In der Mythologie der Dinka, einer afrikanischen Ethnie im Südsudan ist Abuk die erste Frau, Urmutter und einzige Göttin.
Sie ist die Schutzgöttin der Frauen sowie der Gärten und der Gartenlandwirtschaft.

Die Überfluss Schaffende

In der Mythologie der Dinka, einer afrikanischen Ethnie im Südsudan ist Abuk die erste Frau, Urmutter und einzige Göttin.
Abuk und ihr männlicher Gefährte Garang waren die ersten Menschen in der Geschichte der Dinka.
Sie ist die Schutzgöttin der Frauen sowie der Gärten und der Gartenlandwirtschaft.

Sie verursacht nach der Dinka-Überlieferung Wind (ayum) und Tau (alwet), beide sind wichtig für die Fruchtbarkeit von Pflanzen, Wind trägt den Samen weiter und Tau ist eine wichtige Flüssigkeitsquelle.

Die Göttin wird „gierig“

Der Mythos erzählt, dass Abuk sehr winzig, aber voll ausgebildet, geboren wurde. Sie wurde vom Schöpfungsgott Nhialic dann wie eine Bohne in einen großen Topf gegeben, wo sie über Nacht anschwoll. 
In weiterer Folge erlaubte der Nhialic, der ein sehr geiziger Schöpfungsgott war, Abuk und Garang jeden Tag nur ein einziges Samenkorn zu pflanzen, das hielt er für genug, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
Abuk gab sich mit dieser Vorschrift nicht zufrieden, denn wie so viele Schöpfungsgöttinnen wollte sie Überfluss und nicht jene Kargheit auf der Erde, die der männliche Schöpfungsgott vorsah.
Sie benutzte eine lang gestielte Hacke, um die Bepflanzung von mehr Getreide, als erlaubt war, vorzunehmen. Mit dieser schlug sie versehentlich dem Schöpfer auf die Zehe. Er war so wütend auf sie, dass er sich von der Erde zurückzog.
Seit dieser Zeit hat Abuk die Verantwortung für alle wachsenden Dinge und das Wasser, das sie brauchen.

Das Verhalten der Abuk wird in den oft als Mythen „gierig“ bezeichnet. Doch sie konnte sich damit nicht abfinden, dass der oberste Schöpfungsgott alle Fülle für sich beanspruchte, während sie und mit ihr alle Menschen hungern müssen. Abuks Selbstbestimmungsversuch, der gierigen höheren Macht das zu nehmen, was die Menschen brauchten, bewahrte nämlich die gesamte Menschheit davor, zu verhungern. Sie lehrte die Menschen auch, wie sie das nun üppig wachsende Getreide zu einer Mahlzeit vermahlen konnten. 

Diese „Gier“ könnte als negativ bewertet werden, wenn man aber das Ergebnis berücksichtigt, war diese Ungehorsamkeit aber eine wichtige Tat der ersten Frau, die sie schließlich auch zur Göttin machte. Abuk, obwohl ursprünglich eine sterbliche Frau (zumindest in dieser Legende der Schöpfung der Menschheit), wurde damit in den Mythen in den göttlichen Status erhoben.

Neben Garang erscheint eine weitere männliche Gottheit in Verbindung mit Abuk, als ihr Sohn bzw. Ehemann: Deng, der Regengott. Dieser verband sich mit Abuk als Flussgöttin, um Überfluss zu bringen, denn mit dieser Verbindung war gewährleistet, dass die Pflanzen ausreichernd bewässert werden konnten.
Sie hatten drei Kinder, die Söhne Kur-Konga und Gurung-Deet (ob dies die gleiche Figur wie Garang ist, sind unklar) und eine Tochter, Ai-Yak. 
In einigen Erzählungen hatte sie noch zwei weitere Töchter Candit und Nyaliep, diese ertranken als junge Frauen und wurden somit göttlich. 
Candit kehrte noch eine Zeit lang als menschliche Frau auf die Erde zurück, aber nachdem sie ihre Linie unter den Menschen etabliert hatte, kehrte sie in ihr wässriges Zuhause zurück.



Menschen aus getrocknetem Fett

Eine erschreckende Figur namens Lwal Durrajok erscheint in dem Mythos, als Abuk Menschen aus Fett schuf, die sie über dem Feuer hielt, bis diese weich wie ein Kitt wurden. 
Sie formte die einzelnen Menschen und schickte sie, nachdem sie getrocknet und verhärtet waren, über die Straße, die Himmel und Erde verband.
Als sie mehr Holz für ihr Feuer holte, stahl sich Lwal Durrajok zu ihrem Herd und machte schlecht geformte Menschen, die er auf die Erde schickte.
Als er merkte, dass Abuk zurück kam, rannte auch er auf die Erde und überzeugte einen kleinen Vogel, in den Weg zu beißen und ihn so in zwei Hälften zu teilen, so dass die Verbindung zwischen Himmel und Erde dauerhaft getrennt wurde. 
Als Lwal Durrajok auf der Erde war, versprach er, seine Tat in Ordnung zu bringen. Dafür zündete er einen riesigen Fetttopf an, in den er alle von ihm geformten Wesen warf, die so einen schrecklichen Tod fanden.

Fruchtbarkeit für Erde und Frauen

Abuk als Fruchtbarkeitsgöttin ist nicht nur für die Fruchtbarkeit der Erde sondern auch für jene der Frauen zuständig. 
Zu ihren Symbolen gehören daher der Mond, der mit seiner zyklischen Kraft die Fruchtbarkeit der Menschenfrauen bestimmt.
Als Fruchtbarkeitsgöttin wird sie durch eine Schlange symbolisiert. Diese dient vor allem der Bekämpfung der Schädlinge, die die Pflanzen bedrohen und wird daher von den Menschen sehr verehrt.

Ein weiteres wichtiges Tier der Abuk ist das Schaf. Schafe galten daher als hervorragende Opfergaben für sie und wurden manchmal auch ertränkt, um Abuks guten Willen zu erlangen, denn als Wassergöttin erhielt sie Weihegaben in ihrem Wasser. 
Dem Volk Nuer galt jedoch die erste Hirse der Saison sowie Bier und Tabak als geeignetere Angebote, um diese Abuk zu Ehren in die Bäche zu geben. 

Abuk wird auch als „Tochter der Leuchtkäfer“ und „Leopardin der Nacht“ genannt, beides Namen, die ihre Verbindung zum Wasser verstärken.

Der Stamm der Nuer nennen sie Buk. In einigen Atuot-Mythen wird der Name der ursprünglichen Frau als Acol („die Angerufene“) angegeben.

auch: Buk, Acol

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