Turan – Etruskische Göttin der Sexualität und Fruchtbarkeit, Liebes- und Schutzgöttin

Turan ist sowohl die Gebieterin der Sexualität wie auch der Autorität, der Macht (auch der Staatsgewalt). Diese seltsam anmutende Kombination vielleicht deswegen, weil Sexualität die größte Macht und Gewalt ist, denen Menschen, Tieren und Pflanzen auf der Erde unterliegen.

 Machtvolle Sexualität

Turan ist sowohl die Gebieterin der Sexualität wie auch der Autorität, der Macht (auch der Staatsgewalt). Diese seltsam anmutende Kombination vielleicht deswegen, weil Sexualität die größte Macht und Gewalt ist, denen Menschen, Tieren und Pflanzen auf der Erde unterliegen.

Schließlich ist sie jene treibende Kraft, aus der alles Neue entsteht. Als Göttin der Sexualität ist ihr nichts fremd, daher hält sie ihre Hand auch über die verschiedenen Formen sexueller Aktivitäten. So sollen in ihrem Tempel, der außerhalb der Stadtmauern Roms lag, auch Fesselungen und andere sadomasochistischen Praktiken erlaubt gewesen sein.

Die Göttin bzw. ihre Priesterinnen wachten darüber und erlaubten dies als heilige Handlungen. Darüber hinaus bestimmt Turan über alle anderen Geschehnisse im Himmel und auf Erden. Turan ist eine wichtige Figur im Gefolge der Aphrodite, gemeinsam mit der Mondgöttin Zirna und der Schicksalsgöttin Alpan.

Zusammen mit der griechischen Göttin Aphrodite, der oskisch-umbrischen Herentas, der karthagischen Tanit und lokalen Göttinnen der samnitisch-kampanischen Frühkulten hatte Turan maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der zahlreichen, komplexen und synkretistischen Kulte der römischen Venus.

Oftmals wurde Turan (wie auch Aphrodite) von den RömerInnen direkt mit einer der vielen Venus-Gottheiten identifiziert. Speziell in der Stadt Vulci wurde Turan als Himmels- und Schutzgöttin verehrt. Ihr Name kommt wahrscheinlich vom lydischischen „turannu“ (=„Herrin“, „Dame“), in dem auch die Sprachwurzel „Tyrann“ steckt – jener, der edie Macht hat.

Ihre heiligen Tiere sind der Schwan und die Taube. Auf manchen Darstellungen fliegt sie auf einem Schwan reitend durch die Lüfte. In der archaisch-etruskisch Kunst wird Turan meist geflügelt dargestellt. Manchmal hat sie sogar zwei Paar Flügeln und dazu kleine Flügeln an ihren Schnabelschuhen. Dazu trägt sie oft auch eine spitze Kopfbedeckung. Es wird vermutet, dass diese luftig-leichte-schwirrende Darstellung sie über alle menschliche Moral emporheben soll. Denn das sind Kriterien, die für eine Göttin keine Gültigkeit haben.

auch: Tyrrche

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