Februata – Römische Schutzherrin und Göttin der Liebesleidenschaft und der erotischen Liebe

Der Name der Göttin Februata leitet sich vom lateinischen Wort „febris“ ab, was Fieber bedeutet. Und fiebrig und sehr hitzig ist auch für manche der Zustand, wenn sie die Göttin Februata mit ihren Energien beschenkt.

Fiebriges Liebesglühen 

Der Name der Göttin Februata leitet sich vom lateinischen Wort „febris“ ab, was Fieber bedeutet. Und fiebrig und sehr hitzig ist auch für manche der Zustand, wenn sie die Göttin Februata mit ihren Energien beschenkt. Hält sie doch die Wonnen der Liebesleidenschaft bereit. 

Sie galt im Alten Rom als Schutzgöttin und Gebieterin der glühenden erotischen Liebe. Die alten RömerInnen hatten beobachtet, dass Mitte Februar die Vögel ihre Paarungszeit beginnen und brachten so der Göttin Juno Februata, Göttin des Liebesfiebers, Blumen als Opfer. Die Männer schenkten angeblich schon damals Frauen als Vertreterin der Göttin Blumen.

Das Fest der Wölfin

Der gesamte Februar galt als heiliger Monat der Göttin Juno, die in ihrer Ausprägung der „Juno Februata“ lustvoll gefeiert wurde — und zwar mit den Lupercalia – dem „Fest der Wölfin“.

Mittelpunkt des Festes, das bis in die Spätantike gefeiert wurde, war die Lupercal-Grotte, jener Ort, wo nach der Überlieferung die Wölfin, bzw. die Göttin Acca Larentia die Zwillinge Romulus und Remus gesäugt hatte.

Speziell Frauen haben — der Überlieferung nach — die Wiederkehr des Lebens nach dem langen Winter ausgiebig gefeiert und dabei soll auch das eine oder andere erotische Spiel ausprobiert worden sein. Dazu schrieben die Damen auf kleinen Papyrusstreifen ihre Namen und warfen sie in einen Kelch. Aus diesem konnten Männer jeweils einen Zettel ziehen. Die beiden gingen darauf hin eine vorübergehende Beziehung ein, die vor allem dafür da war, in großer spiritueller Sinnlichkeit die Urkraft der Schöpfung zu feiern, die in der ekstatischen Liebesumarmung ihren höchsten Ausdruck fand.
Wenn von beiden gewünscht, konnte sich die erotische Beziehung über die Dauer eines Jahres ausdehnen. Sie galten dann als temporär verheiratet — bis zu den nächsten Lupercalia. Nicht selten entstanden daraus auch lang andauernde feste Partnerschaften.

Vögel, Vitalität, Reinigung und Lebensfreude

Gefeiert wurde damit u.a. der Beginn der Paarungszeit der Vögel. Das war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es bald Frühling wird. Und nicht nur die Vögel, auch die Menschen spüren jetzt die wieder auferstehende Vitalität und Lebensfreude.

Der aufkeimenden und neu installierten christlichen Staatsreligion im Alten Rom und vor allem deren Vertretern gefielen die ausschweifenden und sexuell freizügigen Festivitäten zu Ehren der Februata gar nicht. So wandelte Papst Galasius im Jahr 494 dieses Fest in das Fest der „Reinigung der Jungfrau Maria“ um:
Im patricharchalen Sinn gelten Frauen als solche unrein — und müssen ständig gereingt werden — von Sünden, nach der Menstruation und vor allem nach einer Geburt. Dieser lebensgebende Akt wird ja von der jüdischen und christlichen Kirche perverser Weise als unrein angesehen. Frauen, die einen Sohn gebären müssen sich daher 40 Tage nach der Geburt einem Reinigungsritual unterziehen. Die Geburt einer Tochter ist dieser Auffassung nach eine noch schmutzigere Angelegenheit, da muss eine Frau 80 Tage warten, bis sie wieder als rein gilt.
Da macht auch die jungfräuliche Gebärerin Maria keine Ausnahme. Und so versuchte man, die Wolfsfeste der Februata mit der Reinigung der Maria zu überlagern, Weihnachten liegt ja Anfang Februar 40 Tage zurück.

Die Erfindung und das „Martyrium“ des Heiligen Valentin

Doch auch dieses fromme Marienfest schien offenbar noch zu sehr an die weibliche Göttin Februata zu erinnern. Um ganz sicher zu gehen wurde daher der „Märtyrer Valentin“ erfunden, der die Göttin zu ersetzen sollte.

Allerdings muss ein Märtyrer und somit Heiliger auch einen entsprechenden wunderwirksamen Lebenswandel nachweisen können. Dazu gab es einige Ideen, die Kirchenväter konnten sich nicht einigen. So kommt es, dass der „Heilige Valentin“ mit mehreren, sich widersprechenden Biografien ausgestattet wurde. In dieser Figur wurden auch mehrere Männer vermischt — ein römischer Priester, ein Bischof in Terni, ein Bischof in Rätien, ein Valentin von Viterbo und ein weiterer Valentin, der sein Martyrium zusammen mit Begleitern in Afrika erlitten haben soll.

