Ninkasi ist im sumerisch-assyrisch-babylonisch mesopotanischen Raum als Göttin des Biers auch eine Heilungsgöttin. Sie wurde auch in Ägypten verehrt. Ihr Name bedeutet auch: „Die Dame, die den Mund füllt“.

Die Dame, die den Mund füllt

Ninkasi ist im sumerisch-assyrisch-babylonisch mesopotanischen Raum als Göttin des Biers auch eine Heilungsgöttin

Ihr Name bedeutet auch: „Die Dame, die den Mund füllt“. Ein Team von ArchäologInnen der Universität Yale hat außerhalb Kairo’s eine 4.500 Jahre alte Bäckerei und Brauerei ausgegraben.
Vermutlich war dieses Gebäude Bestandteil einer ganzen Stadt, in der Pyramiden-Arbeiter von der Hochebene von Gizeh lebten. Außer Steinkrügen und Getreidelagern entdeckten sie Steintafeln mit Hieroglyphen. Eine dieser Tafeln enthält eine Beschreibung des Brauprozesses und eine Lobeshymne an die sumerische Bier-Göttin Ninkasi:
„Was dein Herz erfreut, das erfreut auch unser Herz. Unsere Leber ist glücklich und unser Herz ist fröhlich. Möge Ninkasi stets mit dir sein.“

Sie wurde auch im antiken Ägypten verehrt und ging dort in die Biergöttin Tejenemit über.

Geboren aus „dem sprudelnden Wasser“

Zur Geschichte um Ninkasi gibt es zwei überlieferte Versionen:
Die eine rankt sich um die Göttin Ninhursanga, die sich wegen verschiedener Missetaten an ihrem Mann, dem Gott Enki rächen wollte. Sie vergiftete ihm mit acht Pflanzen, die ihm acht schwere Leiden brachten. Dadurch wurde er auch seiner Schöpferkraft beraubt und die Ordnung des Kosmos schien gefährdet.

Ninhursanga ist die einzige, die ihn heilen kann, weigert sich aber, da sie befürchtet, dass er sein skandalöses Treiben von Neuem beginnen würde. Sie ging aber einen Kompromiss ein: Sie heilte ihn nicht direkt, sondern erschuf acht winzige Göttinnen, die den Zustand der betroffenen Körperteile von Enki überwachen sollten und die Macht hatten, diese zu heilen, wenn sie es wollten.

Eine davon war Ninkasi, die dem Mythos nach „aus dem sprudelnden Wasser“ geboren ist. Ihr Arzneimittel, das sie bei Enki anwendete und damit auch der Menschheit brachte war Alkohol, im speziellen Bier.

In Maßen genossen und speziell eingesetzt, hat Alkohol ja durchaus eine gesundheitsfördernde Wirkung. Bis heute kennt man die Heilkraft des Bieres — zum Beispiel zur Stärkung und Schlafförderung, als Arznei gegen nervöse und stressbedingte Leiden, zur Stimulierung der Magensaftproduktion und der Nierentätigkeit oder als Vorbeugung gegen Prostataerkrankungen.

Der Genuss von heißem Bier wirkt zudem fast wie ein Zaubertrank und lindert die Beschwerden von Erkältungen, der Atem wird freier, die Gliederschmerzen lassen nach und das Immunsystem wird gestärkt. Auch die positive Wirkung auf Haut, Haare und Nägel werden geschätzt.

Regeln der Zivilisation

Die andere Version des Ninkasi-Mythos berichtet von einer Zeit, in der es noch nicht sonderlich viele zivilisierte Menschen gab, dafür reichlich zottelige, affenartige und ziemlich flegelhafte Wesen zwischen Tier und Mensch.

Diese wussten sich nicht viel mehr anzufangen als etwas stupid auf der Steppe zu grasen. Auch hier kommt nun Enki ins Spiel. Er war einer dieser Wesen, ein ungehobelter Bursche ohne jegliche Manieren. Es wird gesagt, dass er nicht einmal wusste, was Brot war und wie man es zu essen pflegt. Auch Bier hatte er noch nicht gelernt zu trinken.

Der sagenumwobenen Halbgott Gilgamesch wählte Enki als seinen Diener. Vor seinem Dienstantritt sollten Enki aber noch die Regeln der Zivilisation beigebracht werden.
Damit wurde die schöne Göttin Ninkasi beauftragt. Sie öffnete ihm den Mund und sprach zu ihm: „Iss nun das Brot, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es Brauch im Land ist“.

Enki trank sieben Becher Bier und ihm wurde leicht ums Herz. Es entspannte sich sein Inneres, sein Antlitz strahlte und er wurde heiter.
In dieser Verfassung wusch er sich den zottigen Leib, salbte sich mit Öl und wurde so zu einem Mensch. So beschreibt es eine Sage im Gilgamesch-Epos aus dem vierten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung.

Genuss von Alkohol von Frauen geregelt

Nachdem Ninkasi als Göttin für die Braukunst zuständig war, kann davon ausgegangen werden, dass in Mesopotamien die Frauen fürs Bierbrauen und für den Ausschank zuständig waren.

Was als sehr vernünftige Einrichtung erscheint, wenn der Genuss von Bier oder Alkohol im allgemeinen von Frauen geregelt wird. Vermutlich handelte es sich dabei auch nicht so sehr um ein Alltags- sondern eher um ein Kultgetränk, das die Gottheiten den Menschen überließen, wofür erstere jedoch regelmäßig große Bierspenden erhielten.

Ninkasi gilt sozusagen als Patin all jener Frauen, die die schwere Aufgabe haben, Männern Manieren und die Grundregeln der Zivilisation beizubringen.

Ob das heute noch mit der reichlichen Gabe von Bier gelingt, sei jedoch dahingestellt …

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