Anuenue – Hawaiianische Regenbogengöttin

Die Göttin Anuenue kommt als Botschafterin der Gottheiten von den „Wolkeninseln“ hinunter auf die Erde. Es erscheint damit die Göttin selbst, die um Regen gebeten werden kann und von der man auch hofft, dass sie andere Wünsche erfüllt.

Botschafterin von den Wolkeninseln

Regenbögen sind in vielen Kulturen ein Zeichen für Schutz, Wohlstand, Glück. Er wird daher auch in Hawaii als ein gutes Zeichen gedeutet, wenn AhnInnen auf den Himmel einen Regenbogen malen. Es erscheint damit die Göttin selbst, die um Regen gebeten werden kann und von der man auch hofft, dass sie andere Wünsche erfüllt.

Die Göttin Anuenue kommt als Botschafterin der Gottheiten von den „Wolkeninseln“ hinunter auf die Erde. Die Menschen glauben auch daran, dass die Seelen der Verstorbenen auf einem Regenbogen zu den himmlischen Gebieten reisen können.

Die Bitte des schönen Häuptlings

Eine alte Legende in Hawaii erzählt, dass Mahaka, ein schöner, junger, tapferer und starker Stammeshäuptling sehr verzweifelt war. Es hatte in seinem Tal auf der Insel Oahu bereits seit sieben Jahren nicht mehr geregnet und sein Volk litt an Hunger und Durst. Mahaka erklomm den höchsten Berg, um Kontakt mit seinen AhnInnen aufzunehmen und zu beten. Dort erschien ihm die Anuenue, die Regenbogengöttin, indem sie einen enormen doppelten Regenbogen von ihrem Heim zu jenem Tal formte, in dem Makaha lebte.

Die Menschen hatten noch nie so einen großartigen und beeindruckten Regenbogen gesehen, einen, der durch und durch lebendig wirkte. Sie erkannten in ihm die Göttin und begannen zu beten. Mahaka verliebte sich sich sofort unsterblich in die Göttin. Sie erwiderte seine Liebe, denn sie hatte ihn schon lange vom Himmel aus beobachtet und bereits großen Gefallen an ihm gefunden. Sie schickte seinem Volk sanften, fruchtbaren Regen.

Über diese Verbindung ihres Häuptlings und der Göttin waren die Menschen sehr glücklich. Aus dem ausgedorrten wurde ein blühendes und fruchtbares Land. Sie errichteten zum Dank einen heiligen Tempel für die Göttin und opferten ihr stets die besten Fänge, die sie als Fischer aus dem Meer holten.

Der Zorn der Göttin

Das ging einige Zeit gut, doch dann wurde ein besonders toller Fisch gefangen. Mahaka lief zum Strand, um ihn zu holen und Anuenue zu schenken. Dort traf er allerdings auf ein schönes Mädchen namens Maiili. Von ihrer Schönheit und Ausstrahlung war er so fasziniert, dass er ihr diesen Fisch schenkte und offenbar gleich an Ort und Stelle mit ihr Liebe machte. Der Göttin brachte er dann einen minderwertigen Fisch, was sie erzürnte.

Denn Anuenue hatte all dies bereits von ihrem Regenbogen aus beobachtet. Einen Fehltritt hätte sie ihm verziehen, doch über das üble Geschenk und ob der Tatsache, dass er sich auch am nächsten Tag mit Maiili traf, was sie so erzürnt, dass sie böse dunkle Wolken am Himmel aufziehen und ein schreckliches Gewitter über das Tal niedergehen ließ, das das Land komplett zerstörte.

Nach diesem Gewitter ließ sie es nicht mehr regnen und erneut machte sich eine große Dürre breit. Mahaka verlor seine Kraft und war nicht mehr länger Häuptling. Anuenue bekam erst nach Jahren Mitleid mit diesem Volk und schickte wieder Regen und zeigte sich selbst als Regenbogen.

Diese Geschichte ist Inhalt vieler alten Gesänge und Hula-Tänze. Unter dem Segen und der Führung der Regenbogengöttin Anuenue wird die Kultur von Hawaii aufrecht erhalten.

auch: Ke Anuenue Punahele       

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