Prithivi ist in der vedischen Religion die Mutter Erde. Sie gilt als die freundliche Mutter aller Wesen. Ihr Name bedeutet im Sanskrit „Erde“, „Breite“, „Weite“ bzw. „Mutter Erde“

Die breite und ausgedehnte Mutter

Prithivi ist in der vedischen Religion die Mutter Erde. Sie gilt als die freundliche Mutter aller Wesen.

In den Veden, den Heilige Schriften des Hinduismus wird die Erde mit der Mutter aller Wesen personifiziert. Laut den Veden gibt es drei Erden, die sich mit den drei Himmeln decken, unsere Erde wird Bhumi genannt.  

Ihr Name bedeutet im Sanskrit einfach nur „Erde“ bzw. „Mutter Erde“, aber auch, „Breite“ bzw. „Weite“ 

Von einem mittelindischen Stamm, den Baigas, wird sie als Erd- und Muttergöttin verehrt. Um nicht mit dem Pflug „den Schoß ihrer Mutter Erde“ aufzureißen, säen diese Menschen nur in die Asche des brandgerodeten Dschungels.

Prithivi hat vier Kinder, zwei Töchter: die Sonnengöttin Surya und die Göttin der Morgenröte Ushas. Und zwei Söhne: den Feuergott Agni und Indra — dieser gilt als der höchste, kriegerische Gott des Himmels, Gott des Sturmes und des Regens. Zahlreiche Zeichen kündeten davon, dass dieser Sohn Indra die alte Ordnung umstürzen würde. Daher verbarg Prithivi ihn nach seiner Geburt vor seinem Vater.
Der Mythos erzählt, dass Indra seine Eltern eines Tages seine Eltern für immer getrennt oder sogar verschlungen haben soll. 

Brüste voller Nektar

Das heilige Tier der Prithivi ist die Kuh, als dir sie auch manchmal selbst dargestellt wird. Daher wird die erste Milch jeder Kuh ihr als Weihegabe dargereicht. In den Hymnen wird sie als Mutter angeredet und gebeten, wie eine Mutter für ihren Sohn Milch zu geben.
Man nennt sie eine Amme für alle lebenden Dinge und ihre Brüste sind voll von Nektar. Der Sänger einer Hymne bittet sie, ihm ihre Brüste darzureichen, so dass er in den Genuss eines langen Lebens komme. 

Verstorbene Menschen werden dem Schoß der Mutter Prithivi übergeben, damit sie ihnen Zuflucht und Schutz gewährt. Sie wird wie eine Mutter angesehen, die dann ihr Kind, das zu ihr zurückgekehrt ist, mit ihrem Kleid zudeckt.
Allem Lebendigen soll Prithivi Halt gewähren. Sie ist das Wesen, das alle Dinge stützt und trägt.
Sie ist so breit und ausgedehnt, dass sie alle Dinge umgibt.

Die alles nährende All-Geberin

Sie wird im Rigveda, einer der wichtigsten Schriften des Hinduismus, in sechs Hymnen meist zusammen mit ihrem Gemahl Dyaus als Dyava-Prithivi angerufen. 
Im Atharvaveda gibt es jedoch eine Hymne, die ausschließlich an sie allein gerichtet ist. Sie ist gleichzeitig ihre längste. In dieser Hymne kommen auch männliche Götter vor. Trotz der Verbindungen mit diesen Göttern wird deutlich, dass Prithivi eine Göttin aus eigenem Recht ist. Sie ist die „All-Geberin“, die Quelle aller Pflanzen, insbesondere des Getreides und der Heilkräuter. Sie ernährt alle auf ihr lebenden Wesen und wird als geduldig und stark beschrieben.

Wiederholt betont die Hymne die Fruchtbarkeit Prithivis. Als Muttergöttin unterscheidet sie nicht und ist daher die Erhalterin der Guten wie Bösen, der Dämonen wie der Gottheiten.
Prithivi soll sich im Wohlgeruch von Männern und Frauen manifestieren, sie sei das Glück und Licht in den Männern sowie die herrliche Kraft der Frauen. 

Eine Geschichte berichtet darüber, dass Prithvi von einem Dämon gefangen wurde, der sie auf den Grund des kosmischen Ozeans brachte. Varaha, eine Form des Gottes Vishnu in Form eines Ebers, befreite sie und brachte sie an ihrem ihr zustehenden Platz zu. 

Mudra für Selbstvertrauen und Glücksgefühl 

Der Göttin Prithivi wird auch ein spezielles Mudra (eine symbolische Handgeste) zugeordnet. Dabei werden die Fingerspitzen des Daumens und des Ringfingers mit leichtem Druck zusammengeführt. Die anderen Finger bleiben ausgestreckt. 
Dieses Mudra verbindet natürlich mit dem Element Erde und daher aktiviert es bei den Menschen das Basis-Chakra, welches unter anderem die Wohnstätte der Lebensenergie darstellt.
Es soll die Fingernägel, Haare, Muskeln, Knochen kräftigt, die Haut straffen und den Geruchssinn schärfen.
Dieses Prithivi-Mudra soll direkt auf den Geist einwirken und damit das Gleichgewicht in Geist und Seele wieder herstellen, das Selbstvertrauen stärken und ein länger andauerndes Glücksgefühl hinterlassen. 

auch: Prthvi, Prthivi, Prthivi matar (Erdmutter),  Prithvi Tattwa (die Essenz des Erdelements), Dyava-Prithivi
Ergänzende Namen sind auch: Dhra, Dharti, Dhrithri („die, die alles hält) 

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