Unut, auch Wenut genannt, war die Schutzgottheit des so genannten „Hasengaus“ – des 15. oberägyptischen Gaus, mit der Hauptstadt Wenu/Chemenu (griech.: Hermopolis).
Ihr Name bedeutet „Häsin“, „die Schnelle“ oder „Die Eilende“. Ihr heiliges Tier war der Wüstenhase.

Die schnelle und fruchtbare Häsin

Unut, auch Wenut genannt, war die Schutzgottheit des so genannten „Hasengaus“ – des 15. oberägyptischen Gaus, mit der Hauptstadt Wenu/Chemenu (griech.: Hermopolis).
Ihr Name bedeutet „Häsin“, „die Schnelle“ oder „Die Eilende“. Ihr heiliges Tier war der Wüstenhase.
Dargestellt wurde Unut unter anderem als hasenköpfige Frau, die zwei Messer in den Händen hält, aber auch als Frau mit einer Standarte in den Händen und einem liegenden Hasen auf ihrem Kopf. Hauptsächlich im Totenkult sieht man sie als Frau mit dem Kopf eines Hasen. Im Laufe der Zeit ähnelte ihr Kopf immer mehr der eines Löwen, doch die Hasenohren blieben weiterhin ihr Merkmal.
Bevor sie eine Hasenform hatte, die zu einem unbekannten Zeitpunkt während ihrer Anbetung im alten Ägypten entstand, wurde sie in Form einer Schlange dargestellt.

Unuts Name, besonders in seiner Form als Wenut, wird als „die Schnelle“ interpretiert, von „wni“ „sich beeilen“. Er ist aber auch verwandt mit „wnn“ (= „sein, existieren“), sowie mit „wnwt“ (= „Stunde“ oder Zeiteinteilung allgemein). Das Element „wnn“ („existieren“) lässt auch einen Rückschluss der Göttin in ihrem Fruchtbarkeitsaspekt zu, denn sie ist es, die Existenz schenkt bzw. gewährt.

Die Göttin Unut wurde das erste Mal in der prädynastischen Zeit erwähnt. Die „Gebieterin von Wenu“ musste sich dort aber schnell dem Gott Thot unterordnen, der bald die Hauptgottheit von Wenu wurde. Der Hase blieb das Zeichen des Gaus und wurde bei Prozessionen auf einer Standarte geführt.
Der Hase galt damals wie heute durch seine schnelle Vermehrung als ein Symbol der Zeugungskraft, weshalb die ÄgypterInnen Unut als Göttin der Fruchtbarkeit und des Lebens verehrten.

Schutzgöttin im Jenseits

Doch sie wurde auch mit dem Totenkult in Verbindung gebracht und fand im Mittleren Reich Eingang in die Sargtexten. Es hieß, die Stimmen der Verstorbenen hätten sich in ihr vereinigt und durch sie gesprochen. Unut vollzog mit dem Verstorbenen auch das Ritual der Lösung. Darunter wurde in der altägyptischen Mythologie die rituelle Reinigung der Toten während des siebzig Tage andauernden Balsamierungsrituals verstanden.
Mit Messern bewaffnet war sie eine der vielen Schutzgottheiten des Jenseits.
Schutz gewährte sie ebenfalls als Kronengöttin und kann in dieser Stellung der Uräusschlange gleichgesetzt werden, die sich schützend auf der Krone des Pharaos erhebt.
Laut dem griechischen Schriftsteller Plutarch (ca. 45 – 125 n. u.Z.) schätzten die alten ÄgypterInnen die Hasen insbesondere wegen ihrer Schnelligkeit und ihrer ausgeprägten Sinne. Wohl wegen all der guten Eigenschaften trug man im alten Ägypten Amulette in Form von Hasen.

Unut verkörperte ab dem Alten Reich auch das Auge des Re, dieses galt als die Sonnenscheibe der Sonnengötter. Damit ist Unut auch eine Sonnengöttin.
In der frühdynastischen Zeit ist Unut mit dem Ausspruch „Die Einzige lässt sein Auge heil sein“ bezeugt.
Als das Auge von Re ist Unut auch an der Krone des Pharaos als dessen Herrschaftszeichen angebracht.

auch: Wenut, Wenet, Wenwet

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