Manat – Arabische Göttin des Abendsterns

Manat, die Göttin in der Form einer alten Frau, herrscht über Schicksal, Bestimmung, Tod und Zerstörung. Der abnehmende Mond steht über ihrem Kopf als Zeichen des Todes.

Dunkle Mysterien

manat Manat, die Göttin in der Form einer alten Frau, herrscht über Schicksal, Bestimmung, Tod und Zerstörung. Der abnehmende Mond steht über ihrem Kopf als Zeichen des Todes. Mit dem Schwarzmond tritt schließlich der Tod ein, eine Phase geht zu Ende. Mit der ersten schmalen Mondsichel, also mit Neumond, beginnt sie den Zyklus von Neuem.

Der Hauptort ihrer Verehrung lag an der Straße zwischen Mekka und Medina. Ihr Sitz wurde in einem schwarzen Stein angenommen — daraus entstand ihr Heiligtum in Qudaid zwischen Mekka und Yathrib, wo dieser Stein verehrt wird.

Die vorislamische Pilgerfahrt zum Heiligtum von Mekka war für die Menschen von Yathrib erst dann vollständig, wenn sie nach ihrer Rückkehr aus Mekka bei Manat ihre Haare gestutzt hatten.

Die vorislamischen AraberInnen pflegten zu unterschiedlichen Anlässen beim Heiligtum der Manat auch Tieropfer darzubringen. Im Namen von Manat war es auch üblich, Eidleistungen abzulegen. 

Manat wurde gemeinsam mit Al-Lat und Al-Uzza zur Zeit von Mohammed in der gesamten arabischen Welt, besonders in Mekka sehr verehrt. Sie wurden teilweise sogar ein wenig in den Islam übernommen. Im Koran werden sie als „die drei Töchter Allahs“ bezeichnet.

Der Koran erwähnt sie als al-Manat in Sure Vers 53, 19-23 und 27, 28  neben Al-Lat und Al-Uzza

(19) Habt ihr al-Lat und al-Uzza gesehen,
(20) und auch al-Manat, diese andere, die dritte?
(21) Ist denn für Euch das, was männlich ist, und für Ihn das, was weiblich ist, bestimmt?
(22) Das wäre dann eine ungerechte Verteilung.
(…) Jene sind nur leere Namen, welche ihr und eure Väter für die Götzen ausdachtet, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat.
 

Ihre Anrufung als Fürsprecherin bei Allah war von Mohammed einige Zeit erlaubt, wenig später jedoch als Götzenverehrung verboten. In der Antike wurde sie der griechischen Nemesis und der Tyche gleichgestellt.

Beschützerin der Hexenkraft

Da Manat auch für den Schwarzmond steht (Al-Uzza — zunehmender Mond, Al-Lat — Vollmond) wird sie oft auch als Göttin und Beschützerin der Hexenkraft, Zauberei und Weissagung bzw. als Hexe selbst angesehen.

Sie steht für dunkle Mysterien, wobei dunkel dabei nicht als negativ sondern viel mehr als verborgen, geheim, unter Ausschluss der (männlichen) Öffentlichkeit steht. Dargestellt wird sie auch indem sie Sand durch ihre Finger rinnen lässt — dies als Symbol der Todes- und Schicksalsgöttin, die damit zeigt, wie schnell die Zeit verrinnt.

Manat hilft Frauen sich auf sich selbst zu konzentrieren, zu ihrer Essenz, zum Wesentlichen zu kommen und bei Meditationen. Sie kann um karmische Hilfe und um Hilfe bei Transformationen gebeten werden. In ihrem Namen lässt sich auch sehr gut Negatives bannen.

auch: Manawat, Menat, al-Manat

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