Die Göttin Tyche verkörpert die schenkende, gebende, lenkende und Wechsel bringende Macht. Sie kann die Menschen und ihr Schicksal erhöhen und erniedrigen, sie wird als launenhaft und unberechenbar beschrieben und führt den Wechsel der Geschicke herbei

 Die, die wandelt

Die Göttin Tyche verkörpert die schenkende, gebende, lenkende und Wechsel bringende Macht. Sie kann die Menschen und ihr Schicksal erhöhen und erniedrigen, sie wird als launenhaft und unberechenbar beschrieben und führt den Wechsel der Geschicke herbei.

Immer, wenn sich etwas zum Guten oder Schlechten wendet, hat Tyche ihre Hände im Spiel. Es geht ihr jedoch nicht um Belohnung oder Bestrafung sondern um den Wandel an sich und um das, wie Menschen damit umgehen, was sie daraus lernen.

Lässt das Gute treffen

Tyche ist eine der Okeaninen, der vielen Töchter der Thethys und des Okeanos und Enkeltochter der Gaia und des Uranos. Die Okeaninen haben alle bestimmte Aufgaben, Tyche ist jene, „die das Gute treffen lässt“. Als eine Titanin gehört sie zu den alten und mächtigen Gottheiten Griechenlands.

Die bildlichen Darstellungen zeigen Tyche mit Füllhorn (Symbol für Fülle, für Speicherkräfte sowie Reichtum), mit Steuerruder und Flügeln (als Lenkerin des Schicksals), mit einer Mauerkrone (als Stadtgöttin und Stadtbeschirmerin von z.B. Antiocheia und Alexandreia) sowie mit Rad oder rollender Kugel (für Balance und als Sinnbild des sich drehenden, wandelbaren Schicksals).

Mit gespanntem Segel und auf Weltkugel balancieren

Bevor sie zur Glücksgöttin wurde, galt Tyche als Trägerin des Wohlstands. Ursprünglich war sie eine nautische Göttin, in Hafenstädten galt sie als Göttin und Glücksbringerin der Seefahrt.
Auf Münzen wird sie daher als Meeresgöttin mit gespanntem Segel und auf der Weltkugel balancierend dargestellt, Anker und Schiff finden sich in ihrer Nähe. Aus dem Kontext der gefahrvollen Seereise ergibt sich wohl auch die Bedeutung, dass Tyche die Mutigen und die das Abenteuer Suchenden besonders schätzt und ihnen ihre Gunst gewährt.

Der altgriechische Gelehrte Eratotosthenes bezeichnet Tyche als die Göttin des Zufalls und als das Urbild des Sternzeichens der Jungfrau. Dies wohl, weil in der Seefahrt dieses Sternbild eine gute Orientierungshilfe gibt.

Tyche begleitet das Leben aller Menschen und beschützt vor allem die Reisenden, HändlerInnen, Geschäftsleute und deren Fracht auf ihren Wegen. Ihre kultische Verehrung ist seit dem 4. Jahrhundert v.u.Z.. in Theben, Athen, Megara und Megalopolis nachweisbar und fand in hellenistischer Zeit ihren Höhepunkt. Damals wurde jedem Menschen eine Tyche zugeschrieben.

Unberechenbarer Aspekt des Glücks

In der römischen Mythologie wird sie der Fortuna gleichgesetzt.
Im Gegensatz zu dieser, die Glück und Segen bewusst bringt, verkörpert Tyche jedoch den unberechenbaren Aspekt des Glücks, sie begünstigt vor allem den Zufall, der über Glück und Unglück entscheidet.

Aus diesem Grund kann Tyche auch nicht geopfert werden, sie für Beeinflussungen nicht zu haben und steht Verehrungen völlig neutral gegenüber. Die einzige Möglichkeit, sich der Gunst von Tyche zu nähern ist, ein unstetes, abenteuerliches Leben zu führen, nicht auf „Nummer sicher“ zu gehen und das Schicksal immer wieder herauszufordern.

Doch auch das ist keine Gewähr, dass die Göttin tatsächlich das Zufallspendel in Richtung Glück ausschlagen lässt. Sie lehrt, mit Zufällen, Unvorhergesehenem, Unberechenbarem umzugehen, denn das einzig Beständige ist der Wandel.

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