Ushas – Indisch-hinduistische-vedische Göttin der Morgenröte bzw. der Morgendämmerung

Ushas ist die schöne Ankündigung der verlässlichen Rückkehr des Lichtes. Als liebliche junge Tochter der Erdgöttin Prithivi und des Himmels öffnet sie täglich dessen Pforten und fährt auf einem reich geschmückten Wagen über diesen.

Schöne Ankündigung

Ushas ist die schöne Ankündigung der verlässlichen Rückkehr des Lichtes. Als liebliche junge Tochter der Erdgöttin Prithivi und des Himmels öffnet sie täglich dessen Pforten und fährt auf einem reich geschmückten Wagen über diesen.

Der Wagen wird von roten Pferden oder weißen Rindern gezogenen. Sie steigt im Osten aus dem Dunst und löst jeden Tag ihre Schwester, die Nacht ab. Je höher sie emporsteigt, desto mehr übergießt sie mit ihren Lichtwellen Himmel und Erde. Sie erweckt damit alle Wesen und Gottheiten (u.a. ihre Schwester Surya) und schafft überall neues Leben.

Man mag sie deshalb besonders, weil sie in jedes Haus kommt und keinen Unterschied zwischen den Großen und Kleinen, den Reichen und Armen macht und mit ihrem Licht allen Glück und Wohlstand bringt.

Selbst ewig jung, lässt sie dennoch die Menschen mit jedem Tag, an dem sie erscheint, altern. Vergleichbar ist Ushas mit der griechischen Göttin Eos und der römischen Aurora.

Ein Vulkan auf der Venus, der Ushas Mons, wurde nach ihr benannt.

Usahas sind nur wenige vedische Hymnen gewidmet, diese gehören aber zu den zartesten, schönsten und poesievollsten. Einer dieser Hymnen ist das Gebet an die Morgenröte aus der Rigveda, Indien, 2. Jahrtausend v.u.Z.:

Die strahlende Geschenke-Bringerin erglänzte, die Glänzende hat uns die Tore aufgetan; was lebt, lässt sich rühren, macht uns Schätze sichtbar, die Morgenröte hat alle Wesen aufgeweckt.
Der waagerecht liegt, den hat zum Gehen die Gabenreiche, den anderen Nahrung und Reichtum zu erwerben, die wenig sehen, hat zu weitem Umblick die Morgenröte – allen Wesen – aufgeweckt.
Zu Herrschaft den und den zu Ruhm und Ehre, den zum Erwerb, diesen zum Aufbruch als zu seinem Ziel, damit sie wahrnehmen ihre verschiedenen Lebensweisen, hat Mörgenröte alle Wesen aufgeweckt.
Diese, des Himmels Tochter, rings aufleuchtend, ward sichtbar als ein Mädchen, hell gekleidet.
Die über alles irdische Gut, oh Morgenröte, du gebietest, leuchte du auf, o Holde, heute hier ringsum!
Den schon entschwundenen folgt sie nach an ihre Stätte und ist der vielen erste, die noch kommen sollen; die hell aufscheinend die Lebendigen ermuntert, die Morgenröte weckt doch keine Toten auf.
Oh Morgenröte, da du das Feuer hast entflammen lassen, da mit der Sonne Blick du aufgeleuchtet hast, da du erweckt die Menschen hast, die opfern wollen, so hast du bei den Göttern glückvollen Segen dir bereitet.
Wie lange noch, dass sie im Gleichen stehen mit denen, die schon geleuchtet und die nächstens leuchten sollen? Sie sehnt den früheren sich voll Verlangen nach und voran strebend geht sie mit den anderen gern. 
Dahingegangen sind die Sterblichen, die leuchtend sahen die frühe Morgenröte; wir sind es jetzt, denen sie sichtbar wird, es kommen die, die sie in Zukunft schauen. Schon oft hat die Morgenröte früher hell geschienen, und eben jetzt leuchtet die gabenreiche Göttin auf, wird hell erscheinen auch an künftigen Tagen, nicht alternd und unsterblich wandelt sie nach ihrer Art.
Mit bunten Farben strahlt sie aus am Tor des Himmels, die schwarze Hülle hat die Göttin aufgedeckt, macht wach und fährt mit roten Rossen her, die Morgenröte, auf gut geschirrtem Wagen.
Sie bringt herbei Gedeihliches, Erwünschtes, macht hell und heller lichten Schein; der vielen, die vergangen, letzte, erglänzte Morgenröte als die erste der Erstrahlenden.
Erhebt euch, neue Lebensfrische ward uns zuteil, das Dunkel ist vergangen, Licht kommt herbei.
Sie hat der Sonne frei gemacht den Weg zum Wandeln, wir sind dahin gelangt, wo man das Leben fortsetzt.

Kommentar verfassen