Louhi – Finnische Göttin der Zauberei und der magische Fähigkeiten

Louhi gilt als die Königin des Nordlandes Pohjola. Manchmal wird Pohjola auch als Unterwelt beschrieben.

Königin des Nordlandes 

Louhi gilt als die Königin des Nordlandes Pohjola.
Pohjola ist einer der Hauptorte im finnischen Nationalepos Kalevala und soll das Land der Samen bzw. Lappland darstellen. Manche sagen allerdings, dass Pohjola ein frei erfundener Ort ist, der die Quelle des Bösen ist.

Manchmal wird Pohjola auch als Unterwelt beschrieben. Sie ist die Schwester von Tuonetar, der Gebieterin über Tuonela, das Totenreich.
In Pohjola soll gar Furcht erregende Tiere, wie einen Wachhund mit Kupferdarm, einen gewaltigen Ochsen bzw. einen gefährlichen Riesenadler geben. Möglicherweise sind das aber auch alles Gestalten, in die sich Louhi als Göttin und Gebieterin der Unterwelt verwandeln kann.

Als Riesenadler verwandelt, soll Louhi sogar die Fähigkeit haben, die Sonne und den Mond in eine Höhle zu sperren. Von Pohjola wird auch berichtet, dass es ein Männer verzehrendes Dorf ist, bzw. die Brutstätte von Krankheit und Tod. Louhi soll auch Loviatar, der Göttin der Seuchen mit ihrer Zauberkraft bei der Geburt ihrer neun Söhne (allesamt Krankheiten und Leiden) geholfen haben soll. Manchmal werden diese beiden Göttinnen auch gleichgesetzt.

Mythische Welt oder wildes Nordland

Allerdings enthalten frühe realistische Schilderungen von Reisen in den hohen Norden Skandinaviens auch durchaus Elemente, die von der Gefährlichkeit und Unwirtlichkeit des Landes bezeugen. Es ist eine abweisende, kalte Region, in der das (Über-)Leben tatsächlich nicht leicht ist, sodass sie mit Tod, Ungeheuer und Krankheiten assoziiert wurde.

Viele kamen von Reisen dorthin nicht zurück, sodass man glaubte, in Pohjola befände sich die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Louhi hat eine Reihe an wunderschönen Töchtern, die von vielen der finnischen Männer und Helden begehrt werden. Louhi allerdings stellt ihnen fast unlösbare Aufgaben, die sie erfüllen müssen, um eine ihrer Töchter heiraten zu können. Die Brautwerbungs-Motive sind vor allem in Skandinavien in der Wikinger-Zeit wichtige Bestandteile von Erzählungen und Mythen.

Louhi hat die Idee einer Zaubermühle, mit der alle, die sie besitzen, zu großen Reichtum kommen, weil sie ohne Unterlass Getreide, Salz und Gold hervorbringt. Sie gab dieses Mühlen-Projekt bei ihren Zauberern in Auftrag, aber alle scheiterten an dieser Aufgabe. Allerdings brachte sie schließlich in Erfahrung, dass der Schmied Ilmarinen imstande sei, eine solche Mühle herzustellen.
Als Belohnung versprach sie ihm die Hand ihrer Tochter, sobald er diese Mühle fertig gestellt hat. Nach einigen Fehlversuchen schaffte er es tatsächlich und überreichte die Zaubermühle der Göttin Louhi, die sie fortan „Sampo“ nannte.

Der Kampf um die Zaubermühle Sampo

Allerdings hielt sie ihre Seite des Versprechens nicht, schloss Sampo ein und schickte den Schmied Ilmarinen weg. Dieser suchte Hilfe beim finnischen Nationalhelden Väinämöinen. Beide schlichen in den Eispalast von Louhi und stahlen die Zaubermühle Sampo.

In einer anderen Version wird davon berichtet, dass Väinämöinen und Ilmarinen Sampo raubten, weil diese Zaubermühle drohte, das Nordland zu reich und zu mächtig zu machen. Was auch immer der Grund für den Raub war, im darauf folgenden erbitterten Kampf zwischen den Helden und der Göttin, verwandelte sich Louhi in die Gestalt eines Riesenadlers, in der sie den Sampo zurückerobern wollte. Es gelang ihr allerdings nicht und Sampo wurde bei der Schlacht zerstört.

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