Mere-Ama – Die „finnische Mutter allen Wassers"

Mere-Ama lebt in allen Flüssen und Bächen. Ihre mächtigste Manifestation ist natürlich der Ozean. Sie ist aber auch in jedem Wassertropfen gegenwärtig. Alles Leben ist aus der ursprünglichen Mutter hervorgegangen.

Das tiefe Meeresbewusstsein

Mere-Ama lebt in allen Flüssen und Bächen. Ihre mächtigste Manifestation ist natürlich der Ozean. Sie ist aber auch in jedem Wassertropfen gegenwärtig. Alles Leben ist aus der ursprünglichen Mutter hervorgegangen.

Mere-Ama hat sich nun, nachdem ihr Schöpfungswerk, die Kreation des Wassers und damit aller Wesen auf der Erde vollendet ist, auf den Meeresgrund zurückgezogen und regiert alle Meeresgeschöpfe, besonders die Fische, von deren reichhaltigem Vorhandensein die Ernährung des Volkes abhängt.

Sie versorgt die Menschen nicht nur mit Fischen sondern auch mit dem Fruchtbarkeit bringenden Regen — gewonnen aus dem Wasser, das die Meeresgöttin aus ihrem Reich in die Wolken geschickt hat.

Mit Wasser segnen

Sie hat einen freundlichen, nährenden sowie einen stürmischen, zerstörenden Aspekt. Wer sie erzürnt, indem z.B. mehr Tiere gefischt, als benötigt werden, bzw. wenn mit ihrem Schöpfungswerk achtlos umgegangen wird, der kann die wilde, unbändige Kraft von Mere-Ama zu spüren bekommen.

All jene, die nicht mehr fischen, als sie essen können, die sich mit ihr verbinden, indem sich mit Wasser segnen („taufen“), jene, die die Gezeiten des Lebens achten, all jene die sich trauen, die Wogen und Wellen ihrer tiefsten, dunkelsten Gefühle zu spüren, stehen unter ihrem Segen.

Kontakt mit der Wassermutter

Bei Zeremonien zu Ehren von Mere-Ama werden daher Menschen mit Wasser, also dem Lebenssaft der Göttin besprengt. Wenn eine Braut in ein neues Heim zieht, gehört der Kontakt mit der Wassermutter dieses Gebietes zu ihren ersten Pflichten.

Sie geht zu jenem Fluss, der dem Haus am nächsten ist und bringt der Göttin Brot und Käse oder Tuch und Faden mit. Danach wäscht sich die Braut ihr Gesicht und ihre Hände mit dem heiligem Wasser. Jene, die im Winter heiraten, wenn Mere-Ama unerreichbar unter dem Eis ist, versammeln sich nach der Eisschmelze zu einer Zeremonie, damit Mere-Ama die menschliche, tierische und pflanzliche Fortpflanzung segne.

Brandy als Opfergabe

Mere-Ama, die Göttin des Meeres und aller fließenden Gewässer, wird als junge Frau mit silberweißem langen Haar gesehen. Sie schützt die Menschen vor der verderblichen Kraft des Wassers, ihr werden Lebensmittel, Brot und Früchte (kein Fleisch) geopfert, indem man die Nahrung in ein fließendes Gewässer oder das Meer wirft.

Da Mere-Ama Brandy liebt, gießen die Menschen auch alkoholische Getränke ins Meer. Dann sollen die Fische besonders gut anbeißen. Mere-Ama trägt das tiefe Meeresbewusstsein in sich, sie leistet bedingungslos Hilfe, wenn sie aus der tiefsten Tiefe der Seele darum gebeten wird.

auch: Vete-Ema, Mier-Iema

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