Matrona – Keltisch-französische Flussgöttin

Matrona ist die Personifizierung des französischen Flusses Marne. Sie ist als Flussgöttin die starke Nährmutter der gesamten Region.

Fließende Nährmutter

Matrona ist die Personifizierung des französischen Flusses Marne. Sie ist als  Flussgöttin die starke Nährmutter der gesamten Region.
Eine Weiheinschrift, die 1831 im Quellgebiet des Flusses („La Marnotte“) bei Bellesmes (Département Haute-Marne) in der Nähe von Langres (Andemantunnum in der Gallia Belgica) gefunden wurde, bezeugt die Verehrung dieser Göttin:

„Successus / Natalis l(ibertus) / maceriem / caementiciam / circa hoc tem/plum de sua pe/cunia Matro/nae ex voto sus/cepto v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)“
„Successus, [als Sklave] freigelassen von Natalis, ließ zu eigenen Kosten diese äußere Wand aus Bruchsteinen um diesen Tempel bauen zu Ehren der Matrona, seinem Gelübde entsprechend, das er gerne und verdienstvoll erfüllt hat.“

Zusammen mit dem Unterlauf der Seine, die durch die Flussgöttin Sequana personifiziert ist, bildete die Marne die Grenze zwischen dem Kernland Gallien und der römischen Provinz Belgica im Norden. Der Name der Göttin wird mit dem Fluss, vor allem seinem Quellgebiet, in Zusammenhang gesehen.

Der Name Matrona ist keltischen Ursprungs, abgeleitet von den  gallischen und altirischen „mātīr“ und „máthair“, die beide Mutter bedeuten.
Als „göttliche Mutter“ bildet Matrona die Einzahlform von Matronae. Für diese Muttergottheiten sind über 800 Weiheinschriften erhalten, teils mit dreigestaltigen Reliefs (bekannt sind vor allem die drei Matronen).

Mit Matrona wird auch der Name von Modron in Zusammenhang gebracht, einer Muttergöttin und Sagengestalt aus der keltischen Mythologie von Wales im Westen Großbritanniens.
In der Antike hieß der Fluss Matrona und deutet wie viele andere Flüsse auf die mütterlich-nährend-fließende Energie hin, mit der die Göttin das ganze Umland beschenkt.

auch: Dea Matrona

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