In der römischen, altitalischen Mythologie sorgte Porrima für die richtige Lage des Kindes bei der Geburt und zwar dass es mit dem Kopf voran zur Welt kommt. Porrima war aber auch die römische Göttin der Zukunft und somit auch der Prophezeiung

Göttin der Kopf-voran-Geburt

In der römischen, altitalischen Mythologie sorgte Porrima für die richtige Lage des Kindes bei der Geburt und zwar, dass es mit dem Kopf voran zur Welt kommt. Sie ist auch bekannt als Antevorta oder Prorsa und ist sozusagen die Gegenspielerin zu Postvorta, der Göttin der verkehrten Geburt, bei der die Beine des Kindes zuerst auch dem Mutterleib kommen

Porrima und Postvorta werden als die beiden Schwestern oder als Gefährtinnen der römischen Göttin Carmenta beschrieben.

Carmenta war im römischen Reich eine Göttin vor allem für Frauen, als Göttin der Geburtshilfe beschützte sie Hebammen und werdende Mütter. Als Carmenta Porrima oder Carmenta Prorsa bzw. als Carmenta Postvorta war sie für die Lage des Kindes im Mutterleib verantwortlich.
Sie wurde von schwangeren Frauen als Beschützerin gegen die Gefahren einer Geburt angerufen.

Porrima war aber auch die römische Göttin der Zukunft und somit auch der Prophezeiung. Während sie von der Zukunft singt, schaut Postvorta in die Vergangenheit.

Doppelstern in der Jungfrau

Die Göttin Porrima gibt auch einem Stern innerhalb des Sternzeichens der Jungfrau ihren Namen und zwar des Sterns „γ Virginis“ (Gamma Virginis). Porrima ist der bekannteste Doppelstern im Sternbild Jungfrau. 
Da diese als Göttin von schwangeren Frauen bei der Niederkunft um Hilfe angerufen wurde, passt der Name sehr gut ins Sternbild Jungfrau, das ja in vielen Kulturen ja die Göttin der Fruchtbarkeit darstellt.
Auf den meisten Sternkarten erinnert dieses Sternbild an eine menschlichen Gestalt, die entspannt mit ausgebreiteten Armen auf dem Rücken liegt. Am Treffpunkt der beiden Arme steht der Doppelstern Porrima.

Dieser besteht aus zwei gleich großen und gleich hellen Einzelsternen und diese umrunden einander in rund 170 Jahren. Dieser Doppelstern wird auch als Mutter und Kind beschrieben und zwar entweder vor oder nach der Geburt. Das entspricht wieder der mythologischen Bedeutung der Göttin Porrima als Geburtsgöttin. Denn Porrima ist von der Erde aus betrachtet nicht immer als zwei voneinander unabhängige Sterne zu erkennen. 
1920 war ihr Abstand mit über sechs Bogensekunden zueinander am größten – schon mit einem Opernglas hätte man die beiden Einzelsterne sehen können. 2008 betrug der Abstand nur mehr 0,4 Bogensekunden – da war zu einer getrennten Betrachtung sehr großes Teleskop notwendig.
Inzwischen ist der gegenseitige Abstand wieder groß genug, um an dieser Stelle zwei Lichtpunkte zu erkennen. Es ist fast so, als hätte die Mutter ihr Kind bekommen, das nun immer eigenständiger wird: Nach der engen Passage nimmt nun bis Ende dieses Jahrhunderts der Abstand der beiden Doppelsterne Porrima immer mehr zu.

auch: Prorsa, Antevorta, Carmenta Porrima 

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