Ma – Kleinasiatische Erd-, Mutter-, Kriegs- und Siegesgöttin

Ma ist die Personifikation der fruchtbaren Natur, sie ist aber auch eine Kriegsgöttin, die auf Münzen mit Doppelaxt und Keule dargestellt wird. Als Erkennungsmerkmal trägt Ma auf Darstellungen Schwert, Helm und Speer oder auch manchmal eine Fackel.

 Die Siegbringende 

Ma wurde in Kappadokien/Anatolien (in der heutigen Türkei) verehrt. Sie ist die Personifikation der fruchtbaren Natur, sie ist aber auch eine Kriegsgöttin, die auf Münzen mit Doppelaxt und Keule dargestellt wird. Als Erkennungsmerkmal trägt Ma auf Darstellungen Schwert, Helm und Speer oder auch manchmal eine Fackel. 

In einigen Darstellungen trägt sie auf ihrem Kopf eine Mauerkrone, was sie als Stadtgöttin ausweist. Ihre Beinamen sind „Siegbringende“ und „Unbesiegte“.

Uralte Stammsilbe für Mutter

Die Grundbedeutung ihres Namens ist „Mutter“ – Ma ist eine der uralten Stammsilben indoeuropäischer Sprachen und Bestandteil zahlloser Namen der Muttergottheit und „Großen Göttin“ (z. B. ägypt. Maat, christl. Maria).

Ma als Ma-Ma bedeutet Mutterbrust (vgl. lat. Mammae), Abwandlungen von Ma finden sich weltweit als Bezeichnung der Mutter (dt. Mama, engl. Mom).
Die Göttin Ma hat alle mütterlich-nährenden und beschützenden Aspekte in sich wie auch jene des Kampfes, des Krieges, des Tods und der Vernichtung. Dies findet man in vielen Göttinnen rund um den Erdball wider. Und schließlich sind das Facetten, die in jeder Mutter, jeder Frau, ja jedem Menschen vorhanden sind.

Göttinnen-Verehrung durch das Feiern der lebensbringenden Sexualität

Der ursprüngliches Kultort der Göttin Ma war Comana Cappadociae, hier geht der Kult anscheinend schon auf hethitische Vorformen zurück. Ein zweiter Kult entstand in Comana Pontica. Beide Orte waren Tempelstaaten mit einem Oberpriester als Herrscher, die im Rang gleich nach den lokalen Königen kamen.

In beiden Kultorten soll es jeweils 6000 Hierodulen, also Tempeldiener beiderlei Geschlechts gegeben haben, die teilweise der „Tempelprostitution“ nachgingen – also der Verehrung der Großen Göttin durch das Feiern der lebensbringenden Sexualität.

Allerdings soll es in den Tempeln der Ma auch orgiastische Kulte gegeben haben, die mit Waffentänzen und Selbstzerfleischung verbunden war – dies zeigt, wie vielfältig das Leben sein kann.

Im Römischen Reich wurde die kleinasiatische Ma mit der einheimischen Kriegsgöttin Bellona verbunden, diese göttliche „Personalunion“ wurde auch als Ma-Bellona bezeichnet.
Auch wird ihr die Nähe zur griechischen Göttin Enyo nachgesagt. Diese ist die Personifikation des wilden Kampfgeschehens z.B. in Homers Ilias.

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