Larunda – Sabinische (altitalische) Erd- und Todesgöttin

Larunda wird auch Mater Larum (lateinisch „Mutter der Laren“) genannt. Die Laren (lat: „lares“ sind Schutzgottheiten, die ursprünglich als die Geister der Toten, die in der Erde vergraben waren, angesehen wurden. Später wurden sie zu jenen guten Geistern, die Äcker und Felder und auch den Haushalt beschützen.

In der Erde weilende Göttin

Larunda wird auch Mater Larum (lateinisch „Mutter der Laren“) genannt. Die Laren (lat: „lares“) sind Schutzgottheiten, die ursprünglich als die Geister der Toten, die in der Erde vergraben waren, angesehen wurden. Später wurden sie zu jenen guten Geistern, die Äcker und Felder und auch den Haushalt beschützen. 

Auch Acca Larentia gilt als die Mutter der Laren, weshalb diese beiden Göttinnen oft gleichgesetzt werden. Larunda ist sabinischen Ursprungs, ging später in die Mythologie der römischen Gottheiten ein: Titus Tatius soll ihr in Rom einen Altar geweiht haben. Nach dem römischen Historiker Tacitus befand sich auf dem Forum Romanum ein Heiligtum (Sacellum) der Larunda.

Zum Schweigen gebracht – in die Unterwelt verbannt

In seinen Fasti erzählt der römische Dichter Ovid von einer Nymphe Lara, die eigentlich Lala (Schwätzerin) heißt. Sie war die Tochter des Flussgottes Almo. Sie soll der Göttin Juno über das Verhältnis ihres Göttergatten Jupiter mit Juturna berichtet haben. Der darüber erzürnte und bloßgestellte Jupiter hat Lara daher ihrer Sprache beraubt und damit wurde sie auch zur Göttin des Schweigens und oft auch mit Tacita („die Schweigende“), auch Dea Muta („stumme Göttin“) gleichgesetzt. 

Nicht nur, dass sie nun nichts mehr sagen konnte, musste sie auch gänzlich von der Bildfläche verschwinden. Jupiter beauftragte daher Merkur, sie in die Unterwelt zu bringen. Merkur soll sie bei dieser Gelegenheit auch gleich vergewaltigt und geschwängert haben und sie hat daraufhin zwei Lares geboren.

In vielen Versionen des Mythos erzählt man davon, dass Merkur sich in die schöne stumme Lara verliebt hat. Es ist aber eher anzunehmen, dass dies ein sehr einseitiges Begehren war und man daher eher von Nötigung, Missbrauch bzw. Vergewaltigung der gerade in die Unterwelt Entführten sprechen kann.
Ein anschauliches Beispiel des patriarchalen Umgangs mit weiblichen Göttinnen und der Frauensolidarität im allgemeinen, die sicher als mahnendes Beispiel für römische Frauen hergenommen wurde, um diese daran zu hindern, ihren Freundinnen, Nachbarinnen, Schwestern von den umtriebigen Aktivitäten ihrer Männer zu berichten.

Die es grünen lässt

Die Grundlage dieser Sage bildet der Mythos um die Unterweltsgöttin Larunda oder Larenta, an deren angeblichem Grab im antiken Rom jeweils am 23. Dezember beim Fest Larentalia Weihegaben dargebracht wurden. 

Die Wintersonnenwende als Termin für diese Zeremonien ist ein Hinweis auf eine Erdgöttin, die sich nun ganz in die Unterwelt zurückzieht.
Da ihr Name auch von einem Verb in der Bedeutung „sie soll grünen lassen“ abgeleitet wird, kann man davon ausgehen, dass sie auch darum gebeten wurde, die Pflanzen in der Unterwelt den ganzen Winter über zu beschützen, damit diese im Frühjahr wieder aus dieser hervorsprießen können.

Die Göttin trägt das keimende Leben, gezeugt durch Merkur, ja beim Gang in die Unterwelt schon in ihrem Bauch. Diese „Unterweltskinder“ kommen zu Frühlingsbeginn an das Tageslicht.

So wurden auch die Lares, die ursprünglichen Todesgeister auch mehr und mehr als gute Geister verstanden, die Äcker, Felder und deren Früchte (die sie selbst symbolisieren) beschützen.

Bekannt ist auch, dass die Priesterschaft der Arvalbrüder jeweils beim Fest der Göttin Dea Dia im Mai bzw. Juni der Mater Larum zwei Schafe opferten.
Außerdem wurden ihr zu Ehren zwei mit „Puls“, dem römischen Getreidebrei, gefüllte Ollae, traditionelle Gefäße aus getrocknetem Ton, den Hügel des Tempels hinunter gestoßen. Dies lässt darauf schließen, dass der Erdmutter etwas von ihren Gaben, dem Getreide zurückgegeben wird. 

auch: Larunde, Laranda, Lara, Larenta, Larentia, Mater Larum  

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