Der Name der Derketo wird von dem ugaritischen Wort darkatu (= Herrschaft) abgeleitet. Sie gebietet über das Wasser und alle Flüssigkeiten. Sie war die Hauptgöttin von Askalon (einer Stadt im Südbezirk des heutigen Israels, die in der Antike eine Stadt der KanaaniterInnen und später der PhilisterInnen war.

Halb Fisch, halb Frau

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Der Name der Derketo wird von dem ugaritischen Wort darkatu (= Herrschaft) abgeleitet. Sie gebietet über das Wasser und alle Flüssigkeiten. Sie war die Hauptgöttin von Askalon (einer Stadt im Südbezirk des heutigen Israels, die in der Antike eine Stadt der KanaaniterInnen und später der PhilisterInnen war. Um das 14. Jahrhundert v.d.Z. gehörte die Stadt zu Ägypten).

Das Liebesdrama mit Folgen

Ihr Heiligtum hatte diese Göttin an einem Teich in der Nähe der Stadt. Dort verliebt sie sich eines Tages in einen schönen syrischen Jüngling, der zu ihren Teich kommt, um Weihegaben darzubringen.

Die Göttin und der Sterbliche gingen eine Liebesbeziehung ein. Das hatte allerdings Folgen: Derketo wurde schwanger. Sie bekam eine Tochter, nach deren Geburt sie offenbar in eine schwere postnatale Depression verfällt. Sie tötet den Kindsvater und setzt das Kind in einem steinigen und öden Ort aus.

Sie selbst stürzt sich in selbstmörderischer Absicht in den Teich, wird dort aber von einem Großen Fisch gerettet, der zum Dank ans Sternenzelt gesetzt wurde. Dort sieht man diesen Fisch noch heute und zwar als den hellsten Stern im Sternbild „Südlicher Fisch“, der den Namen „Fomalhaut“ trägt, dies bedeutet „Maul des Fisches“. Vom Fisch gerettet, verwandelt sich Derketo in ein Wesen, dessen untere Hälfte ein Fisch ist. Seither hat sie den Oberkörper einer menschlichen Frau und den Unterkörper eines Fisches. Daher ist den antiken SyrerInnen der Fisch heilig, und sie essen ihn nicht. In den Tempeln der Göttin soll es Becken voller Fische gegeben haben. Die Göttin aber strafte jeden, der einen verspeiste, mit schwerer Krankheit. Sternbilder, die Fische darstellen, wurden in dieser Kultur auch besonders verehrt.

Mutter der Königin

Um das ausgesetzte Mädchen kümmerten sich Tauben, die heiligen Tiere der Aphrodite, die diese ausschickte, weil es ja ein Kind der Liebe war. Die Vögel bedeckten das halbgöttliche Kind mit ihren Flügeln, um es zu wärmen, und brachten ihr in ihrem Kropf Milch und später Käse. HirtInnen, die verwundert waren, dass Tauben ihren Käse stehlen, folgen den Vögeln und finden so das schöne Kind. Sie brachten es zu Simmas, dem kinderlosen Oberhirten des Königs, der dem Kind wegen der Tauben den Namen Semiramis gibt und es aufzieht. Die SyrerInnen verehren deswegen die Tauben als göttlich. Aus der Tochter von Derketo wurde also die sagenhaften Königin Semiramis.

Eine Silber-Münze des Demetrios III. zeigt Derketo in Fischgestalt, umgeben von Getreideähren, die ihre Stellung als Fruchtbarkeitsgöttin veranschaulicht.

Herodot erwähnt in seinen Historien, I, 105 eine „himmlische Aphrodite von Askalon“ (Aphrodite Urania), die wahrscheinlich der Derketo entspricht. Nach Strabo (XVI,4,27) ist Aphrodite Urania allerdings mit Atargatis identisch.

Der Tempel der Aphrodite Urania in Askalon ist nach Herodot (I, 105) der älteste überhaupt. Derketo wird mitunter auch mit Athirat gleichgesetzt, die auch als Mutter von Semiramis gilt.

Derketo hat Verständnis für all jene Mütter, die – aus welchen Gründen auch immer – ihre Kinder nicht großziehen können. Ihre Geschichte zeigt, dass ihrer ausgesetzten Tochter himmlische Hilfe bereitgestellt wurde, und dass aus dieser eine große Königin wurde.

auch: Derketis

 

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