Poliahu – Hawaiianisch-polynesische Göttin des Schnees

Poliahu — die strahlend schöne Schneekönigin lebt auf den schneebedeckten Bergen Hawaiis und ist eine natürliche Widersacherin der Vulkangöttin Pele

Die kraftvolle Schneekönigin  

Poliahu — die strahlend schöne Schneekönigin lebt auf den schneebedeckten Bergen Hawaiis und ist eine natürliche Widersacherin der Vulkangöttin Pele. Da sich Lava und Schnee nicht besonders vertragen, gingen die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Göttinnen in die Geschichte ein.

Widersacherin der Vulkangöttin

Die Schneegöttin Poliahu wohnte auf dem Gipfel des Mauna Kea, doch sie kam gern herab zu den Menschen und lieferte sich mit ihnen Wettkämpfe im Speerwurf, im Wellenreiten und Boxen.

Sie war sehr beliebt und als sie eines Tages in einem schneebedeckten Tal für die Menschen ein Schlittenrennen veranstaltete, erschien eine wunderschöne Fremde in ihrer Mitte und Poliahu lud sie ein teilzunehmen.

Die Schneegöttin war eine echte Meisterin und lief ihrem unbekannten Gast davon. Doch auf einmal begann ihr Schneemantel zu schmelzen, weil der Boden heißer und heißer wurde, und so erkannte Poliahu, dass die Fremde Pele, die Vulkangöttin, war.

Die Schneegöttin nahm den Kampf auf und warf ihren Schneemantel über das Tal, doch Pele warf ihre Tarnung ab und beschwor alle vulkanischen Kräfte, die ihr zur Verfügung standen, um die Macht von Poliahu zu brechen. Feuerfontänen stiegen auf und die Flanken des Mauna Kea brachen auf.

Poliahu zog sich auf den Gipfel des Berges zurück und Peles Feuer begann den Schneemantel, den Poliahu zurückgelassen hatte, zusammen zu schmelzen. Da kam die Schneegöttin noch einmal zurück, nahm den Mantel an sich und floh wieder auf den Berggipfel.

Feuer und Eis

Dort gewann sie ihre alte Stärke zurück und schickte Schneesturm um Schneesturm über die Große Insel.
Poliahu versammelte Wolken um sich und hieß sie Schnee und Regen auf Peles Feuer zu senden. Ihr Schneemantel dehnte sich immer weiter aus, bis er die Quellen von Peles Feuer erreichte und die glühende Lava in dunklen harten Stein verwandelte. So wurden die Spalten in den Flanken ihres Berges verstopft und der Mauna Kea kam zur Ruhe.
Selbst der Kilauea, wo Pele ihren Sitz hatte, begann zu erlöschen. 

In einer anderen Version des Mythos sollen sich die beiden Göttinnen oft um Männer gestritten haben. Jede soll mit ihren besonderen Reizen — Feuer und Eis — die Liebhaber betört haben. So sollen beide in den schönen Ai-wohi-kupua verliebt gewesen sein, um den sich nun ein Eifersuchtsdrama entwickelte:

Pele eröffnete den Kampf, indem sie auf dem Berg Mauna Kea, Poliahus Heim einen Vulkanausbruch inszeniert. Ganze Ströme feurigen Lavas ließen Poliahus Schönheit, den Schnee hinweg schmelzen. Die Schneegöttin flüchtete, kehrte aber kurz danach mit einem enormen Schneesturm zurück, der die Glut erstickte.
Keine der Göttinnen konnte das Herz des schönen Jünglings gewinnen. Doch immer noch — wie zur Warnung — ist das Heim der Pele, der Vulkan Mauna Loa gelegentlich mit Schnee bedeckt.

Kampf der gigantischen hawaiianischen Naturgewalten

In diesen Mythen — egal ob sich die Göttinnen nun um Männer gezankt oder in anderen Wettkämpfen ihre Kräfte gemessen haben — ist natürlich der Kampf der gigantischen hawaiianischen Naturgewalten gut beschrieben.

Die Tatsache, dass man Göttinnen als Ausdruck dafür her nahm, zeugt von der Ehrfurcht, die die Menschen vor weiblichen Urkräften hatten.  

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