Selket – Ägyptische Skorpiongöttin, die „die Lungen atmen lässt"

Selket erscheint meist in Frauengestalt, die einen giftigen Skorpion auf ihrem Haupt trägt. Selket geht auf eine alte Lautübersetzung der Hieroglyphenschrift zurück. Man geht davon aus, dass ihr Name ihre Fähigkeit bezeichnet: „die Lungen atmen zu lassen“, beispielsweise nach einem Skorpionstich.

Die magische Giftspeierin

Selket erscheint meist in Frauengestalt, die einen giftigen Skorpion auf ihrem Haupt trägt. Auf anderen Darstellungen ist Selket ein Skorpion mit Frauenkopf.

Da sie auch als göttliche Mutter verehrt wurde, gibt es auch andere Darstellungen der Göttin: ein Frauenkörper mit Löwen- oder Krokodilkopf und mit Messern bewaffnet. Grabszenen zeigen sie auch als Skorpion, Löwe oder eine sich aufbäumende Kobra.

Schutzgöttin der Heilkundigen, Zauberer und Hexen

Selket geht auf eine alte Lautübersetzung der Hieroglyphenschrift zurück. Man geht davon aus, dass ihr Name ihre Fähigkeit bezeichnet: „die Lungen atmen zu lassen“, beispielsweise nach einem Skorpionstich.

Einer offenbar ältere Darstellungsform des Namens, nämlich „Serket-Hetit“ oder „Serket-Hetu“ bedeutet: „die, welche die Kehle atmen lässt“, wobei „Hetit“ mit „Kehle“ übersetzt. Da sie Bisse und Stiche giftiger Tiere, speziell der Skorpione vereitelt und heilt, gilt Selket als Schutzgöttin der Heilkundigen, Zauberer und Hexen und wird selbst als große Heilerin und Magierin sowie als Göttin der Schlangenkundigen gesehen.
Damit ist Selket auch die „Schützerin des Lebens“ und hat demzufolge auch im Totenreich „Duat“ eine wichtige Funktion. Es stand auch in ihrer Macht, den Menschen den Atem und damit das Leben zu nehmen. 

Nicht nur Menschen, sondern auch andere Gottheiten hält sie am Leben. So bewahrt sie den Sonnengott Re vor Dämonen und steht ihm zur Seite, indem sie im Kampf gegen seine Feinde Gift ausspeit und Zaubersprüche wirkt.

Sie sendet 7 Skorpione um Isis vor Seth zu schützen. Sie ist Schutzgöttin eines der vier Horussöhne – des Kanopengottes Kebechsenuef. Zudem bekämpft Selket auch Apophis, jenen Gott, der Auflösung, Finsternis und Chaos verkörpert und damit der große Widersacher des Sonnengottes Re ist.

Weitere Erwähnung findet Selket in der mythologischen Erzählung um die Geburt des Gottes Horus, in der sie zusammen mit Nephthys der Göttin Isis zur Seite steht, nachdem der Kindgott von einem Skorpion gestochen worden war. Vermutlich wegen der Zauber-Macht beider verschmilzt Selket in Darstellungen und Schilderungen oft auch mit Isis.

Das Böse von den Toten fernhalten

Selket ist sowohl Schützerin des Lebens als auch Totengöttin, die im Totenreich wichtige Funktionen inne hat: Im ägyptischen Totenbuch wird Selket als Beschützerin der falkenköpfigen Kanopen erwähnt – jener Gefäße, in denen die Eingeweide der Verstorbenen (insbesondere jene der Pharaonen) aufbewahrt wurden.

Bei Einbalsamierungen wurden den Toten die inneren Organe, mit Ausnahme des Herzens, entnommen und in vier getrennten Gefäßen, den so genannten Kanopen, aufbewahrt Diese Gefäße wurden in Gestalt von Göttinnenskulpturen gefertigt. Neben Selket übernahmen auch Isis, Neith und Nephthys die Rolle dieser Schutzgöttinnen. Sie hielten an den königlichen Särgen Wache. Bereits in den Pyramidentexten des „Alten Reiches“ erscheinen diese vier Göttinnen an der Bahre des Osiris als Wächterinnen.

Sie sind dafür zuständig, das Böse von den Toten fernzuhalten und heißen die Toten im Jenseits willkommen. Im „Neuen Reich“ stehen diese vier Schutzgöttinnen an den vier Ecken des königlichen Totenschreines und breiten ihre schützenden Arme bzw. Flügel über die Mumie des Verstorbenen. Wenn diesem Unheil drohen würde, können sie mit mächtigen Zaubersprüchen bestrafen und bannen.

Am bekanntesten ist die Darstellung der Schutzgöttinnen am vergoldeten Schrein des Tut-ench-amons aus dem Ägyptischen Museum Kairo. In einem altägyptischen Text wird Selket vermutlich deshalb auch als „Nebet-per-nefer“ bezeichnet, als „Gebieterin des schönen Hauses“, was den Ort der Einbalsamierung (Haus der Verschönerung) bezeichnete.

Selkets Hilfe bei „langem Atem“

In den Pyramidentexten des „Alten Reiches“ wird sie als Mutter des Schlangengottes Neheb-kau erwähnt. Gemeinsam mit anderen Göttinnen hat Selket die Aufgabe, den König zu ernähren. Selket wird zur Hilfe gerufen, wo Luft zum Atmen gebraucht wird, wo langer Atem (auch im übertragenen Sinne) gebraucht wird, wo es gilt, eine vergiftete Atmosphäre aufzulösen, zu heilen oder zu vermeiden.

Sie gilt als Leibwächterin der Isis und schützt auch Frauen, die in Not sind. Wann immer Frauen das Gefühl haben, dass ihnen die Kehle oder die Brust zugeschnürt wird, können sie mit dieser Göttin Kontakt aufnehmen – am besten, indem sie einmal ganz bewusst ein paar tiefe Atemzüge nehmen.
Wenn nötig, dann hilft Selkmet Frauen auch dabei, „Gift zu speien“.´

auch: Selkhet, Selkhit, Selkis, Selchis, Selquet, Selqet, Selqis, Serket, Serkhit, Serqet, Serket-Hetit, Serqet-Hetit Serket-hetet, Serket-hetu

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