Die mythologische Vorgängerin der römischen Göttinnen Tellus Mater und Ceres ist die etruskische Erdgöttin Cel. Sie ist die, die das Getreide hoch wachsen lässt.

Die „gigantische“ Mutter

Die mythologische Vorgängerin der römischen Göttinnen Tellus Mater und Ceres ist die etruskische Erdgöttin Cel. Sie ist die, die das Getreide hoch wachsen lässt.
Im etruskischen Kalender ist sie im Monat „Celi“ (September) verewigt. Das ist jener Monat, in dem Cel sich aus vollen Händen verschenkt, nicht von ungefähr steht dieser Ernte-Monat auch im astrologischen Zeichen der Jungfrau. Jetzt kann man die Göttin in ihrer ganzen Fülle spüren und feiern. Ihr Körper formt die gesamte Vegetation auf Erden.
Cel steht auch für die Unterwelt, aus der sie alles hervorbringt. In einigen Quellen wird sie auch als Sonnengöttin beschrieben, weil die Sonne ja auch das Getreide reifen lässt.

Ihr Name kann auf die etruskische Sprachwurzel „kel bzw. kil“ (= wachsen) zurückgeführt werden,„cele“ heißt übersetzt „groß“ und „celthi “ bedeutet „Vergrößerung, Zuwachs“, „celutule“ steht für „entwickelt“. Auch das Wort „Zelebrieren“ (engl: „celebration“) hat seinen Ursprung in dieser Göttin. 

Die vier Bereiche der Erde

Cel wurde auch als Schicksalsgöttin angesehen, in deren Namen Prophezeiungen ausgesprochen und Omen gedeutet wurden.
Dazu stellte man sich in das heilige Zentrum einer gedachten Süd-Nord und einer Ost-West-Achse und beobachtete alle vier Himmelsrichtungen — die Bereiche der Erdgöttin.
Aus verschiedenen Erscheinungen (Vogelflug, Blitze etc.) konnte man erkennen, was Cel vorhat oder mitteilen will.
Hinter dem beobachtenden Menschen, der in die Zukunft schaut, befindet sich immer die Unterwelt. Dies nicht als bedrohlicher Aspekt sondern einfach als Reich der Cel, die als Natur und Erdgöttin immer hinter den Menschen steht, da diese ja Teil von ihr sind.
Zur Rechten ist die feindliche Welt, von der Böses bzw. die Gefahr zu erwarten ist. Zur Linken befindet sich die freundliche Welt, das Glück. In einer komplizierteren Aufteilung wurden die vier Himmelrichtungen nochmals geviertelt, sodass es 16 Segmente gibt. 

In der etruskischen Mythologie ist Cel oder „Cel Ati“ nicht nur die „Mutter Erde“, sie ist auch die Mutter der GigantInnen. Das Wort „Gigant“ bedeutet „geboren von Cel“. Und so gigantisch die Erde selbst ist, so gigantisch sind auch ihre Geschöpfe. Bekannt ist vor allem ihr Sohn Celsclan, ein wilder Felsen stemmender Riese.

Im Norden des Trasimenischen Sees gab es eine Stadt, die nach der Göttin „Celthi“ benannt war.
Dort wurden — vermutlich in einem Heiligtum der Göttin —  fünf weibliche sowie männliche Bronze-Statuetten gefunden, die laut ihrer Inschriften der Cel Ati gewidmet sind.

Wahrscheinlich ist auch Celje (deutsch Cilli, lateinisch Celeia), die drittgrößte Stadt Sloweniens, eine ihrer heiligen Stätten.

auch: Cel Ati („Mutter Erde“), Celeia 

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