Flidhais – Irische Natur- und Waldgöttin, Gebieterin des Rotwilds

Flidhais verkörpert die Fruchtbarkeit und die Freiheit der Wildnis. Sie wird meist in Gestalt einer Hindin (Hirschkuh) oder eines Rehs wahrgenommen.

Die „Wilde“ der Wälder

Flidhais verkörpert die Fruchtbarkeit und die Freiheit der Wildnis. Wie in vielen anderen Kulturen gibt es auch in Irland eine Göttin, die für den Wald und die wilden Tiere zuständig ist.

Sie wird meist in Gestalt einer Hindin (Hirschkuh) oder eines Rehs wahrgenommen. Da sie ihre Gestalt wandeln kann, durchstreift sie auch als als jungfräuliche Jägerin mit Pfeil und Bogen den Wald oder erscheint als ein anderes ihrer Waldtiere. Manchmal fährt sie auch in einem Wagen, der von übernatürlichen Rehen oder Hirschkühen gezogen wird, über das Land.

Wenn man sie von einer weißen Hirschkuh begleitet sieht, dann bedeutet das, dass sie eine Botschafterin aus der Anderswelt bei sich hat, die einschneidende Veränderungen im Leben der BetrachterInnen ankündigt.

Flidhais soll auch eine Kuh besitzen, die auf einmal Milch gab, mit der dreißig Menschen satt werden können. Darüber hinaus schenkt sie den Menschen die Früchte der Sträucher und Bäume.

Führt die Helden ins Feenreich

Mythen erzählen, dass Flidhais die Helden nährt und sie in mystische Abenteuer führt. Wenn diese sterben, trägt sie sie in das Reich der Feen. Dort wachsen ihnen Hörner und sie werden zu Gehörnten Göttern.

Flidhais hat vier Töchter, Argoen/Arden, Be Teithe, Be Chuille und Danand. Diese werden als „Bäuerinnen“ oder „Kultivatorinnen“ bezeichnet. Manchmal wird auch von einer weiteren Tochter mit Namen Fand berichtet — eine Seejungfrau und Feenkönigin, die u.a. in ihren Wassern auf der Lauer liegt und Sterbliche zu sich lockt — und damit in den Tod.

Flidhais ist auch eine Mondgöttin, die mit der griechischen Artemis und der römischen Diana vergleichbar ist. Sie wird auch mit der keltischen Göttin Artio in Verbindung gebracht, die vor allem in der Gestalt einer Bärin verehrt wurde.

Sanft und wild zugleich

Wie Artio verkörpert sie ebenso Kraft wie Sanftheit, Mütterlichkeit wie Ungezähmtheit. Sie ist die Natur selbst und vereinigt auch alle Aspekte der Natur in sich, die ebenso nährend wie gütig ist wie auch wild, undurchdringlich, gefährlich. Frauen, die sich mehr Freiheit, Unabhängigkeit, Zielstrebigkeit, Energie, Lebenskraft und Mut herbeisehnen, denen tut ein Kontakt mit Flidhais sicher gut.

Allerdings: Sie kommt nicht in die Gemütlichkeit des Wohnzimmers und ist vermutlich auch nicht im Stadtwäldchen anzutreffen.
Für jene, die sich in die Wildheit der tiefen Wälder hinauswagen (dort vielleicht auch eine oder mehrere Nächte verbringen), hält diese Göttin so manche unerwartete Geschenke bereit …

auch: Flidais

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