Sie ist die „Gebieterin der See“ einerseits. Andererseits ist Athirat nach einem anderen ugaritischen Text auch die „Königin des hohen Himmels“ und gleicht darin Astarte.

 Gebieterin der See

1929 wurden die sogenannten Ras-Shamra-Texten entdeckt, in denen diese Göttin als „rbt. aṭrt. Ym“ (übersetzt: Athirat bzw. Atiratu) erwähnt wird.

Sie ist die „Gebieterin der See“ einerseits. Andererseits ist Athirat nach einem anderen ugaritischen Text auch die „Königin des hohen Himmels“ und gleicht darin Astarte. Athirat trug auch den Beinamen „qnyt ilm“ („Erzeugerin der Gottheiten“, „Mutter der Gottheiten“ oder auch „Gebieterin der Gottheiten“). Umgekehrt wurden die Gottheiten „šbʾn bn. aṭrt“ genannt – „die 70 Söhne der Athirat“. Wobei nicht klar ist, ob das „Söhne“ ein Übersetzungsfehler ist und eher mit Kindern zu übersetzen ist, denn es waren offenbar auch Töchter darunter, wie die Himmelsgöttin Anath und Marah, eine wohlwollende Meeresgöttin.

Zu ihren Kindern zählen auch Ba’al, Mot, Šahar, Šalim und Athtar. Darüber hinaus wird ihr auch eine sehr berühmte Tochter zugeschrieben: Die sagenhafte Königin Semiramis. In anderen Quellen wurde Semiramis allerding von der Göttin Derketo geboren. Athirat soll eine sehr beschützende und freundliche Mutter für alle ihrer Kindern gewesen sein.

Gepriesen wegen ihrer Weisheit

In Ugarit,  einem kanaanäischer Stadtstaat, gilt der Schöpfergott El als Mann bzw. Bruder der Athirat. Sie wird auch ilt (Elat), also einfach „Göttin“ genannt. Ihr Diener war Qadeš wa-Amrur, der die Bezeichnung „Fischer der Gebieterin des Meeres Athirat“ trägt.

Berühmt war sie vor allem wegen ihrer großen Weisheit, mit der sie ihren Göttergatten stark beeinflusst haben soll. Daher wird sie auch als „Gebieterin der Weisheit“ genannt. Gleichgesetzt wird sie auch mit Aštoreth (= Ischtar bzw. Astarte). Auch die biblische Aschera wird auf Athirat zurückgeführt. In der ugaritischen Götterliste und in altbabylonischen Texten wird die Göttin Ašratum mit Athirat gleichgesetzt.

Athirat wird auch in Zusammenhang mit dem Baum des Lebens genannt. Der Deckel einer berühmten Elfenbein-Schatulle, die aus Ugarit stammt und ungefähr 1300 v.u.Z. hergestellt wurde, zeigt sie, wie sie einen Baum verkörpert. Dabei trägt sie ein Gewand, das sehr detailgetreu dargestellt wird und wertvollen Schmuck. Auch ihr Haar ist geschmückt, sie lächelt und hält in ihrer Hand eine Weizengarbe, die sie einem Ziegenpaar reicht.

Beschützerin der Seeleute

Als Meeresgöttin soll sie an der Küste leben. Ihre Söhne werden die Messer bzw. Beile der Meere genannt. Sie wird speziell von Seeleuten verehrt, die sie beschützt.

Oft wird Athirat als nackte Göttin dargestellt mit gelockten Haaren, die ihre Brüste in ihren Händen hält.

Wie Ashtart wird sie mit der Löwin verbunden.  Eine ihrer tierischen Begleiterinnen ist auch die Schlange.

Ihr anderer Name ist „Chawat“, im Hebräischen: Hawah“, auf Deusch: Eva. Daher ist sie möglicherweise die Ahnin der biblischen Eva. Wie auch die spätere kathargische Göttin Tanit, wird sie auch „Schlangengöttin“ genannt.

Sie wird auch immer wieder mit einer Palme oder einem Stab gezeigt, um den sich eine Schlange windet.

auch: Atiratu

 

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