.

Lehrt raffinierte Verführung

Sie lehrt die Menschen — gleich welchen Geschlechts — das Begehren zu wecken, anzustacheln, wachsen zu lassen. Sie lehrt raffinierte Verführung und ungezügelte, zärtliche und lustvolle Liebesspiele.

Besonders die Blumen und unter diesen wiederum die Ringelblume, werden von Xochiquetzal geliebt und von ihren Verehrerinnen als Opfer dargebracht.
Unter den Tieren liebte sie besonders die Vögel, hier speziell den „Quetzal, einen Vogel mit langen türkisfarbenen Federn, der in den Nebelwälder Mittelamerikas beheimatet ist.
Dieser wurde im antiken aztekischen Reich selbst als Gottheit angesehen, heute ist er das Wappentier Guatemalas, auch die guatemaltekische Währung trägt seinen Namen. Besonders seine langen Schwanzfedern sind beeindruckend und waren für PriesterInnen spirituelles und mächtiges Symbol.  

Seinen Namen trägt sie, wie auch seine Federn, die sie an ihrer Federkrone befestigt hat. Schmetterlinge sind ihr ebenso heilig.

Vogelkrone und Blütenkleid

In Darstellungen trägt sie oft eine Vogelkrone mit den wunderschönen, türkisfarbenen Federn des Quetzal. Ihr Kleid ist gewoben aus Federn und Blüten. Da Xochiquetzal auch in Früchten und Blüten wohnt, wird sie auch als unbekleidete, bunte Göttin im Kern, als Essenz einer Frucht gezeigt.

Einer Legende nach, ist Xochiquetzal die Stifterin der menschlichen Sprache. Sie soll in Form eines Vogels vom „Baum des Himmels“ zu den Menschen herab geflogen sein, um ihnen die Sprache zu schenken. Xochiquetzal wurde im aztekischen Reich bei verschiedenen Gelegenheiten verehrt: Ein Tag im aztekischen Kalender war nach ihr benannt, es war der letzte Tag des 20-tägigen Monats. 18 Monate à 20 Tagen hatte das aztekische Jahr, plus 5 Resttage.

Ringelblumen für den „Weg nach Hause“

Außerdem wurde ihr zu Ehren alle 8 Jahre ein großes Fest gegeben, bei dem die TeilnehmerInnen, Vogel- oder Blumenmasken trugen. Noch heute werden Xochiquetzal zu Ehren an Allerheiligen, dem spanischen „Dia de los Moertos“, Ringelblumen oder andere „gelbe“ Blumen auf den „Opferaltar“ für die Verstorbenen gestreut.

Den Seelen der Toten streut man nach einer Beerdigung diese Blütenblätter auf den Weg nach Hause, damit sie auf jeden Fall heim finden können. Die Ringelblume symbolisiert das Zyklische des Lebens, Sterbens und erneut geboren werdens.

Immer wenn es um Fülle, Genuss, sinnliche Freuden geht, dann ist es gut, Xochiquetzal einzuladen. Ihre Energie ist ein guter Gast, dass ein Fest (ein Fest für sich alleine, in trauter oder prickelnder Zweisamkeit oder mit vielen Menschen) wunderbar für alle Beteiligten werden kann.

Um sie dabei zu ehren, kann man sich mit bunten Federn schmücken, in wohlige Düfte hüllen, in fließenden Gewändern tanzen, kurz: Schönheit für alle Sinne verbreiten.

sprich: Schok i kaitsal

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