Aus all diesen Herren wurde eine Biographie zusammen gepuzzelt, die schließlich in folgendem „Vergehen“ seinen Höhepunkt fand: Valentin soll trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. Paare nach christlichem Ritus getraut, den frisch Vermählten Blumen aus seinem Garten geschenkt und — eher obskuren volkstümlichen Quellen zufolge — Liebesbriefe verschickt haben. Für all das wurde er schließlich enthauptet — was ihm die Ehre der Heiligsprechung zuteil werden ließ.

Drei von ihm „Bekehrte“ —  deren Namen angeblich Proculus, Ephebus und Apollonius waren und seinen Leichnam versorgten, wurden ebenfalls gemartert, dann aber immerhin in Valentins Nähe bestattet. Weder für Spendungen des Ehesakramentes, noch für verschenkte Blumen oder Liebesbriefe lassen sich stichhaltige historische Quellen finden. Valentin ist daher auch schon längst wieder aus dem Kreis der Heiligen eliminiert und aus dem liturgischen Kalender der katholischen Kirche gestrichen.

In der frühen Kirche musste Valentin aber als Schutzpatron für Verliebte herhalten, weil er am 14. Februar 268 der verbotenen christlichen Trauungen wegen hingerichtet wurde. Netter Anlass, um ein Freudenfest zu feiern, oder?!

Fortan – so wollte es die christliche Kirche — sollte nicht mehr Februata sondern Valentin an diesem Tag gefeiert werden. Der Brauch mit den Papyrusstreifen, mit denen früher SexualpartnerInnen einander zugelost wurden, wurde beibehalten. Allerdings standen darauf kurze Predigten oder heilige Sprüche geschrieben.
Wahrscheinlich auch, weil Menschen so gar nicht daran erinnert werden wollen, dass Liebe auch irgendwas mit einem Martyrium zu tun haben könnte, setzten sich zumindest im Alten Rom die neuen Valentinsbräuche nicht so wirklich durch: Die Menschen fanden schnell wieder zu den alten „Liebesbriefchen“ zurück und begingen die alten Rituale weiterhin unverdrossen.

„Valentin“ und „Valentine“

So hat sich Valentin als Name durchgesetzt hat, der im übrigen eine Weiterbildung vom lateinischen „valens“ ist, was „der Gesunde“ oder „der Starke“ bedeutet. Wogegen ja nichts einzuwenden ist.

Wie etwas benannt wird, war Menschen offenbar immer schon gleichgültig, Hauptsache man kann mit dem weitermachen, was Freude bereitet und früher halt einen anderen Namen hat
te:
Noch im Mittelalter wurden in Frankreich und Belgien „Valentin“ und „Valentine“ durch das Los bestimmt, die dann ein Jahr miteinander lebten.

Und der (an sich keusche) heilige Valentin wurde in vielen Gegenden bei Liebeszaubern und bei der Zubereitung von Liebestränken angerufen. Wofür „christliche Heilige“ alles herhalten müssen?!

Der 14. Februar fällt ja auch in die Zeit des Faschings, in der — zumindest bei Maskenbällen — mitunter auch nicht so ganz klar ist, mit wem wir es bei unserem Flirt- und Balzverhalten genau zu tun haben: Ein altes Relikt der Februata und ihren ebenso kurzweiligen wie kurzfristigen Beziehungen bei den Lupercalia. 
So hat sich die Essenz des Festes Lupercalia bis heute gehalten, denn Liebesfieber lässt sich nicht austreiben, schon gar nicht mit einem Märtyrer.

Neue Lebensenergien erwachen

Februata ist die Mutter des Gottes Mars, den sie jungfäulich von einer Lilie empfangen hat. Sie war eine Lichtgestalt, denn mit dem Februar wird es wieder heller und damit verbunden erwachen in der Natur und so auch bei den Menschen neue Lebensenergien sowie Frühlings- und Liebes-Gefühle.

Heute wird ihr Fest im Jahreskreis auch oft am 1. bzw. 2. Februar (christl.: Maria Lichtmess, keltisch: Brigid oder Imbolc) gefeiert. Daher wird Februata auch um Licht gebeten.
Sie sorgt dafür, dass die Dunkelheit des Winters im Außen und auch in der inneren Gefühlswelt und damit Übel und Gram weichen.

Als „ewige Flamme“ der Februata wird jenes Feuer angesehen, das Menschen verspüren, wenn sie frisch verliebt sind, in Liebesleidenschaft entflammen, vor Erwartung glühen, bevor sie den geliebten Menschen treffen.
Diese Flamme wird nie vergehen, solange es Menschen gibt. Darum wird Februata auch darum gebeten, dass die bereits im Fieber Glühenden auch die Herzen der sich nach Liebe sehnender Menschen entflammen mögen.

auch: Juno Februata  

Kommentar verfassen